
Die Ohrenkorrektur ist ein Eingriff mit geringem Aufwand, aber großer Wirkung für die Ästhetik des Gesichtes.
Der Grund für einen Behandlungswunsch sind überwiegend abstehende Ohren. Jedoch können auch sehr groß angelegte Ohren oder Ohrdeformitäten (angeboren oder durch Verletzungen erworben) eine Ohrenkorrektur erforderlich machen. Dementsprechend können folgende Bereiche unterschieden werden:
Beim Säugling ist übrigens kurz nach der Geburt eine Ohrenkorrektur ohne Operation möglich. Näheres finden Sie im Abschnitt: Ohren anlegen ohne Operation. Wenige Wochen nach der geburt ist das Anlegen abstehender Ohren nur durch eine Operation möglich. Da das Ohr ab dem 6. Lebensjahr nur noch in geringem Maße weiterwächst, bietet sich bei Kindern ein Anlegen der Ohren im 5. Lebensjahr an, bevor die Hänseleien in der Schule beginnen.
Abstehende Ohren treten familiär gehäuft auf und sind in der Medizin unter den Begriffen Apostasis otum und Otapostasis bekannt. Sie gehören zu den geringgradigen Fehlbildungen (Dysplasie Grad I) des Ohres. Das Korrigieren abstehender Ohren erfolgt mittels Ohrmuschelanlegeplastik = OMAP (Synonyme: Otopexie, Otoplastik, Anthelixplastik, u.a.). Ely hat diese als erster im Jahre 1881 beschrieben. Wegen des Fehlens moderner Narkosetechniken, waren solche Eingriffe damals ein Abenteuer für den Arzt und insbesondere für den Patient.
Das Anlegen der Ohren kann ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, evtl. mit zusätzlichem Dämmerschlaf. Eine Vollnarkose ist üblich bei der Ohrenkorrektur von Kindern, ängstlichen Jugendlichen und Erwachsenen. Vor dem Eingriff müssen die Haare und Ohren gründlich gewaschen werden. Nach der Ohrenkorrektur wird nur für 2-3 Tage ein größerer Verband angelegt.
Bild: Für die Ohrenkorrektur wichtige Landmarken sind farbig dargestellt: grün: Helix - blau: Anthelix - rot: Ohrmuschel (Concha) - violett rechts: Tragus - gelb: Antitragus - violett links: Scapha
Vor der Otoplastik muss zunächst entschieden werden in welchem Ausmaß diese erforderlich ist:
Eventuell sind auch folgende Maßnahmen angebracht:
Bild 1: Am Ohr ist das Hautareal aufgehellt dargestellt, welches im Rahmen der Ohrenkorrektur entfernt wird. Die weiße Linie stellt die Schnittführung nach der Operation dar. Die Länge dieses Schnittes ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Ohrfehlbildung sehr variabel.
Bild 2: Schnittführung der seltener angewendeten Form der Ohrkorrektur von vorn. Aufgehellt dargestellt ist der Bereich der Hautablösung. Die blaue Linie stellt den Schnitt dar.


Die Ohrenkorrektur zur Ohranlegung kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden. Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag Ohrkorrektur-Methoden.
Hier wird nun eine Option vorgestellt: Es wird ein ca. 4 cm langer Schnitt an der Ohrmuschel hinter dem Ohr angelegt und der Knorpel freigelegt. Danach muss der Ohrknorpel an der Stelle, an der die Falte zu Bilden ist, an der Vorderseite mit einer feinen Raspel geschwächt werden. Das kann über den oben beschriebenen Schnitt oder über einen weiteren 3-4 mm großen Schnitt an der Ohrvorderseite geschehen. Die Knorpelnähte können nun in gewünschter Stellung angelegt werden. Dies erfolgt mit mehreren speziellen Rückstichnähten. Die meisten Plastischen Chirurgen verwenden durchsichtige nicht selbstauflösende Fäden, um die Position langfristig zu erhalten. Vor allem sollen Fadenreaktionen mit Rötung, Schwellung und Schmerzen am Ohrknorpel verhindert werden, die infolge des Abbaus des Fadens durch den Körper entstehen können. Diese Beschwerden können dann mehrere Wochen nach der Ohrenkorrektur auftreten. Obwohl sich selbstauflösendes Nahtmaterial erst nach mehreren Monaten auflöst, so verlieren deren Knoten bereits deutlich früher an Stabilität.
Die Ohrkorrektur muss erweitert werden, wenn es sich um eine Ohrmuschel mit großer Basis (Concha) handelt. Je nach Größe der Ohrmuschel gibt es u.a. folgende Möglichkeiten:
Hier lässt sich die im letzten Absatz beschriebene Operationsmethode durch ein oder zwei kräftige Nähte zwischen der Basis der Ohrmuschel und der Knochenhaut am Fortsatz des Schläfenbeins (Os Mastoideum, Mastoid) ergänzen. Letzteres ist der knöcherne Wulst, den man hinter dem Ohr ertasten kann. Er wird deutsch Warzenfortsatz genannt. Durch die Naht kann man die Ohrmuschel in Richtung Knochen drehen (Concharotation). Bei einer zu starken Rotation ist selten eine Einengung des Gehörganges mit folgender Verschlechterung des Hörvermögens möglich. Dies kann bei der Ohrkorrektur vermieden werden, wenn bei einer großen Ohrmuschelbasis das folgende Verfahren zur Anwendung kommt.
Die Ohrenkorrektur mit der Entfernung eines Knorpelteils muss bei großer Ohrmuschelbasis gewählt werden. Die Ohrmuscheldrehung ist hier nicht ausreichend. Über den beschriebenen Zugang wird ein schmaler spindelförmiger Knorpelstreifen entfernt. Wenn möglich ist auf einen zusätzlichen Schnitt auf der Vorderseite zu verzichten. Die Haut der Vorderseite sollte aber vom Knorpel gelöst werden. So kann die Haut Schrumpfen und eine Hautfaltenbildung verhindert werden.
Hier wird die Ohrenkorrektur wie im vorigen Abschnitt erklärt durchgeführt. Jedoch ist das zu entfernende Knorpelstückchen deutlich größer. Daher lässt sich nicht auf eine zusätzliche Narbe auf der Vorderseite an der Basis der Ohrmuschel verzichten, da die Haut sonst deutlich sichtbare Falten hinterlässt. Es muss also auch Haut entfernt werden.
Bei großen Ohren (medizinisch Makrotie) können die oben aufgeführten Verfahren der Ohrenkorrektur im Sinne einer Ohrenverkleinerung erweitert werden, wenn der Wunsch besteht. Der Schnitt wird an der Ohrkante (innerer Rand der Helix) gesetzt und der sichelförmige Überschuss entfernt. Die Narbe ist meist kaum zu sehen.
Auch andere Methoden und Varianten sind für die Ohranlegung möglich mit denen gute Ergebnisse erzielt werden können.
Aktualisiert am 20.11.2012
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