
Autor Dr. Rene Schumann
In unserem Lexikon der Muskulatur finden Sie über 200 Muskeln des Menschen in alphabetischer Sortierung. Sie werden auf unseren Seiten neben den lateinischen Bezeichungen auch die deutschen Namen der Muskeln kennenlernen.
Wenn Sie einen Einstieg in die Anatomie-Systematik der Muskeln lieber über
die Oberfläche erleben möchten, dann
lesen Sie den bebilderten Beitrag zur Anatomie der Oberflächenstrukturen des Menschen.
Einzelne Skelett-Muskeln lassen sich am Körper gut abgrenzen. In der Funktion ist dieses jedoch nicht der Fall. Selbst bei einfachen Bewegungen sind ganze Muskelgruppen beteiligt und das Zusammenwirken sehr komplex.
Skelett-Muskeln haben meist 2 Anheftungspunkte. Der am weniger beweglichen Teil wird Ursprung (= Origo) genannt, der beweglichere Ansatz (Insertio). Im Allgemeinen beschreibt man weiterhin den Muskelbauch und die Verbindung zum Anheftungspunkt: die Sehne.
Bilder: Die Fiederung der Muskeln beschreibt deren Faseranordnung:
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Auch kann man die 'Köpfigkeit' der Muskeln unterscheiden. Der Bizepsmuskel an Arm und Bein hat je 2, der Trizepsmuskel 3, der Musculus Quadrizeps am Oberschenkel hat 4 Köpfe - daher die Namensgebung. Auch spricht man in Abhängigkeit der Zahl der Muskelbäuche von der 'Bäuchigkeit'. Die geraden Bauchmuskeln haben z.B. 4 Bäuche. Die Bäuche werden bei diesen Muskeln von sog. Zwischensehnen getrennt.
Hier noch einige Beispiel-Bilder:
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Die Ursache der Querstreifung einiger Muskeln finden Sie weiter unten erklärt. Folgende 3 Gruppen können nach der Wuerstreifung unterteilt werden.

Bild: Bis zur Myofibrille aufgespaltene Muskulatur.
Die Muskelfasern sind die Elemente, die das Zusammenziehen der Muskeln gewährleisten. Ein Muskelfaserbündel besteht aus bis zu 50 dieser Muskelfasern.
Bilder: Hier sehen Sie mikroskopisch 3 Muskelfasern im Querschnitt und 2 im Längsschnitt. Die dunkelroten randständigen Pünktchen sind die Zellkerne der Muskelzellen. Das 3. Bild zeigt die Querstreifung der Muskulatur vergrößert.

Die Myofibrillen sind längs in der Muskelzelle angeordnete Strukturen / Fibrillen, die mit dem Lichtmikroskop der Muskeln sichtbar sind. Die Myofilbrillen sehen Sie oben in Form von vielen kleinen Punkten im Querschnitt der Muskelzellen.
Die Kontraktion der Muskeln läuft auf molekularer Ebene in den Myofilamenten ab. Diese sind nur mit dem Elektronenmikroskop sichtbar und bestehen aus den Molekülen Aktin, Myosin und Tropomyosin. Durch die regelmäßige Anordnung dieser kontraktilen Moleküle entsteht die typische Querstreifung der Skelett-Muskeln. Die kleinste kontraktile Einheit in den Myofilamenten heißt Sarkomer.
Bild: Das vereinfacht dargestellte Sarkomer in entspanntem Zustand und in Kontraktion. Blau entspricht den Aktin-, grün den Myosin-Molekülen.

Zu den sog. Hilfseinrichtungen gehören die Faszien, Sehnenscheiden, Schleimbeutel und Sesambeine, die alle wichtige mechanische Aufgaben erfüllen.


Einer der wichtigsten Aspekte der Mechanik der Muskeln ist die Richtung des Muskelzuges und der Hebelarm.
Synergisten und Antagonisten sind sog. funktionelle Gruppen:
Bild links: Die Beugung am Ellenbogen wird vorwiegend von der Bizeps-Muskulatur und dem darunterliegenden M. Brachialis (auf dem Bild nicht sichtbar) durchgeführt. Die beiden genannten Muskeln sind Synergisten.
Bild rechts: Der Antagonist M. Trizeps ist hier zwar nicht sichtbar, aber er ist überwiegend zuständig für die Streckung im Ellenbogengelenk. Der sichtbare Bizeps ist hier gedehnt.
Der Tonus der Muskulatur beschreibt deren Spannungszustand. Auch in Ruhe haben Skelett-Muskeln einen Grundtonus (Reflextonus), der insbesondere bei Haltemuskeln (Rücken- und Halsmuskulatur) von großer Bedeutung ist. Den ohne eine Grundspannung wäre der gerade Stand nicht möglich. Der Grundtonus ist unwillkürlich (durch Reflexe gesteuert) und verursacht keine Verkürzung der Muskeln - es sind auch keine Zuckungen vorhanden.
Bei den glatten Muskeln der Gefäße dient die Spannung nicht nur der Regulation der Blutzufuhr, sondern auch der Körpertemperatur. Bei Kälte erhöht sich der Tonus, die Gefäße werden an den Körperenden (Akren), also Füßen, Händen, Nasen eng. Somit wird die Wärmeabgabe geringgehalten. Bei Wärme entspannen sich die Muskeln der Gefäße, d.h. sie erweitern sich und es wird Körperwärme abgegeben.
Der Ab- und Aufbau der Muskeln ist ein ständiger dynamischer Prozess. Werden Muskeln nicht benutzt, so kommt es zur Atrophie (Muskelschwund). Man spricht auch von der Inaktivitätsatrophie. Das Volumen und somit die Kraftentfaltung reduziert sich. Schon bei einer mehrwöchigen Gipsruhigstellung kann man eine Inaktivitätsatrophie der betreffenden Muskeln beobachten. Extreme Atrophien treten bei kompletten Lähmungen auf, da hier keine Impulsweiterleitung mehr von den motorischen Nervenzellen an die Muskulatur erfolgt.
Bei starker Aktivität ist ein Zuwachs also eine Hypertrophie zu verzeichnen. Die Muskeln gewinnen an Volumen. Ihre Kraftentfaltung wird erhöht. Man spricht von der Aktivitätshypertrophie. Die Extremform des Muskelaufbaus kann man bei Bodybuildern beobachten, deren letztliches Ziel eine abgestimmte Muskelhypertrophie ist. Diese wird insbesondere durch ein Training mit der maximalen Muskelkraft erreicht.
Die Einteilung der Muskulatur nach Regionen erleichtert dem Laien die Suche. Die korrekte anatomische Nomenklatur wird in den Kapiteln jedoch eingehalten.
Aktualisiert am 11.08.2012
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Das Lexikon der Plastischen und Handchirurgie wird Ihnen kurze Erklärungen und kleinere Beiträge liefern zu Themen, die auf dieser Homepage vorgestellt werden.
Die Darstellung der Anatomie der Hand soll Ihnen das Verständis anhand von Wort und Bild erleichtern.
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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