Schlundmuskulatur: Die Rachenmuskeln können in Schlundschnürer und Schlundheber eingeteilt werden.
Autor Dr. Rene Schumann
Schlundmuskulatur - Rachenmuskeln
Die Schlundmuskulatur kann in 2 Gruppen eingeteilt werden:
Die Schlundmuskulatur, Rachenmuskulatur (med: Pharynxmuskulatur) nimmt beim Schluckakt eine wichtige Funktion ein, wenngleich viele weitere Muskeln daran beteiligt sind (einen sog. 'Schluckmuskel' gibt es nicht). Sie unterstützt durch Heben des Rachens den Verschluss des Kehlkopfes, um das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre zu verhindern. Weiterhin ist die Schlundmuskulatur maßgeblich an dem Transport des Bissens vom Rachen in die Speiseröhre verantwortlich.
Bild: Schlundmuskulatur in der Seitenansicht.
- 1-3 und 5 siehe Text
- a, Oberkiefer
- b, Mundschließmuskel (M. orbicularis oris)
- c, Backenmuskel (M. buccinator)
- d, Unterkiefer
- e, Zungenbein (Os hyoideum)
- f, Schildknorpel
- g, M. Cricothyreoideus Ringkorpel-Schilddrüsenmuskel
- h, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)
- i, 1. Luftröhrenknorpel
- j, Speiseröhre
- k, Raphe pharyngis: Hier setzt die zu den Schlundschürern zählende Schlundmuskulatur an.
- l, Griffelfortsatz (Processus styloideus)
Schlundschnürer
Die Schlundschnürer sind großflächige, flache Muskeln, deren Fasern fächerförmig angeordnet sind.
- Funktion: Verengung des Schlundes (Pharynx) beim Schlucken; unterstützen aber auch die Schlundhebung und Verkürzung
- Ansatz: Die Schlundschnürer setzten an der Raphe pharyngis (k auf dem Bild) an. Diese ist ein sehnenartiger Strang an der Rachenhinterwand, welcher am Hinterhauptsbein (Tuberculum pharyngeum) fixiert ist.
1, M. constrictor pharyngis superior oberer Schlundschnürer
- Ursprung:
- a, Pars pterygopharyngea: Lamina medialis des Processus pterygoideus, Hamulus pterygoideus
- b, Pars buccopharyngea: Raphe pterygomandibularis
- c, Pars mylopharyngea: am Unterkiefer (Linea mylohyoidea)
- d, Pars glossopharyngea: Wurzel der Zunge (Radix linguae), Mundschleimhaut
- Innervation: N. glossopharyngeus (IX)
2, M. constrictor pharyngis medius . mittlerer Schlundschürer
- Ursprung:
- a, Pars chondropharyngea: kleines Zungenbein-Horn
- b, Pars ceratopharyngea: großes Zungenbeinhorn
- c, Pars tracheopharyngea: 1. Knorpelring der Luftröhre (Cartilago trachealis)
- Innervation: Plexus pharyngealis (N. XI, X)
3, M. constrictor pharyngis inferior unterer Schlundschürer
- Ursprung:
- a, Pars thyropharyngea: Schildknorpel-Seitenfläche des Kehlkopfes
- b, cricopharyngea: Ringknorpel des Kehlkopfes (Cartilago cricoidea)
- Ansatz: gegenseitige Durchflechtung
- Innervation: N. vagus (X)

Schlundheber
Im Vergleich zu den Schlundschürern sind die Schlundheber relativ kleine, schwache Muskeln.
- Funktion: Heben den Schlund (Pharynx) und Kehlkopf
- Innervation: N. glossopharyngeus (IX)
4, M. palatopharyngeus
- Ursprung: Aponeurosis palatina, Hamulus pterygoideus
- Ansatz: Schildknkorpel und Raphe pharyngis
5, M. stylopharyngeus
- Ursprung: Griffelfortsatz (Processus styloideus)
- Ansatz: Schildknorpel und Tunica submucosa pharyngis
6, M. salpingopharyngeus
- Ursprung: Knorpel der Ohrtrompete (Tuba auditoria)
- Ansatz: Seitenwand des Rachens
Schlundmuskulatur
Aktualisiert am 16.03.2010
Quellen zum Thema Schlundmuskulatur / Rachenmuskeln:
- Atlas der Anatomie des Menschen Sobotta Urban und Fischer 2 Bände München, Jena 2000
- Anatomie des Menschen - Rohen / Yokochi - Schattauer - 2 Bände - 1984
- Anatomie des Menschen - Lehrbuch und Atlas - Rauber / Kopsch - Thieme - 4 Bände - 1987