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Po-Implantate zur Po-Vergrößerung

 

 


Bild: Sie sehen 3 Po-Implantate, die mit Silikon-Gel gefüllt sind. Es handelt sich um sog. anatomische Implantate. Die hinteren beiden Exemplare haben eine leicht raue Oberfläche. Die Texturierung der vorderen Prothese ist rau, wie bei den Brustimplantaten üblich.

Po-Implantate bestehen aus Silikon.

Silikon-Poimplantat zur Vergrößerung des PoBild: Ovaläres Po-Implantat mit Silikongelfüllung.

Während die Brustvergrößerung mittels Brust-Implantat zum Alltag des Plastischen Chirurgen gehört, ist die Nachfrage nach der Po-Vergrößerung (in der der Medizin als Gesäß-Augmentation bekannt) in Deutschland sehr gering. Die Qualität der Po-Implantate konnten im Laufe der Jahrzehnte allerdings in gleichem Maße optimiert werden, wie die der Brustimplantate.

Flüssiges Silikon findet auch bei ihnen keine Anwendung mehr, sondern das (kohäsive) Silikon-Gel. Die Stabilität der äußeren Hülle ist durch eine mehrfache Schichtung ausgezeichnet. Selbst bei starken Prellungen und Stößen ist eine Verletzung der Gesäßimplantate sehr unwahrscheinlich. Den üblichen Belastungen des Gesäßes halten die Po-Implantate ohnehin stand.

Wie ist die Oberflächenbeschaffenheit der Gesäßimplantate?

Die Oberflächenbeschaffenheit der Po-Implantate und die der Brustimplantate wird Texturierung genannt. Bei den Brustimplantaten sind texturierte Oberflächen Standard. Bei den Po-Implantaten zur Gesäßvergrößerung sind drei grundlegende Varianten erhältlich:

  • Die glatten Implantate werden 'nicht texturiert' genannt. Die glatte Oberfläche wird bei der Po-Vergrößerung am häufigsten eingesetzt.
  • Eine leicht texturierte Oberfläche wird zur Gesäßkorrektur ebenso häufig eingesetzt.
  • Die rauen Po-Implantate werden als 'texturiert' bezeichnet. Der Einsatz dieser Texturierung wird von manchen Autoren wegen einer häufigeren Bildung von Seromen (Wundwasserergüssen) abgelehnt. Allerdings soll diese Oberfläche, wie bei den Brustimplantaten, die Wahrscheinlichkeit einer Kapselfibrose reduzieren. Da die Po-Implantate zur Po-Vergrößerung aber in der Regel unter oder in den Muskel gelegt werden, ist die Kapselfibrose kaum anzutreffen. Anders ist dies bei der Gesäßimplantat-Lage auf dem Gesäßmuskel. Hier sind Fibrosen der Implantat-Kapsel häufiger.

Was sollte man über das Silikon wissen?

 

Silikon wird in der Medizin für Drainagen, Implantate (nicht nur Brustimplantate) und zur Pflege von Instrumenten verwendet.

Silikon ist in der Vergangenheit in Verdacht geraten Brustkrebs und rheumatische Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen zu begünstigen. Dieses führte gerade in den USA zu großangelegten Studien, welche diese Vorwürfe widerlegen konnten. Mittlerweile ist Silikon eines der am besten untersuchten Materialien in der Medizin. Es gilt als ein sicheres Material. Die bedeutendsten Studien finden Sie am Ende dieser Seite.

Welche Formen haben Po-Implantate zur Po-Vergrößerung?

 

Prinzipiell haben sich zwei grundlegende Formen durchgesetzt:

  • Anatomische Po-Implantate:
    Sie sind auf einer Seite aufgetrieben und betonen somit einen bestimmten Teil des Gesäßes. Sie sowohl bei Männern, als auch bei Frauen eingesetzt. Die Form in der Aufsicht ist ovalär (siehe obige Bilder). In der Seitansicht sieht man ein steiles Abfallen in eine und ein sanftes Abfallen in die andere Richtung (siehe Bild unten). Sie sind besonders für die Lage innerhalb des Gesäßmuskels prädestiniert, weil bei dieser Technik der Povergrößerung ein exaktes Implantatfach präpariert werden kann, sodass sich diese Gesäßimplantate nicht drehen können.
  • Runde Po-Implantate:
    Sie können den Po rundlich aufbauen, was häufiger bei Frauen als bei Männern Sinn macht. Meist werden Sie bei einer Implantatlage unter dem Gesäßmuskel verwendet. Bei einer Drehung dieser Gesäßimplantate ist keine negative Auswirkung zu befürchten.

Gesäßimplantate im Profil

Bild: Anatomische Poimplantate in der Seitansicht. Rechts sehen Sie ein minimal texturiertes Po-Implantat. Links ist ein kleineres, raues (texturiertes) Gesäßimplantat dargestellt.

 

Führt die Po-Vergrößerung neben der Volumenvermehrung auch zu einem Straffungseffekt?

Bei der Po-Vergrößerung mit Gesäßimplantaten geht es in der Regel um eine Volumenvermehrung um die Kontur des Gesäßes zu verbessern. Je nach Größe der Po-Implantate wird ein ca. 6-7cm langer Schnitt in der vertikalen Gesäßfalte benötigt. Dieser führt zu einer im Vergleich zu anderen Operationen in der Plastischen Chirurgie sehr unauffälligen Narbe, die selbst in knapper Bademode gut zu verbergen ist. Bei einem hohen Stellenwert der Gesäßform in Brasilien und einer äußerst unauffälligen Narbe nach der beschriebenen Operation zählt die Po-Vergrößerung zu den Routineeingriffen in Brasilien. In Deutschland ist die Nachfrage noch gering.

Durch die Volumenauffüllung hat die Po-Vergrößerung aber auch einen positiven Straffungseffekt insbesondere bei einem leicht erschlafften Gesäß. Im Falle einer stärkeren Erschlaffung der Gesäßhaut wird eine Straffung mit Hilfe eines Auffüllens durch Po-Implantate nicht von Erfolg gekrönt sein. In diesen Situationen, insbesondere nach deutlichen Gewichtsabnahmen im Rahmen von Diäten, lassen sich starke Hautüberschüsse operativ nur mit einer Po-Straffung korrigieren.

 

Studien über Silikonimplantate mit Gültigkeit für Gesäßimplantate

 

Die umfangreichsten Studien über Silikonimplantate wurden im Bereich der Brustimplantate durchgeführt. Im Folgenden werden diejenigen Untersuchungen vorgestellt, welche auch für die Gesäßimplantate bedeutsam sind, da auch diese aus Silikon und in gleicher Weise hergestellt werden.

  • Juni 1999; National Academy Institute of Medicine; Schlussfolgerung: Bindegewebserkrankungen, Krebs, neurologische Krankheiten und andere systemische Beschwerden sind bei Frauen die Brustimplantate aus Silikon haben, nicht häufiger anzutreffen, als bei Frauen ohne Silikonimplantate.
  • 1998; Sturrock R.D., FRCP, Independent Review Group (IRG); Schlussfolgerung: Es besteht kein Zusammenhang zwischen Silikonimplantaten und Bindegewebserkrankungen …
  • 1998; European Committee on Quality Assurance and Medical Devices in Plastic Surgery; Schlussfolgerung: Autoimmun- oder Bindegewebserkrankungen stehen nicht im Zusammenhang mit Brustimplantaten. Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass aktuelle Studien eine bösartige Entartung durch silikongefüllte Brustimplantate wiederlegen.


 

Aktualisiert am 26.11.2012

Literatur

 

Pubmed:

  1. Gluteal augmentation surgery: indications and surgical management. - Harrison D, Selvaggi G. - J Plast Reconstr Aesthet Surg. 2007;60(8):922-8. Epub 2007 Mar 26. Review.
  2. Alloplastic implants for men. - Novack BH. - Clin Plast Surg. 1991 Oct;18(4):829-55. Review.
  3. Geschichte der Povergrößerung: History of gluteal augmentation. - de la Peña JA, Rubio OV, Cano JP, Cedillo MC, Garcés MT. - Clin Plast Surg. 2006 Jul;33(3):307-19.
  4. Po-Implantate: Gluteal implants: the "XYZ" intramuscular method. - Gonzalez R. - Aesthet Surg J. 2010 Mar;30(2):256-64.

 

 

 

 

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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW

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