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Handchirurgie und Erkrankungen der Hand
Bursitis-Beratung und Schleimbeutelentfernung in Düsseldorf
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelüberblick Schleimbeutelentzündung
Abbildung: Schleimbeutel am Ellenbogen (blau).
An verschiedenen Stellen am Körper befinden sich Schleimbeutel (= Bursa) als Verschiebeschicht und zum Schutz von Sehnen, Muskulatur und Haut. Durch Überlastung kann es zur Reizung kommen und schließlich zur Schleimbeutelentzündung, die in der Medizin Bursitis genannt wird.
Die Schleimbeutelentzündung (= Bursitis) tritt vorzugsweise am Ellenbogen oder am Knie auf. Andere Lokalisationen betreffen die Hüftregion (Trochanter major), das Knie (vor der Kniescheibe), die Schulter, die Achillessehne und den Großzehballen, u.a.
Die Ursache für eine Bursitis kann in einer mechanischen Überbeanspruchung begründet sein, wie häufig beim Fliesenleger am Knie. Ebenso können Verletzungen (z.B. Prellung) zur Bursitis führen. Die möglichen entzündlichen Ursachen sind eine Gelenkinfektion oder andere Infektionen. Die Keime können aber auch über die Blutbahn eine Schleimbeutelentzündung hervorrufen. So zum Beispiel bei der Tuberkulose oder der Gonorrhoe = Tripper. Weitere Ursachen sind Gicht, entzündlich rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und eine reduzierte Immunität bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen.
Die eitrige Schleimbeutelentzündung beginnt meist rasch und macht sich durch Druckschmerz, Schwellung, Rötung und ggf. Überwärmung bemerkbar. Wenn die Lymphbahnen betroffen sind, dann kann sich ein roter Streifen zeigen (Lymphangitis). Wenn die Keime (in 90% der Fälle Staphylokokken), was allerdings sehr selten ist, die Blutbahn erreichen, ist Fieber die Folge. Der Arztbesuch sollte dann nicht länger aufgeschoben werden!
Die chronische Schleimbeutelentzündung zeigt sich meist durch Schwellung, ohne die oben genannten Entzündungszeichen. Der Schleimbeutel fühlt sich beim betasten prall elastisch an.
Bei Schmerzen ist eine Bewegungseinschränkung des benachbarten Gelenkes typisch. Bei einer Schleimbeutelentzündung der Hüfte ist normaler Weise keine Rötung sichtbar, da der Schleimbeutel hier tief unter der Muskulatur liegt.
Vor einer Behandlung der Schleimbeutelentzündung sollten andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Die Behandlung der schmerzhaften Schleimbeutelentzündung kann in der Anfangsphase konservativ erfolgen. Antiphlogistika, wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern Schmerzen und reduzieren Schwellung und Reizung. Kühlung, Hochlagerung und Ruhigstellung (Gips) sind weitere wichtige Maßnahmen. Bei einer sicher nicht eitrigen Schleimbeutelentzündung kann der Reizerguss auch mittels Punktion oder Kortisoninjektion behandelt werden. Die Punktion kann auch Sinn machen bei einem Reizerguss oder Bluterguss durch stumpfe Gewalteinwirkung. Jedoch sollte bedacht werden, dass es bei der Behandlung der Schleimbeutelentzündung durch Punktion oder Injektion mit Kortison auch zu einer sekundären Infektion kommen kann.
Durch die hier genannten Maßnahmen verschwindet die Schleimbeutelentzündung meist innerhalb von wenigen Wochen. Trotz dieser konservativen Behandlungsmöglichkeiten ist eine sichere Heilung nur durch eine komplette Entfernung des betroffenen Schleimbeutels zu erwarten.
Abbildung: Operation bei chronischer Schleimbeutelentzündung.

Die chronische Schleimbeutelentzündung wird operiert, um immer wiederkehrende Rezidive zu vermeiden. Auch ist es wichtig mögliche Ursachen der Schleimbeutelentzündung zu beheben. Dazu können knöcherne Vorsprünge gehören, oder am Fuß zum Beispiel eine Fehlstellung der Großzehe (Hallux valgus).
Bei der Operation einer eitrigen Schleimbeutelentzündung ist neben der Schleimbeutelentfernung eine begleitende Antibiotika-Behandlung (z.B. Oxacillin) erforderlich. Bei starker Entzündung ist initial eine Behandlung, wie bei einem Abszess angebracht. Das heißt, der Schleimbeutel wird durch einen Schnitt entlastet und täglich gespült. Ist die Schleimbeutelentzündung ausgeheilt, kann die Schleimbeutelentfernung erfolgen. Dieses wird zweizeitiges Vorgehen genannt.
Ist bei einer Verletzung (z.B. Schnittwunde oder Risswunde,...) eine Bursa eröffnet worden, so sollte sie im Rahmen der Wundversorgung mit entfernt werden, um einer eitrigen langwierigen Schleimbeutelentzündung vorzubeugen.
Begleitend zur Op und danach sind die oben aufgeführten Maßnahmen zur konservativen Behandlung sinnvoll. Eine Gipsschiene ist in Abhängigkeit von der Lokalisation für 7-10 Tage sinnvoll.
Bei der chronischen Schleimbeutelentzündung ist eine Vorbeugung möglich.
Aktualisiert am 22.04.2010
Quellen zum Thema Schleimbeutelentzündung bzw. Bursitis:
Pubmed:
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