
Schweißdrüsenentfernung in Düsseldorf
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Die Schweißdrüsenentfernung mittels Lipokürettage, auch Saugkürettage genannt, ist die Methode der Wahl bei Patienten mit vermehrter Produktion von Achselschweiß und der Akzeptanz eines operativen Verfahrens.
Verwandte Begriffe: Achselschweiß, Hyperhidrosis axillaris, Schwitzen, Fettabsaugung, Hyperhidrosisbehandlung, Lipokürettage, Saugkürettage
Die Schweißdrüsenentfernung, auch Saugkürettage oder Lipokürettage genannt, ist eine suffiziente chirurgische Behandlungsmöglichkeit bei der Hyperhidrosis axillaris.
Viele Menschen leiden unter vermehrtem Schwitzen (Hyperhidrosis). Die Ursachen sind vielschichtig. Es sind oftmals Erkrankungen aus dem Internistisch- endokrinologischen (hormonell) Bereich verantwortlich. Häufig handelt es sich aber nicht um ein generelles Schwitzen am ganzen Körper sondern um eine vermehrte Achselschweiß-Bildung (Hyperhidrosis axillaris). Letztere tritt meist familiär gehäuft auf und kann durch eine Schweißdrüsenentfernung zuverlässig behandelt werden.
Eine konservative Behandlungsalternative zur Schweißdrüsenentfernung ist die Injektion des Nervengiftes Botulinumtoxin A. Es wirkt gut, aber zeitlich begrenzt. Der Vorteil besteht im geringen Aufwand einer Unterspritzung einschließlich der Nachbehandlung. Jedoch müssen relativ große Mengen Botulinumtoxin injiziert werden, so dass die Behandlung relativ teuer ist. Die Wirkung hält ca. 6 Monate lang an und muss im Anschluss erneuert werden um den Effekt aufrecht zu erhalten. Die Therapie der Hyperhidrosis axillaris mit Botulinumtoxin ist gut geeignet für die Patienten, die eine operative Schweißdrüsenentfernung scheuen, aber nicht die langfristig höheren Kosten.
Da die Vorteile bei der Schweißdrüsenentfernung oder besser Lipokürettage überwiegen, tritt die Behandlung mit Botulinumtoxin dies betreffend immer mehr in den Hintergrund.
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Die Schweißdrüsenentfernung wird meist in Sedierung (Dämmerschlaf) mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Man kann den Eingriff aber auch nur in örtlicher Betäubung planen. Mit der Einwirkungszeit der Tumeszenzlösung muss man ca. 60-90 Minuten für den Eingriff einkalkulieren.
Die Operation: Schweißdrüsenentfernung bzw. SchweißdrüsenabsaugungBild: Lipokürettage-Set
Die Schweißdrüsenabsaugung ist eigentlich nur ein Teil der Schweißdrüsenentfernung, wie im Folgenden erläutert wird. Der Beginn der Lipokürettage ist der Fettabsaugung gleich. Die Einstichstelle wird betäubt und anschließend die Tumeszenzlösung, die ua. Betäubungsmittel enthält injiziert. Nach einer Einwirkungszeit von 20-30 Minuten kann die eigentliche Schweißdrüsenentfernung beginnen. Ähnlich der Fettabsaugung werden nun, die durch die Tumeszenzlösung aufgequollenen Schweißdrüsen und Achselfettgewebe abgesaugt. Der Schnitt für die Saugkanülen misst ungefähr 5mm und liegt in der Achselfalte. Er ist nach der Schweißdrüsenentfernung praktisch nicht sichtbar. Während der Op darf nicht zu tief in die Achselhöhle gestochen werden, sonst könnten wichtige Gefäße oder Nerven verletzt werden. Leider ist es unmöglich mittels Schweißdrüsenabsaugung auch die hautnahen Anteile der Schweißdrüsen zu zerstören. Daher muss nach den bisher beschriebenen Vorgängen eine teils recht aggressive Kürettage dieser Bereiche erfolgen. Eine gravierende Reduktion der Schweißproduktion ist nur auf diesem Wege erreichbar.
Die kleinen Einstichstellen werden am Ende der Schweißdrüsenentfernung ggf. mit einer Naht locker verschlossen. Es sollte Wundwasser, welches sich postoperativ ansammelt entweichen können. Danach wird ein Druckverband angelegt, der die Schwellung und die Wundwasseransammlung verringert. Auch soll die Blutergußbildung reduziert werden. In den ersten 1-2 Wochen nach der Schweißdrüsenentfernung sollte der Wundheilung zu Liebe die Bewegung der Schultern und das Abspreizen der Arme auf ein Minimum reduziert werden. Danach kann mit Bewegungsübungen begonnen werden.
Durch die oben beschriebenen Handgriffe und durch den postoperativen Druckverband können im Anschluß an die Schweißdrüsenentfernung Hautnerven irritiert sein. Meist ist der Nervus intercostobrachialis betroffen, der vom Brustkorb durch die Achsel in den Oberarm zieht. Das führt zu einer Gefühlsminderung an der Oberarminnenseite, die sich meist innerhalb von mehreren Tagen oder wenigen Wochen zurückbildet.
Bei der Schweißdrüsenentfernung ist die Aggressivität des Operateurs und der Grad der Verminderung der Schweißproduktion proportional. Je aggressiver man arbeitet, desto weniger Schweißdrüsen können überleben und desto weniger Schweiß wird in der Achselhöhle gebildet. Bei sehr aggressivem Vorgehen leidet jedoch die Achselhaut. Diese ist nach der Schweißdrüsenentfernung vom Untergrund gelöst und würde sich ohne Druckverband zeltartig aufspannen. Die Haut wird dann nur noch von den Gefäßen in der Lederhaut (Korium) ernährt. Bei starker Schädigung ist aber auch hier die Durchblutung eingeschränkt. In leichteren Fällen führt das zu Hautverfärbung oder Blasenbildung an der Achselhaut und heilt narbenlos ab. Bei schweren Fällen kann die komplette Hautschicht absterben, was den Heilungsverlauf verzögert. Selbst in diesen Situationen beweist die Achselhaut einen guten Heilverlauf, denn die Defekte schrumpfen und sind nach Abschluss der Wundheilung als Narbe schlecht sichtbar.
Die Schweißdrüsenentfernung bzw. Lipokürettage hat einen positiven Nebeneffekt. Durch den Eingriff werden auch einige Haarwurzeln geschädigt, so dass sich der Haarwuchs der Achseln oft vermindert.
Die Schweißdrüsen sind außerordentlich hartnäckig. Selbst nach einer aggressiven Schweißdrüsenentfernung können sich einige Zellen regenerieren und führen zur erneuten Schweißbildung in der Achsel. Ziel der Behandlung kann es kaum sein die Achselhöhlen komplett trocken zu legen. Vielmehr ist eine deutliche Reduktion der Schweißbildung gewünscht.
Falls die Schweißdrüsenentfernung zu wenig radikal durchgeführt wurde und die Schweißbildung in den Achseln noch deutlich vermehrt ist, kann der Eingriff ohne weiteres wiederholt werden.
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Aktualisiert am 26.09.2010
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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