Autor Dr. Rene Schumann
Bilder: links 1= M. arrector pili = Haarbalgmuskel; rechts Muskel in Kontraktion mit Gänsehaut und Aufrichtung der Haare.

Gänsehaut entsteht durch einen kleinen Muskel namens Musculus arrector pili (1) (Haaraufrichtender Muskel: arrector = Aufrichter; pilus = Haar)- auf deutsch Haarbalgmuskel. Dieser Gänsehaut-Muskel ist einer der kleinsten Muskeln des menschlichen Körpers. Ein Ende (Ursprung = Origo) ist mit der Haut verbunden, das andere (Ansatz = Insertio) mit der Haarwurzel. Zieht sich der Muskel zusammen, so wird das Haar aufgerichtet und die Haut um das Haar wölbt sich nach außen, was dann aussieht wie Gänsehaut. Diesen Vorgang nennt der Mediziner Piloerrektion. Da zwischen dem Haarbalg und dem M. arrector pili die Talgdrüsen lokalisiert sind, fördert die Aktivität dieses Muskels zusätzlich die Talgdrüsenentleerung.
Den M. arrector pili gibt es nicht an den Wimpern und mangels Haarwuchs auch nicht an Handteller und Fußsohle.
Die Gänsehaut ist ein Überbleibsel aus früheren evolutiven Phasen, als unsere Vorfahren noch ein Ganzkörperfell trugen. Bei Kälte wurden diese kleinen Haarbalgmuskeln aktiv und richteten die Haare auf, was zu einer verbesserten Wärmeisolation führte.
Auch wenn es um Aggressionen ging, stellten sich die Haare auf um die Körpersiluette zu vergrößern und dem Gegner oder Rivalen zu imponieren. Dieses kann man bei Katzen besonders gut beobachten - da der 'Katzenpuckel' durch das aufgerichtete Fell betont wird.
Aktualisiert am 03.06.2011
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Das Lexikon der Plastischen und Handchirurgie wird Ihnen kurze Erklärungen und kleinere Beiträge liefern zu Themen, die auf dieser Homepage vorgestellt werden.
Die Darstellung der Anatomie der Hand soll Ihnen das Verständis anhand von Wort und Bild erleichtern.
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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