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Handchirurgie und Erkrankungen der Hand


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Quervain Erkrankung | Tendovaginitis stenosans de Quervain | Hausfrauendaumen - Behandlung und Operation

Schmerzen bei tendovaginitis stenosans de Quervain Op bei Quervain Erkrankung in Düsseldorf

Autor Dr. Rene Schumann

Kapitelüberblick Tendovaginitis stenosans de Quervain


Tendovaginitis stenosans bedeutet einengende Sehnenscheidenentzündung. Die klassische Form ist der sog. schnellende Finger oder Schnappfinger. Bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain ist die Enge am 1. Strecksehnenfach lokalisiert.

Abbildung: Typische Schmerzregion (rot) bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain im Bereich des 1. Strecksehnenfaches.

Entstehung der Tendovaginitis stenosans de Quervain

Eine Tendovaginitis stenosans de Quervain, auch Hausfrauendaumen genannt, kann durch Überbelastung, Sehnenscheidenreizung, einer Sehnenscheidenentzündung und bei einer gewissen individuellen Neigung entstehen. Die deutsche Bezeichnung Hausfrauendaumen veranschaulicht die Tatsache, dass Frauen deutlich häufiger betroffen sind, als Männer.

Eine Schwellung der Sehnenscheiden am daumenseitigen Handgelenk bewirkt eine relative Enge im ersten Strecksehnenfach. Dieses führt zu Schmerzen im genannten Areal und erneut zu einer Reizung der Sehnenscheide, woraufhin sich die Beschwerden wiederum verstärken.

Anatomie

Die Tendovaginitis stenosans de Quervain ist anatomisch im Bereich des 1. Strecksehnenfaches am handgelenknahen Teil der Speiche lokalisiert. Zwei Strecksehnen des Daumens laufen am daumenseitigen Handgelenk durch das erste Strecksehnenfach. Dieses hat die Funktion einer Leitschiene für diese Sehnen. Häufig ist dieses Strecksehnenfach in zwei Abschnitte unterteilt, was bei einer Operation berücksichtigt werden muss.

Beschwerden der Tendovaginitis stenosans de Quervain

Bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain sind Schmerzen des daumenseitigen Handgelenkes, die bis in den Unterarm ziehen können, typisch. Die Beschwerden treten meist bei Belastung und beim Abspreizen des Daumens auf. Auch ein Reiben im Bereich des Strecksehnenfaches oder selten sogar ein Schnappphänomen, ähnlich wie beim Springfinger, können vorhanden sein. Das Handgelenk zeigt auf der Daumenseite eine Schwellung und ist sehr druckempfindlich. Man sollte Handgelenksbeschwerden von den Symptomen bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain differenzieren.

Beugt der Untersucher das Handgelenk zusammen mit dem Daumen in Richtung Kleinfinger, so verspürt der Betroffene oft einen einschießenden Schmerz, der vom Bereich des ersten Strecksehnenfaches ausgeht. Dieses wird als positives Finkelstein-Zeichen bezeichnet.

Behandlung ohne Operation

Bild: Abnehmbare Daumenschiene zur Ruhigstellung mit Klettverschluß.

Im Anfangsstadium der Tendovaginitis stenosans de Quervain kann durch eine Kortisonspritze, die in die Nähe des Strecksehnenfaches gesetzt wird, eine Verminderung des Schwellungszustandes der Sehnenscheide und eine Reduktion der entzündlichen Vorgänge erreicht werden. Die Sehne kann nun wieder ungehindert gleiten und der Teufelskreis Reizung- Bewegung- Reizung wird durchbrochen. Leider ist der therapeutische Erfolg nicht immer von langer Dauer. Dieses kann neuerliche Injektionen oder eine Operation zur Folge haben. Beim Setzen der Spritze sollte vermieden werden die Sehne direkt zu punktieren. Das Kortison hat nämlich einen schwächenden Einfluss auf die Sehnen, was mit einem Sehnenriss enden kann.

Als begleitende Maßnahme können bei der Tendovaginitis de Quervain vorrübergehend NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Diclofenac (Voltaren) oder Ibuprofen verschrieben werden, um ein Abschwellen zu fördern. Diese konservativen Therapieansätze werden gerne mit einer Gipsruhigstellung für einige Wochen kombiniert. Angenehmer zu tragen als ein Gips, ist die auf dem Bild sichtbare Daumenschiene, die auch bei der Daumensattelgelenkarthrose Anwendung findet.

Strecksehnenfachspaltung bei Tendovaginitis de QuervainOperation der Tendovaginitis stenosans de Quervain: Strecksehnenfachspaltung

Bild: Typischer Befund bei der Strecksehnenfachspaltung: Der Pfeil deutet auf die durchtrennte Lefze des 1. Strecksehnenfachs. Die Pinzette hält die gewucherte Sehnenscheide. Der helle Strang ist die Sehne des M. abductor pollicis brevis.

Das Ziel der Operation bei der Tendovaginitis stenosans de Quervain ist ein dauerhafter Therapieerfolg. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung oder iv. Regionalanästhesie (Unterarmbetäubung) erfolgen. Nach dem Anlegen eines Hautschnittes über dem ersten Strecksehnenfach im Bereich des daumenseitigen Handgelenks, spaltet der Operateur dieses und überprüft die Sehnenfunktion. Ggf. wird ein Teil der angeschwollenen Sehnenscheide entfernt und somit die Einengung beseitigt. Es muss darauf geachtet werden, dass der Hautast des Speichennerven nicht durchtrennt wird. Sonst sind zwar die typischen Beschwerden der Tendovaginitis stenosans de Quervain verschwunden, aber es verbleibt am daumenseitigen Handrücken ein Taubheitsgefühl. Weiterhin sollte ein geteiltes Strecksehnenfach erkannt werden, damit auch beide Daumenstrecksehnen befreit sind.

Nach der Operation

Im Anschluß an die Operation der Tendovaginitis stenosans de Quervain wird eine Gipsschiene zur Ruhigstellung für ca. eine Woche angelegt. Die Fäden werden nach 14 Tagen entfernt. Mit eigentätigen Bewegungsübungen fängt man bereits ab der zweiten Woche an.  

▲ Tendovaginitis stenosans de Quervain

Aktualisiert am 06.04.2010

Quellen zum Thema Tendovaginitis stenosans de Quervain:

  • Green’s Operative Handsurgery - Green, Hotchkiss, Pederson, Wolfe - Elsevier Churchill Livingstone - Fifth Edition
  • Operationsatlas Handchirurgie – Pechlaner – Thieme –Stuttgart 1998

Copyright© 2008-2010 Dr. Rene Schumann, Düsseldorf - NRW - Deutschland

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