benutzerdefiniert

Die Handmuskeln | Wie ist die kurze Handmuskulatur aufgebaut?

Handmuskulatur: Handmuskeln des Menschen

 

Bild:

  • 1, Musculus abduktor pollicis brevis
  • 2, M. opponens pollicis brevis
  • 3, M. flexor pollicis brevis
  • 4, M. adduktor pollicis – Zuzieher des Daumens
  • 5, M. abductor digiti minimi
  • 6, Musculus flexor digiti minimi
  • 7, M. opponens digiti minimi
  • 9, Musculi lumbricales
  • 11, M. interossei dorsales – streckseitige Zwischenknochenmuskeln

Allgemeines

Eine ganze Reihe von kurzen Handmuskeln entspringt u.a. dem queren Handgelenksband. Dennoch ist bei der Spaltung desselben im Rahmen der Operation beim Karpaltunnelsyndrom keine Funktionsabschwächung der entsprechenden Handmuskulatur vorhanden.

Handmuskeln am Daumenballen - Daumenmuskulatur

 

Die Nervenversorgung der ersten 3 Handmuskeln des Daumenballens (Thenar) erfolgt durch den Nervus (N.) medianus. Die fortgeschrittene Schädigung des N. medianus, wie z.B. beim Karpaltunnel-Syndrom, hat daher eine Verschmächtigung (Atrophie) dieser Handmuskeln zur Folge.

1, Musculus abduktor pollicis brevis – kurzer Abzieher des Daumens

 

  • Funktion: führt den Daumen nach speichenwärts (Abduktion); Grundgelenksbeugung und Endgelenksstreckung über die streckseitige Aponeurose des Daumens
  • Ursprung: Retinaculum flexorum (= Karpalband, queres Handgelenksband)
  • Ansatz: radiales Sesambein und Daumengrundgelenkskapsel; speichenseitige Basis des Daumengrundgliedes; Dorsalaponeurose
  • Innervation: N. medianus

Handmuskeln auf der Beugeseite

 

Bild: Handmuskeln der Beugeseite

  • 1, Musculus abduktor pollicis brevis
  • 2, M. opponens pollicis brevis
  • 3, M. flexor pollicis brevis
  • 4, M. adduktor pollicis – Zuzieher des Daumens
  • 5, M. abductor digiti minimi
  • 6, Musculus flexor digiti minimi
  • 8, M. palmaris brevis
  • 9, Musculi lumbricales
  • 11, M. interossei dorsales

 

  • a, Sehne des M. abductor pollicis longus
  • b, Sehne des M. palmaris longus
  • c, Sehne des M. flexor carpi ulnaris
  • d, Sehne des M. flexor carpi radialis
  • d, Queres Handgelenksband (Ligamentum carpi transversum)
  • g, Sehne des Lange Daumenbeugesehne (M. flexor pollicis longus)

2, M. opponens pollicis brevis – kurzer Gegensteller des Daumens

 

  • Funktion: führt den Daumen zur Kleinfingerspitze = Opponieren
  • Ursprung: Retinaculum flexorum (= Karpalband, queres Handgelenksband); Tuberculum des großen Vieleckbeins (Os Trapezium)
  • Ansatz: speichenseitige Basis des 1. Mittelhandknochens
  • Innervation: N. medianus

3, M. flexor pollicis brevis – kurzer Beuger des Daumens

 

  • Funktion: Opposition (Bewegung des Daumens in Richtung Kleinfingerbeere) im 1. Karpometakarpalgelenk; assistiert bei der Streckung im Endgelenk
  • Ursprung:
    • Caput superficiale – oberflächlicher Kopf: Retinaculum flexorum
    • Caput profundum – tiefer Kopf: Basis des 1. Mittelhandknochens; Vieleckbeine; Kopfbein
  • Ansatz: speichenseitiges Sesambein, Dorsalaponeurose, Daumengrundgelenkskapsel, Grundgliedbasis
  • Innervation: N. medianus, tiefer Ast des Ellennervs

4, M. adduktor pollicis – Zuzieher des Daumens

 

  • Funktion: Adduktion (führt den Daumen an den Zeigefinger heran); Opposition (Bewegung des Daumens in Richtung Kleinfingerbeere); Hilfsmuskel bei der Beugung und Streckung
  • Ursprung:
    • 4a, Caput obliquum – schräger Kopf: Basis des 2. Mittelhandknochens; Kopfbein
    • 4b, Caput transversum – transversaler Kopf: 3. Mittelhandknochen
  • Ansatz: ellenseitiges Sesambein, Grundgliedbasis, Dorsalaponeurose
  • Innervation: tiefer Ellennerv-Ast (Daher ist beim Sulcus ulnaris Syndrom und Loge de Guyon Syndrom in fortgeschrittenen Stadien meist eine Verschmächtigung dieses Muskels mit Muldenbildung sichtbar.)

Handmuskulatur: Die Daumenballenmuskulatur

 

Bild: Tiefe Schicht der Daumenballenmuskulatur (Beugeseite).

  • 2, M. opponens pollicis brevis
  • 4, M. adduktor pollicis – Zuzieher des Daumens
  • 7, M. opponens digiti minimi

 

  • a, Sehne des M. abductor pollicis longus
  • b, Sehne des M. palmaris longus
  • c, Sehne des M. flexor carpi ulnaris
  • d, Queres Handgelenksband (Ligamentum carpi transversum)
  • e, 2. Mittelhandknochen
  • f, Basis des Daumengrundgliedes

Handmuskeln des Kleinefingerballens

 

Die Handmuskeln des Kleinfingerballens (Hypothenar) werden vom Ellennerv versorgt. Daher ist bei einer fortgeschrittenen Schädigung des Ellennervs, wie z.B. beim Sulcus ulnaris Syndrom oder Loge de Guyon Syndrom eine Verschmächtigung dieser Handmuskeln festzustellen.

 

5, M. abductor digiti minimi – Kleinfinger-Abzieher

 

  • Funktion: Abduktion (bewegt den kleinen Finger nach ellenwärts); Grundgelenksbeugung; ist an der Streckung von End- und Mittelglied beteiligt
  • Ursprung: Erbsenbein, Retinaculum flexorum
  • Ansatz: ellenseitige Grundglied-Basis; Dorsalaponeurose
  • Innervation: tiefer Ellennerv-Ast

6, Musculus flexor digiti minimi - kurzer Kleinfingerbeuger

  • Funktion: Beugung im Grundgelenk und Streckung im End- und Mittelgelenk
  • Ursprung: Hämmerchen des Hammerbeins (Hamulus ossis hamati), Retinaculum flexorum
  • Ansatz: beugeseitige Fläche der Grundglied-Basis; Dorsalaponeurose
  • Innervation: tiefer Ellennerv-Ast

7, M. opponens digiti minimi – Gegensteller des kleinen Fingers

 

  • Funktion: bewegt den 5. Mittelhandknochen in Richtung Daumen (opponieren)
  • Ursprung: Hämmerchen des Hammerbeins (Hamulus ossis hamati), Retinaculum flexorum
  • Ansatz: ellenseitiger Rand des 5. Mittelhandknochens
  • Innervation: tiefer Ellennerv-Ast

8, M. palmaris brevis

  • Funktion: keine typische Muskelfunktion; schützt das ellenseitige Gefäßnervenbündel
  • Ursprung: Palmaraponeurose
  • Ansatz: Haut des Kleinfingerballens
  • Innervation: oberflächlicher Ast des Ellennervs

Handtellermuskulatur

 

Die Handmuskeln des Handtellers werden auch Muskeln der mittleren Kammer genannt. Die Besonderheit der Mm. lumbricalis ist deren Ursprung. Dieser ist kein Knochen, sondern die tiefe Beugesehne der Langfinger.

9, Musculi lumbricales

 

  • Funktion: Beugung im Grundgelenk und Streckung in End- und Mittelglied
  • Ursprung: Sie entspringen den Sehnen des gemeinsamen tiefen Fingerbeugers (M. flexor digitorum profundus)
  • Ansatz: Dorsalaponeurosen der Langfinger
  • Innervation: Innervation: N. medianus; Ellennerv

Bilder: Kleine Handmuskeln zwischen den Mittelhandknochen. 1. Bild Streckseite 2. Bild Beugeseite

  • 10a, M. interosseus palmaris I
  • 10b, Sehne des -"-
  • 11a, radialer Bauch des M. interosseus dorsalis I
  • 11b, ulnarer Bauch
  • 11c, Sehne des M. interosseus dorsalis I
  • h, 1. Mittelhandknochen (Os metacarpale I)
  • i, Strecksehne des Mittelfingers

10, Musculi interossei palmares – beugeseitige Zwischenknochenmuskeln

 

  • Funktion: Beugung des Zeige-, Ring- und Kleinfingers (Finger 2,4,5) im Grundgelenk; Streckung in den Mittel- und Endgelenken; schließen die gespreizten Finger
  • Ursprung: Mittelhandknochen II, IV, V
  • Ansatz: Dorsalaponeurosen der Finger 2,4,5
  • Innervation: tiefer Ellennerv-Ast

11, M. interossei dorsales – streckseitige Zwischenknochenmuskeln

  • Funktion: Beugung in den Finger-Grundgelenken 2-4; Streckung in den Mittel- und Endgelenken
  • Ursprung: Mittelhandknochen 2-5
  • Ansatz: Dorsalaponeurosen der Finger 2,3,4
  • Innervation: tiefer Ellennerv-Ast



 

Aktualisiert am 07.06.2011

Literatur Anatomie: Handmuskeln - Handmuskulatur

  • Atlas der Anatomie des Menschen – Sobotta – Urban und Fischer – 2 Bände – München, Jena 2000
  • Operationsatlas Handchirurgie – Pechlaner – Thieme – Stuttgart 1998
  • Anatomie des Menschen - Lehrbuch und Atlas - Rauber / Kopsch - Thieme - 4 Bände - 1987
  • Anatomy of the Human Body - Henry Gray - Lea & Febiger

 

 

 

In unserem Lexikon der Muskulatur finden Sie weit über 200 Muskeln des Menschen aufgelistet von A-Z.


In Bearbeitung:

Das Lexikon der Plastischen und Handchirurgie wird Ihnen kurze Erklärungen und kleinere Beiträge liefern zu Themen, die auf dieser Homepage vorgestellt werden.

Die Darstellung der Anatomie der Hand soll Ihnen das Verständis anhand von Wort und Bild erleichtern.

Copyright© 2008-2011

Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW

alle Rechte beim Autor