
Die Art und Dauer der Nachbehandlung richtet sich nach dem Ausmaß des Erkrankungsbildes und der handchirurgischen Operation. Diese ist auch von der individuellen Wundheilung abhängig, die oft in Zusammenhang steht mit Nebenerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Essstörungen, Nikotin- und Alkoholkonsum. Die Details wird Ihnen Ihr Arzt erläutern. Im Folgenden werden allgemeine Verhaltensempfehlungen ausgesprochen:
Acetylsalizylsäure ist eines der ältesten und beliebtesten schmerzstillenden Substanzen. Es ist enthalten in Aspirin, ASS, Thomapyrin, Alka- Seltzer, Dolviran, Togal, Dolomo und anderen Medikamenten. Neben seiner schmerzlindernden Wirkung, verdünnt es das Blut erheblich. Daher findet es seinen Einsatz zur Prophylaxe bei der Arteriosklerose und zur Nachbehandlung nach Herzinfarkt, Thrombosen, Embolie und Schlaganfällen. Für eine Operation ist das Medikament hinderlich, zumal es zu kaum stillbaren Blutungen führen kann. Das Ausmaß der Operation ist hier natürlich zu berücksichtigen.
Wenn möglich sollten Medikamente die Acetylsalizylsäure enthalten 10-14 Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden. Bei kleinen Operationen genügt auch eine Woche. Besteht ohne Acetylsalizylsäure ein erhebliches Gesundheitsrisiko, so muss eine Heparinersatztherapie in Erwägung gezogen werden. Heparin verdünnt das Blut auf einem anderen Weg und erhöht das Blutungsrisiko in viel geringerem Maße. Nach der Operation kann die Acetylsalizylsäure wieder eingenommen werden, sobald ein neuerlicher Eingriff ausgeschlossen werden kann.
Die operierte Hand sollte immer über das Herzniveau gehalten werden um einen verbesserten Blut und Lymphabfluss zu gewährleisten. bleibt dieses unbeachtet, staut sich das Gewebewasser in der Hand und hat über eine verlängerte Schwellungsphase eine verzögerte Wundheilung zur Folge. Die Hand kann zusätzlich mehrmals am Tag für ein bis zwei Minuten komplett über den Kopf gestreckt gehalten werden. Auch nachts ist eine erhöhte Lagerung von enormer Wichtigkeit. Die Hand kann auf dem Bauch liegen oder auf einem gefalteten Kissen.
Schmerzen versetzen Ihren Körper in eine Stresssituation, welche die Wundheilung erstaunlich verzögern kann. Die Schmerzempfindung variiert individuell enorm. Man kann sagen, dass bei den meisten Eingriffen am 2.-3. postoperativen Tag eine deutliche Schmerzabnahme zu verzeichnen ist. Für die schmerzintensivere Zeit erhalten Sie Schmerztabletten, die gerade am Tag und ein Tag nach der Operation prophylaktisch genommen werden können. Viele Schmerzmittel haben zusätzlich eine abschwellende Komponente.
Auch wenn nur ein kleiner Teil eines Fingers operiert wurde und die Schmerzen nur gering sind, sollte die gesamte Hand geschont werden, um den Wundheilungsprozess nicht zu abzubremsen. Alle Tätigkeiten, die zu einer Belastung der Hand führen sind insbesondere in den ersten Tagen zu vermeiden. Das Operationsergebnis könnte negativ beeinflusst werden.
Bei vielen handchirurgischen OP's ist die Ruhigstellung in einem Gips oder zumindest mittels Verband notwendig. Die Bereiche, die durch den Gips fixiert wurden dürfen nicht bewegt werden. Die Bereiche die nicht ruhiggestellt wurden, müssen beübt werden, aber nicht in den ersten drei Tagen. Bei stabilen Wundverhältnissen wird Ihr behandelnder Arzt Ihnen weitere Instruktionen geben.
Ein Gips wird immer gepolstert. Ganz besonders müssen alle Knochenvorsprünge geschont werden, um Druckstellen, Nervenschäden und das Absterben von Gewebe (Druckulcus) zu verhindern. Bei Taubheits- und Kribbelgefühlen, bläulicher Verfärbung der Haut, deutliche Schwellung, sowie Schmerzen, ist der Verband zu eng oder irgendeine Stelle nicht ausreichend gepolstert. Um Schäden zu vermeiden müssen Sie einen Arzt konsultieren und den Verband oder Gips erneuern lassen. Es gilt hier: "Der Patient hat immer recht!".
Über die Intensität und der Art der Übungen wird individuell entschieden. Folgende Formen von Übungen kommen prinzipiell zum Einsatz: aktive, passive Bewegungsübungen; Belastungsaufbau; Abhärtungsmaßnahmen; Narbenmassage; Lymphdrainage. In vielen Fällen ist eine professionelle Krankengymnastische Übungsbehandlung bei der Behandlung und Nachbehandlung handchirurgischer Erkrankungen von essentieller Bedeutung.
Nikotin führt zur Einengung der Gefäße. Folglich ist die Durchblutung insbesondere nach operativen Eingriffen eingeschränkt. In erster Linie führt die Einschränkung der Mikrozirkulation nach Operationen zu Wundheilungsstörungen und über eine erniedrigte Immunität, zu Infektionen. Daher empfehlen wir den Nikotinkonsum eine Woche vor und bis zwei Wochen nach einem Eingriff einzustellen oder zumindest drastisch zu reduzieren.
Aktualisiert am 16.11.2010