
Bild: Großes Lipom im Bereich der Nacken-Schulter-Region.
Tritt das Lipom in hoher Anzahl und im Sinne einer Fettgewebsvermehrung an bestimmten Körperbereichen auf, handelt es sich um eine Lipomatose.
Das Lipom, eine Fettgeschwulst, ist gutartig und wächst langsam. Es ist meist gut abgekapselt und ist am häufigsten im Unterhaut-Fettgewebe (Bauch, Rücken, Arme, Beine, Hals, Kopf) zu finden. Das Lipom tritt aber auch in der Muskulatur, im Brustkorb (im Mediastinum) und in der Bauchhöhle auf. Auch Organe können betroffen sein. Prinzipiell kann es überall dort entstehen, wo es Fettgewebe gibt. Sind mehrere Lipome vorhanden, so spricht man von einer Lipomatose.
Das Lipom hat viele Gesichter unter dem Mikroskop. Hier soll nicht näher darauf eingegangen werden. Jedoch sollen einige Typen kurz genannt werden: Angiolipom, pleomorphes Lipom, Myxolipom, Spindelzelllipom, Fibrolipom, Myolipome, u.a.
Bild: gelapptes Lipom ohne Kapsel
Das Lipom wächst langsam. Vom Tastbefund her kann es weich oder auch sehr hart sein. Die Größe reicht von kaum tastbarer Erbsengröße bis zu Maßen in Dimensionen eines Handballes. Fettgeschwülste sind meist gut verschieblich und von weicher Konsistenz. Sie können aber manchmal sehr derb sein. Ist die Fettgeschwulst nicht verschieblich, so müssen andere Tumore ausgeschlossen werden - insbesondere bösartige Veränderungen! Eine solche kann u.a. das seltene Liposarkom sein, welches sich ebenfalls aus Fettzellen entwickelt, die allerdings entarten. Im Gegensatz zum Lipom wächst das Liposarkom schnell, ist nicht verschieblich und tritt im fortgeschrittenen Lebensalter auf.
Das Ausmaß einer Fettgeschwult kann meist gut im Ultraschall eingegrenzt werden. In besonderen Fällen ist ein MRT (Kernspintomographie) notwendig.
Normaler Weise macht das Lipom im Unterhautfettgewebe keine Beschwerden, so dass die Entfernung aus kosmetischen Gründen erfolgt. Es wird ab einer gewissen Größe als unästhetisch empfunden. In einigen Fällen können Lipome Schmerzen verursachen, insbesondere wenn Sie auf Nerven drücken. Hier können auch Gefühlsempfindungsstörungen im Bereich der Haut auftreten.
Es existiert keine effektive konservative Lipom-Therapie, die wissenschaftlich fundiert ist.
Das Lipom muss mit einem Messer in örtlicher Betäubung, oder je nach Lokalisation und Größe auch in Vollnarkose entfernt werden. Bei größeren Lipomen entfernt man gerne auch spindelförmig den Hautüberschuss. In vielen Fällen sieht der Operateur in der Tiefe einen Gefäßstiel der sorgfältig unterbunden werden muss, um Nachblutungen zu vermeiden. Oft verbleibt nach der Operation ein Defekt im Fettgewebe an der Stelle, an welcher das Lipom gesessen hat. Das ist auch bei einem größeren Grützbeutel zu beobachten. Dieser Defekt, sollte wenn möglich korrigiert werden. Dieses kann geschehen, indem man einen Fettlappen präpariert, der in den Defekt geschoben wird. Das gelingt leider nicht immer, so dass nach der Operation eine Delle sichtbar bleiben kann.
Bilder: Das Lipom am Unterarm drückte auf einen Hautnerven (R. superficialis nervi radialis) und verursachte Schmerzen und Kribbelgefühle an Daumen und Zeigefinger (streckseitig).

Insbesondere bei einer größeren Fettgeschwulst kann man eine Entfernung unter Umständen mit der Fettabsaugung durchführen. Die Einschnitte, die für die Kanülen notwendig sind, sind klein. Die betroffenen Areale lassen sich so bearbeiten, dass meist keine Dellen zu befürchten sind. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass das Lipom nicht immer vollständig abgesaugt werden kann. Die verbleibenden Fettzellen können erneut wachsen und wiederum zu einer Fettgeschwulst führen. Auch lassen sich die Lipom-Zellen vom Pathologen deutlich schlechter beurteilen, da diese mechanisch stark malträtiert wurden und zum großen Teil zerstört sind. Die bindegewebigen, meist kleineren Lipome sind teils sehr hart und daher der Fettabsaugung nicht zugänglich.
Bei einem kleinen Lipom gibt es keine Besonderheiten bezüglich der Nachbehandlung.
Nach der Operatione einer großen Fettgeschwulst mit kräftigem Gefäßstiel kann man mit einem guten Druckverband das Nachblutungsrisiko minimieren. Hier ist auch eine gewisse Immobilisation hilfreich. Bei großen Wundhöhlen ist manchmal Kompressionsware anzuwenden. Das gilt auch nach der Fettabsaugung eines Lipoms.
Aktualisiert am 03.06.2011
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