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Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelüberblick Ohrenkorrektur
Die Ohrenkorrektur ist ein Eingriff mit geringem Aufwand, aber großer Wirkung für die Ästhetik des Gesichtes und des Wohlbefindens.
Behandlungsgründe sind meist abstehende Ohren. Jedoch können auch sehr groß angelegte Ohren oder Ohrdeformitäten (angeboren oder durch Verletzungen erworben) eine Ohrenkorrektur erforderlich machen. Dementsprechend können folgende Bereiche unterschieden werden:
Beim Säugling ist kurz nach der Geburt eine Ohrenkorrektur ohne Operation möglich. Näheres im Abschnitt: Ohren anlegen ohne Operation.
Abstehende Ohren treten familiär gehäuft auf und sind in der Medizin unter den Begriffen Apostasis otum und Otapostasis bekannt. Sie gehören zu den geringgradigen Fehlbildungen (Dysplasie Grad I) des Ohres. Die Korrektur abstehender Ohren erfolgt mittels Ohrmuschelanlegeplastik = OMAP (Synonyme: Otopexie, Otoplastik, Anthelixplastik, u.a.). Ely hat diese als erster im Jahre 1881 beschrieben.
Da das Ohr ab dem 6. Lebensjahr nur noch in geringem Maße weiterwächst bietet sich bei Kindern ein Anlegen der Ohren im 5. Lebensjahr an, bevor die Hänseleien in der Schule beginnen.
Das Anlegen der Ohren kann ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, evtl. mit zusätzlichem Dämmerschlaf. Eine Vollnarkose ist üblich bei der Ohrenkorrektur von Kindern, ängstlichen Jugendlichen und Erwachsenen. Vor dem Eingriff müssen die Haare und Ohren gründlich gewaschen werden. Nach der Ohrenkorrektur wird nur für 2-3 Tage ein größerer Verband angelegt.
Verwandte Begriffe: Ohrkorrektur, Ohranlegung, Ohren anlegen, Ohroperation
Die Operation: Ohrenkorrektur bei abstehenden OhrenBild: Für die Ohrenkorrektur wichtige Landmarken: grün: Helix - blau: Anthelix - rot: Ohrmuschel (Concha) - violett rechts: Tragus - gelb: Antitragus - violett links: Scapha
Vor der Ohrenkorrektur muss zunächst entschieden werden in welchem Ausmaß eine Korrektur erforderlich ist:
Eventuell sind auch folgende Maßnahmen angebracht:
Bild 1: Am Ohr ist das Hautareal aufgehellt dargestellt, welches im Rahmen der Ohrenkorrektur entfernt wird. Die weiße Linie stellt die Schnittführung nach der Operation dar.
Bild 2: Seltenere Form der Schnittführung bei der Ohrkorrektur. Aufgehellt ist der Bereich der Hautablösung. Die blaue Linie stellt den Schnitt dar.


Die Ohrenkorrektur zur Ohranlegung kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden. Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag Ohrkorrektur-Methoden.
Hier wird nun eine Möglichkeit der Ohrenkorrektur beschrieben: Es wird ein ca. 4 cm langer Schnitt an der Ohrmuschel hinter dem Ohr angelegt und der Korpel freigelegt. Danach muss der Ohrknorpel an der Stelle, an der die Falte zu Bilden ist, an der Vorderseite mit einer feinen Raspel geschwächt werden. Das kann über den oben beschriebenen Schnitt oder über einen weiteren 3-4 mm großen Schnitt an der Ohrvorderseite geschehen. Die Knorpelnähte können nun in gewünschter Stellung angelegt werden. Dies geschieht mit mehreren speziellen Rückstichnähten. Die meisten Plastischen Chirurgen verwenden durchsichtige nicht auflösliche Fäden, um die Position langfristig zu erhalten. Auflösliche Fäden haben manchmal den Nachteil einer Fadenreaktion mit Rötung und Schwellung, die oft erst Wochen nach der Ohrenkorrektur auftritt. Obwohl sich solche Fäden eigentlich erst nach mehreren Monaten auflösen, so verlieren deren Knoten bereits deutlich früher an Stabilität.
Die Ohrkorrektur muss erweitert werden, wenn es sich um ein Ohrmuschel mit großer Basis (Concha) handelt.
Hier lässt sich die im letzten Absatz beschriebene Operationsmethode durch ein oder zwei kräftige Nähte zwischen der Basis der Ohrmuschel und der Knochenhaut am Fortsatz des Schläfenbeins (Os Mastoideum, Mastoid) ergänzen. Letzteres ist der knöcherne Wulst, den man hinter dem Ohr ertasten kann. Durch die Naht kann man die Ohrmuschel in Richtung Knochen drehen (Concharotation). Bei einer zu starken Rotation ist selten eine Einengung des Gehörganges mit folgender Verschlechterung des Hörvermögens möglich. Dies sollte bei der Ohrenkorrektur vermieden werden indem bei großer Ohrmuschelbasis das folgende Verfahren zur Anwendung kommt.
Die Ohrenkorrektur mit der Entfernung eines Knorpelteils muss bei großer Ohrmuschelbasis gewählt werden. Die Ohrmuscheldrehung ist hier nicht ausreichend. Über den beschriebenen Zugang wird ein schmaler spindelförmiger Knorpelstreifen entfernt. Wenn möglich ist auf einen zusätzlichen Schnitt auf der Vorderseite zu verzichten. Die Haut der Vorderseite sollte aber vom Knorpel gelöst werden. So kann die Haut Schrumpfen und eine Hautfaltenbildung verhindert werden.
Hier wird die Ohrenkorrektur wie im vorigen Abschnitt erklärt durchgeführt. Jedoch ist das zu entfernende Knorpelstückchen deutlich größer. Daher lässt sich nicht auf eine zusätzliche Narbe auf der Vorderseite an der Basis der Ohrmuschel verzichten, da die Haut sonst deutlich sichtbare Falten hinterlässt. Es muss also auch Haut entfernt werden.
Bei großen Ohren können die oben aufgeführten Verfahren der Ohrenkorrektur im Sinne einer Ohrenverkleinerung erweitert werden, wenn der Wunsch besteht. Der Schnitt wird an der Ohrkante (innerer Rand der Helix) gesetzt und der sichelförmige Überschuss entfernt. Die Narbe ist meist kaum zu sehen.
Auch andere Methoden und Varianten sind für die Ohranlegung möglich mit denen gute Ergebnisse erzielt werden können.
Aktualisiert am 04.07.2010
Quellen zum Thema Ohrenkorrektur bei abstehenden Ohren:
Copyright© 2008-2010 Dr. Rene Schumann, Düsseldorf - NRW - Deutschland
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