
Stirnfalten werden heute meist ohne operatives Stirnlift mit dem Botulinumtoxin A (Botox®) behandelt. Bei niedriger Dosierung erreicht man meist eine adäquate Glättung der Stirn. Sind die Falten allerdings schon sehr tief und ggf. in sich vernarbt, kann das Botox® diese nicht mehr ausreichend glätten. Wenn man nun eine höhere Dosis des Giftes benutzt, besteht durch die stärkere Blockierung des Stirnmuskels oft die Gefahr des Absinkens der Augenbrauen, so dass in solchen Fällen eine operative Stirnstraffung in Erwägung gezogen werden kann.
Das Stirnlifting bzw. Stirnlift ist die ideale Therapieoption zur Korrektur einer starken Faltenbildung auf der Stirn und zur Anhebung tief liegender Augenbrauen. Dieses gilt insbesondere dann, wenn mit einer Faltenunterspritzung (Botox®, Filler) kaum noch ein Effekt zu erreichen ist!
Ein Stirnlift kann, wie das Facelifting in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf, oder in Allgemeinnarkose durchgeführt werden. Ein ambulantes Vorgehen ist prinzipiell möglich. Sicherer ist jedoch wenigstens ein stationärer Aufenthalt von einer Nacht zur Überwachung. Vor dem Stirnlifting sollten die Haare und Ohren gründlich gewaschen werden, um bereits vor OP die Keimzahl zu reduzieren.
Hier wird auf das konventionelle Stirnlifting eingegangen. Das endoskopische Stirnlifting hat den Vorteil kaum sichtbarer kleinerer Schnitte im behaarten Bereich und eine schnellere Wundheilung. Jedoch ist der Straffungseffekt auf die Haut geringer, da der Hautüberschuss nicht entfernt werden kann.
Beim Stirnlift wird der Schnitt wenige cm oberhalb der Haargrenze gesetzt, wenn es sich um eine Stirn mit einem niedrigen Haaransatz handelt. Dann wird eine feste Faserschicht, Galea genannt von der Knochenhaut abgelöst und Richtung Nasenwurzel präpariert. Hier können auch zwei Muskeln entfernt werden, die Ursache sind für die horizontale und quere Zornesfalte. Beim Stirnlift kommt es nun darauf an nicht zu stark die Haut zu straffen, sondern eher die tiefer liegende feste Faserschicht (Galea). So kann die Haut am Ende ohne Spannung vernäht werden nachdem der überschüssige Hautanteil im behaarten Bereich entfernt wurde. Weiterhin wird der Stirnmuskel ausgedünnt um Ihn zu schwächen. Bei der Präparation müssen zwei Nerven geschont werden, welche die Stirn mit dem Hautgefühl versorgen.
Im Falle eines hohen Haaransatzes sollte der Schnitt beim Stirnlift an der Haargrenze erfolgen. Auf diese Weise wirkt die Stirn nach der Straffung nicht noch größer. Die feine Narbe ist am Haaransatz kaum sichtbar. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Schnittführung W-förmig ist. Ansonsten wird das Stirnlift auch bei dieser Schnitttechnik, wie im Absatz zuvor beschrieben, durchgeführt.
Das Stirnlift wird beim Mann äußerst selten durchgeführt. Der Grund liegt auf der Hand. Die zu erwartende Glatzenbildung ist kaum abschätzbar und somit auch nicht die spätere Lage der Narbe. Bei Männern, die eine Haartransplantation in Zukunft nicht scheuen ist Letztgenanntes kein Argument gegen ein Stirnlift.
Soll ein Stirnlift nach einer Oberlidstraffung durchgeführt werden, dann muss darauf geachtet werden, dass nicht zu stark an den Augenbrauen gezogen wird. Werden die Lider übermäßig angehoben, könnte eine Lidschlussstörung auftreten. Wenn eine Oberlidstraffung und ein Stirnlift geplant sind, ist es sinvoller die Stirnstraffung vor der Lidkorrektur durchzuführen. Kleine Oberliderschlaffungen können sich dadurch nämlich in Wohlgefallen auflösen.
In den ersten Tagen nach einem Stirnlift führt häufiges kühlen zu weniger Schwellung und beschleunigt die Wundheilung. Eine erhöhte Lage des Kopfes beim Schlafen ist nach dem Stirnlift aus demselben Grund zu empfehlen. Starke Mimik im Bereich der Stirn und andere mechanische Belastungen sollten besonders in der ersten Woche vermieden werden. Eine Woche nach der OP werden die feinen Fäden entfernt. Es kann eine Taubheit oberhalb der Schnittlinie auftreten. Meist ist sie aber vorübergehender Natur. Es kann auch ein Haarausfall unterhalb der Schnittlinie auftreten, der meist ebenfalls vorübergehend ist.
Die queren Stirnfalten können mit dem Stirnlifting geglättet werden. Wieterhin können zu tief gesunkene Augenbrauen angehoben werden. Dieses führt in aller Regel zumindest zu einer Reduktion der Schlupflider. Ein großer Vorteil beim Stirnlift ist seine lange Haltbarkeit im Vergleich zur Botox®-Behandlung. Letztere hat leider nur eine ungefähre wirkdauer von ca 3-6 Monaten.
Aktualisiert am 29.11.2012
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