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Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelüberblick Lipomatose (bitte klicken Sie, um auf ein Kapitel zu springen)
Bild: Lipomatose am Rücken.
Definition: Die Lipomatose ist eine Erkrankung, die mit einer Fettverteilungsstörung einhergeht, bei der multiple (viele) Lipome oder eine lipomartige Fettgewebsanhäufung in bestimmten Regionen zu finden sind.
Die Lipomatose ist eine sehr seltene Erkrankung. Folgende Arten können beschrieben werden:
Die Madelung Lipomatose ist eine sehr seltene und überwiegend bei Männern (androtrop) auftretende symmetrische Fettverteilungsstörung meist der oberen Körperhälfte und wird daher auch multiple symmetrische Lipomatose (MSL) genannt.
Bei der Madelung Lipomatose ist bislang keine Ursache bekannt. Es lässt sich eine gewisse Häufung bei Alkoholikern finden. Jedoch heißt das nicht, dass Menschen mit Lipomatose, Alkoholiker sind! Die Erkrankung tritt gehäuft in Verbindung mit Leberfunktionsstörungen, Fettstoffwechselstörungen und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auf.
LokalisationBild: Lipomatose mit mäßigem Stiernacken / Büffelnacken.
Die symmetrische Lipomatose Madelung zeigt sich durch teils extreme Fettansammlungen in folgenden Regionen:
Echte Symptome treten im Rahmen der Lipomatose nur sehr selten auf. Dazu gehören dann Atemstörung, Schluckbeschwerden und Heiserkeit. Im Allgemeinen gehen die Patienten wegen der enormen psychischen Belastung, durch die Deformierung, zum Arzt. Manche Betroffene versuchen durch starke Gewichtsabnahme das Fettgewebe zu reduzieren. Der Körperbau kann athletisch (pseudoathletisch) wirken, durch einen schlanken Bauch-Becken-Bereich mit Fettansammlungen an der Schulterregion und den oberen Rücken. Dies ist insbesondere für die an Lipomatose erkrankten Frauen sehr belastend.
Die Dercum Krankheit = Lipomatosis dolorosa (=schmerzhafte Lipomatose) = Adiposis dolorosa, deren Ursache unbekannt ist, wurde benannt nach dem Neurologen Francis Dercum (1856-1931).
Es handelt sich um eine Sonderform der Lipomatose, die insbesondere bei Frauen im Klimakterium auftritt. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch schmerzhafte Lipome an Rumpf, Beinen und Armen. Der Zuwachs an Fettgewebe kann bei dieser Lipomatose aber alle Körperareale betreffen und groteske Ausmaße annehmen. Die Erkrankung beginnt vorzugsweise im 3. Lebensjahrzehnt und geht meist mit einer Fettleibigkeit (Adipositas) einher. Eine Häufung des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist zu beobachten.
In Abhängigkeit vom Befund und der Art der Lipomatose kann, wenn konservative Maßnahmen erschöpft sind, in vielen Fällen eine Operation das äußere Erscheinungsbild korrigieren.
Die Fettabsaugung bei der Lipomatose ist eine dankbare Operation, wenn sie denn funktioniert. Das Problem liegt in der oft sehr festen Beschaffenheit des Fettgewebes, welches mit reichlich Bindegewebe durchsetzt ist. Hier hat man nur eine Chance mit einer Ultraschall- oder PAL (Vibrationsassistiert) -Fettabsaugung. Weiterhin ist das Fettgewebe oft stärker durchblutet (durch die Durchsetzung mit Bindegewebe), wodurch das Nachblutungsrisiko erhöht ist.
Handelt es sich um eine Lipomatose mit derbem Bindegewebe, so ist die Behandlung mittels Fettabsaugung frustran. Dann bleibt nur noch das Schneiden als letzte Lösung. Möchte man große Flächen korrigieren, so entstehen auch entsprechend große Wundflächen. Es ist wegen einer erhöhten Nachblutungsgefahr neben einer peniblen Blutstillung auch eine adäquate postoperative Kompression wichtig. Auch sind generell Drainagen zu empfehlen, um der sich noch sammelnden Flüssigkeit Blut und Wundwasser) den Weg nach außen zu erleichtern.
Der Madelung Fetthals lässt sich im Sinne einer Halsstraffung mit Z-Plastik korrigieren, wobei oft erhebliche Mengen an Fettgewebe entfernt werden.
Nach der Operation sollte in Abhängigkeit vom Ausmaß der Lipomatose und der Operation eine strenge Kompression mittels Miederware oder entsprechender Verbände erfolgen. Die Drainagen sollten eher etwas länger belassen werden, als bei einer herkömmlichen Operation üblich. Wichtig ist auch eine gewisse Immobilisation nach der Lipomatose-Op, damit nicht durch das Auftreten von Scherkräften die Wundwasserproduktion gefördert oder eine Blutung provoziert wird.
Aktualisiert am 30.09.2009
Quellen zum Thema Lipomatose:
Pubmed:
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