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Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelübersicht
Bild: Lipom am Hals
Tritt das Lipom in hoher Anzahl und im Sinne einer Fettgewebsvermehrung an bestimmten Körperbereichen auf, handelt es sich um eine Lipomatose.
Das Lipom, eine Fettgeschwulst, ist gutartig und wächst langsam. Es ist meist gut abgekapselt und ist am häufigsten im Unterhaut-Fettgewebe (Bauch, Rücken, Arme, Beine, Hals, Kopf) zu finden. Das Lipom tritt aber auch in der Muskulatur, im Brustkorb (im Mediastinum) und in der Bauchhöhle auf. Auch Organe können betroffen sein. Prinzipiell kann das Lipom überall entstehen, wo es Fettgewebe gibt. Sind mehrere Lipome vorhanden, so spricht man von einer Lipomatose.
Das Lipom hat viele Gesichter unter dem Mikroskop. Hier soll nicht näher darauf eingegangen werden. Jedoch sollen einige Varianten kurz genannt werden: Angiolipom, pleomorphes Lipom, Myxolipom, Spindelzelllipom, Fibrolipom, Myolipome, u.a.
Woran erkennt man Lipome?Bild: gelapptes Lipom ohne Kapsel
Das Lipom wächst langsam. Vom Tastbefund her kann es weich oder auch sehr hart sein. Die Größe reicht von kaum tastbarer Erbsengröße bis zu Lipom-Maßen in Dimensionen eines Handballes. Lipome sind in der Regel gut verschieblich. Ist dieses nicht der Fall, so müssen andere Geschwulste ausgeschlossen werden, insbesondere ein bösartiger Tumor! Ein solcher kann u.a. das seltene Liposarkom sein, welches sich ebenfalls aus Fettzellen entwickelt, die allerdings entarten. Im Gegensatz zum Lipom wächst das Liposarkom schnell, ist nicht verschieblich und tritt im fortgeschrittenen Lebensalter auf.
Das Lipom-Ausmaß kann man recht gut mit Ultraschall feststellen. In besonderen Fällen ist ein MRT (Kernspintomographie) notwendig.
Normaler Weise macht das Lipom im Unterhautfettgewebe keine Beschwerden, so dass die Entfernung aus kosmetischen Gründen erfolgt. Es wird ab einer gewissen Größe als unästhetisch empfunden. In einigen Fällen können Lipome Schmerzen verursachen, insbesondere wenn Sie auf Nerven drücken. Hier können auch Gefühlsempfindungsstörungen im Bereich der Haut auftreten.
Es existiert keine effektive konservative Lipom-Therapie, die wissenschaftlich fundiert ist.
Das Lipom muss mit einem Messer in örtlicher Betäubung, oder je nach Lokalisation und Größe auch in Vollnarkose entfernt werden. Bei größeren Lipomen entfernt man gerne auch spindelförmig den Hautüberschuß. In vielen Fällen sieht der Operateur in der Tiefe einen Gefäßstiel der sorgfältig unterbunden werden muß, um Nachblutungen zu vermeiden. Oft verbleibt nach der Operation ein Defekt im Fettgewebe an der Stelle, an welcher das Lipom gesessen hat. Das ist auch bei einem größeren Grützbeutel zu beobachten. Dieser Defekt, sollte wenn möglich korrigiert werden. Dieses kann geschehen, indem man einen Fettlappen präpariert und diesen in den Defekt verschiebt. Man kann auch eine sogenannte Tabacksbeutelnaht anlegen um das benachbarte Fett in den Defekt zu verschieben. Das gelingt leider nicht immer, so dass nach der Operation eine Delle sichtbar bleiben kann.
Bilder: Das Lipom am Unterarm drückte auf einen Hautnerven (R. superficialis nervi radialis) und verursachte Schmerzen und Kribbelgefühle an Daumen und Zeigefinger (streckseitig).

Insbesondere bei einem größeren Lipom kann die Entfernung unter Umständen mit der Fettabsaugung erfolgen. Die Einschnitte sind sehr klein und die Flächen lassen sich so bearbeiten, dass meist keine Dellen hinterbleiben. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass das Lipom nicht immer vollständig abgesaugt werden kann. Die verbleibenden Fettzellen können erneut wachsen und wieder ein Lipom entstehen lassen. Auch lassen sich die Lipom-Zellen vom Pathologen deutlich schlechter beurteilen. Die bindegewebigen, meist kleineren Lipome sind teils sehr hart und daher der Fettabsaugung nicht zugänglich.
Bei einem kleinen Lipom gibt es keine Besonderheiten bezüglich der Nachbehandlung.
Ein größeres Lipom mit kräftigem Gefäßstil kann mit einem Druckverband versorgt werden, um das Nachblutungsrisiko zu minimieren. Hier ist auch eine gewisse Immobilisation hilfreich. Bei einer großen Wundhöhle ist manchmal Kompressionsware anzuwenden. Das gilt auch nach der Fettabsaugung eines Lipoms.
Aktualisiert am 05.04.2010
Quellen zum Thema Lipom:
Copyright© 2008-2010 Dr. Rene Schumann, Düsseldorf - NRW - Deutschland
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