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Die Muskulatur des Menschen
Autor Dr. Rene Schumann

Übersicht: Muskeln des Menschen
Einzelne Skelett-Muskeln lassen sich am Körper gut abgrenzen. In der Funktion ist dieses jedoch nicht der Fall. Selbst bei einfachen Bewegungen sind ganze Muskelgruppen beteiligt und das Zusammenwirken sehr komplex.
Skelett-Muskeln haben meist 2 Anheftungspunkte. Der am weniger beweglichen Teil wird Ursprung (= Origo) genannt, der beweglichere Ansatz (Insertio). Im Allgemeinen beschreibt man weiterhin den Muskelbauch und die Verbindung zum Anheftungspunkt: die Sehne.
Bilder: Die Fiederung der Muskeln beschreibt deren Faseranordnung:
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Des Weiteren kann man die 'Köpfigkeit' der Muskeln unterscheiden. Der Bizepsmuskel an Arm und Bein hat je 2, der Trizepsmuskel 3, der Musculus Quadrizeps am Oberschenkel hat 4 Köpfe - daher die Namensgebung. Auch spricht man in Abhängigkeit der Zahl der Muskelbäuche von der 'Bäuchigkeit'. Die geraden Bauchmuskeln haben z.B. 4 Bäuche. Die Bäuche werden bei diesen Muskeln von sog. Zwischensehnen getrennt.
Hier noch einige Beispiel-Bilder:
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Bei der Skelettmuskulatur bezeichnet man die Muskelzelle als Muskelfaser. Die Muskelzellen sind regelmäßig angeordnet. Die Muskelkontraktion ist willkürlich steuerbar.
Die Herzmuskulatur ist zwar auch quergestreift, unterscheidet sich aber von der Skelettmuskulatur u.a. in folgenden Punkten.
Der Herzmuskel ist ein Verband von unregelmäßig angeordneten Muskelzellen. Einzelne Muskelfasern lassen sich nicht differenzieren da die Zellen verzweigt sind. Die Kontraktion ist unwillkürlich und rhythmisch.
Glatte Muskelzellen, denen die Querstreifung fehlt, gehören zu der Muskulatur der Organe (Magen, Darm, Gebärmutter, Prostata, M. errector pili der Haut,…). Die Zellen sind spindelförmig, kontrahieren sich unwillkürlich und langsam. Sie sind deutlich schmaler als die Zellen der quergestreiften Muskulatur

Bild: Bis zur Myofibrille aufgespaltene Muskulatur.
Die Muskelfasern sind die Elemente, die das Zusammenziehen der Muskeln gewährleisten. Ein Muskelfaserbündel besteht aus bis zu 50 dieser Muskelfasern.
Bilder: Hier sehen Sie mikroskopisch 3 Muskelfasern im Querschnitt und 2 im Längsschnitt. Die dunkelroten randständigen Pünktchen sind die Zellkerne der Muskelzellen. Das 3. Bild zeigt die Querstreifung der Muskulatur vergrößert.

Die Myofibrillen sind längs in der Muskelzelle angeordnete Strukturen / Fibrillen, die mit dem Lichtmikroskop der Muskeln sichtbar sind. Die Myofilbrillen sehen Sie oben in Form von vielen kleinen Punkten im Querschnitt der Muskelzellen.
Die Kontraktion der Muskeln läuft auf molekularer Ebene in den Myofilamenten ab. Diese sind nur mit dem Elektronenmikroskop sichtbar und bestehen aus den Molekülen Aktin, Myosin und Tropomyosin. Durch die regelmäßige Anordnung dieser kontraktilen Moleküle entsteht die typische Querstreifung der Skelett-Muskeln. Die kleinste kontraktile Einheit in den Myofilamenten heißt Sarkomer.
Bild: Das vereinfacht dargestellte Sarkomer in entspanntem Zustand und in Kontraktion. Blau entspricht den Aktin-, grün den Myosin-Molekülen.

Zu den sog. Hilfseinrichtungen gehören die Faszien, Sehnenscheiden, Schleimbeutel und Sesambeine, die alle wichtige mechanische Aufgaben erfüllen.


Einer der wichtigsten Aspekte der Mechanik der Muskeln ist die Richtung des Muskelzuges und der Hebelarm.
Synergisten - AntagonistenSynergisten und Antagonisten sind sog. funktionelle Gruppen:
Bild links: Die Beugung am Ellenbogen wird vorwiegend von der Bizeps-Muskulatur und dem darunterliegenden M. Brachialis (auf dem Bild nicht sichtbar) durchgeführt. Die beiden genannten Muskeln sind Synergisten.
Bild rechts: Der Antagonist M. Trizeps ist hier zwar nicht sichtbar, aber er ist überwiegend zuständig für die Streckung im Ellenbogengelenk. Der sichtbare Bizeps ist hier gedehnt.
Der Tonus der Muskulatur beschreibt deren Spannungszustand. Auch in Ruhe haben Skelett-Muskeln einen Grundtonus (Reflextonus), der insbesondere bei Haltemuskeln (Rücken- und Halsmuskulatur) von großer Bedeutung ist. Den ohne eine Grundspannung wäre der gerade Stand nicht möglich. Der Grundtonus ist unwillkürlich (durch Reflexe gesteuert) und verursacht keine Verkürzung der Muskeln - es sind auch keine Zuckungen vorhanden.
Bei den glatten Muskeln der Gefäße dient die Spannung nicht nur der Regulation der Blutzufuhr, sondern auch der Körpertemperatur. Bei Kälte erhöht sich der Tonus, die Gefäße werden an den Körperenden (Akren), also Füßen, Händen, Nasen eng. Somit wird die Wärmeabgabe geringgehalten. Bei Wärme entspannen sich die Muskeln der Gefäße, d.h. sie erweitern sich und es wird Körperwärme abgegeben.
Der Ab- und Aufbau der Muskeln ist ein ständiger dynamischer Prozess. Werden Muskeln nicht benutzt, so kommt es zur Atrophie (Muskelschwund). Man spricht auch von der Inaktivitätsatrophie. Das Volumen und somit die Kraftentfaltung reduziert sich. Schon bei einer mehrwöchigen Gipsruhigstellung kann man eine Inaktivitätsatrophie der betreffenden Muskeln beobachten. Extreme Atrophien treten bei kompletten Lähmungen auf, da hier keine Impulsweiterleitung mehr von den motorischen Nervenzellen an die Muskulatur erfolgt.
Bei starker Aktivität ist ein Zuwachs also eine Hypertrophie zu verzeichnen. Die Muskeln gewinnen an Volumen. Ihre Kraftentfaltung wird erhöht. Man spricht von der Aktivitätshypertrophie. Die Extremform des Muskelaufbaus kann man bei Bodybuildern beobachten, deren letztliches Ziel eine abgestimmte Muskelhypertrophie ist. Diese wird insbesondere durch ein Training mit der maximalen Muskelkraft erreicht.
Die Einteilung der Muskulatur nach Regionen erleichtert dem Laien die Suche. Die korrekte anatomische Nomenklatur wird in den Kapiteln jedoch eingehalten.
Aktualisiert am 15.05.2010
Quellen zum Thema Muskulatur - Muskeln des Menschen:
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