Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung der bedeutendsten Methoden zur Ohrkorrektur bei Abstehohren (= Otoplastik, Otopexie, Anthelixplastik). Wollen Sie aber Infos zum Ablauf der Operation, zur Indikation, Vor- und Nachbehandlung u.a., dann lesen Sie den Übersichtbeitrag Ohrenkorrektur.
Es gibt verschiedene Methoden der Ohrkorrektur
Die Ohrkorrektur bei abstehenden Ohren, kann mit verschiedenen Techniken erfolgen. In der Literatur sind über 170 Methoden veröffentlicht worden. Bei den meisten Techniken der Otopexie wird ein Hautschnitt hinter dem Ohr gesetzt. Geringer an der Zahl sind Methoden mit einer Schnittführung an der Ohr-Vorderseite und sogenannte Fadentechniken bzw. Falttechniken die ohne Schnitt auskommen. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung der wichtigsten Techniken:
Ältere Techniken
- Ohrkorrektur nach Ely (1881): Entfernte einen spindelförmigen Teil der Ohrmuschel und fixierte die Ohrmuschel mittels Mastoidnaht.
- Ohrkorrektur nach Keen (1889): Die Korrektur wurde erstmalig durch Modellieren der sog. Anthelix (Mittlere Ohrfalte) erreicht.
- Methode nach Morestin (1903): Auch bei seiner Ohrkorrektur wurde in leichter Modifikation wie bei Ely verfahren. Dabei wurde zur Formung ebenfalls ein Knorpelstück herausgeschnitten.
- Technik nach Goldstein (1908): Fixierte den Knorpel an der Ohrmuschel (Concha) an die Knochenhaut (des Mastoids) ohne Knorpel zu entfernen. Dieses bezeichnet man heute als Ohrmuscheldrehung = Concharotation.
- Operation nach Luckett (1910): Entfernte ein spindelförmiges Knorpelstück an der Ohrmuschel und nähte die Knorpelränder so zusammen, dass sich beim Verschluß das Ohr anlegte und eine Anthelixfalte bildete.
- Technik nach Davis und Kitlowski (1937): Sie beschrieben erstmalig die Benutzung von in Farbe getränkten Nadeln zur Markierung der zu formenden Anthelixfalte. Dieses wird auch heute noch gerne praktiziert.
Bilder:
- Der Zugang von vorn ist weniger populär, aber ebenso praktikabel. Die Narben an der Vorderseite sind mit feinen Fäden vernäht praktisch nicht zu sehen. Blaue Linie = Narben-Verlauf; Aufhellung = Areal der Knorpelfreilegung.
- Hier sehen Sie den am häufigsten angewendeten Zugang bei der Ohrkorrektur. Blaue linie = Narben-Verlauf; Aufhellung = Hautüberschuss, der entfernt wird.

Neuere Methoden der Ohrkorrektur
Die neuen Methoden basieren auf den o.g. Techniken mit dem Anspruch der Verfeinerung durch Modifikation. Sie haben sich insbesondere nach dem 2. Weltkrieg entwickelt.
- Methode nach MacCollum (1938): MacCollum war der Erste, der die Formung der Anthelix und die Naht zwischen Ohrmuschel und Knochenhaut am Schädelknochen kombinierte.
- McEvitt (1947), Converse (1955), Erich (1958): Das Prinzip der Ohrkorrektur beinhaltet jeweils die Schwächung des Knorpels auf der Rückseite.
- Ohrkorrektur nach Mustardé (1963): Bei weichem Ohrknorpel verzichtete er auf die Knorpelausdünnung und setzte nur sog. Matratzennähte ein.
- Technik nach Ju et al (1963): Die Besonderheit dieser Methode ist der Schnitt auf der Vorderseite der Ohrmuschel (siehe Abbildung), die ein exaktes Ritzen des Knorpels von vorn erlaubt.
- Op nach Chongchet (1963): Schwächung des Knorpels auf der Vorderseite mittels vieler kleiner Einschnitte.
- Ohrkorrektur nach Stenström (1963): Raspelung (im Gegensatz zur Chongchet) an der Ohrmuschelvorderseite mit Schnittführung von der Rückseite.
Fadenmethode - Falttechnik ohne Schnitt
Weiterhin existieren sogenannte Fadentechniken oder Falttechniken, die gänzlich ohne einen Schnitt auskommen. Weitere Details zu dieser Form der Ohrkorrektur unter Fadenmethode / Falttechnik.
Resümee
Heute sollte der Operateur die wichtigsten Methoden der Ohrkorrektur kennen, um sie in Abhängigkeit vom Befund der Ohrfehlstellung anwenden und kombinieren zu können.
Übrigens: Beim Säugling ist kurz nach der Geburt eine Ohrkorrektur ohne Operation möglich. Wie das funktioniert?: Ohren anlegen ohne Operation.