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Lidkorrektur

Lidkorrektur an Ober-und Unterlid

 

Bild: Sie sehen am rechten Auge den Narbenverlauf nach der Lidkorrektur. Links sind die Hautbereiche dargestellt, die bei der Lidstraffung beseitigt werden.

Die ästhetische Lidstraffung ist eine Form der Lidkorrektur und wird fachmedizinisch Blepharoplastik und Lidplastik genannt.

Der Ablauf der Lidkorrektur an Ober- und Unterlid.

 

Eine Lidkorrektur des Oberlides kann ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Auch ein Dämmerschlaf (Sedierung) ist möglich und sicherlich für die Meisten komfortabler. Bei der Unter-Lidkorrektur oder der Kombination der Ober- und Unter-Lidstraffung ist ein zusätzlicher Dämmerschlaf dringend anzuraten. In Ausnahmefällen ist es auch sinnvoll die Lid-Operation in Vollnarkose durchzuführen. Die Operationszeit beträgt für die Oberlidstraffung je nach Befund 30-45 Minuten. Bei der Unter-Lidstraffung müssen mindestens 20-30 Minuten mehr einkalkuliert werden. Die Kombination beider Lid-Operationen dauert ca. 60-90 Minuten je nach dem vorliegenden Befund.

Präoperativ sollten, auch wenn es sich insgesamt um Operationen handelt, die den Körper nur wenig belasten, Standardblutwerte bestimmt werden, ggf. ein EKG veranlasst werden und die bestehenden Nebenerkrankungen berücksichtigt werden. Blutverdünnende Medikamente, wie ASS und Aspirin sollten, wenn nichts dagegen spricht und der verschreibende Arzt einverstanden ist, ca. 14 Tage vor einer Lidkorrektur abgesetzt werden, um Blutungen und stärkere Blutergüsse zu vermeiden. Jedoch muss daran gedacht werden, dass bei einigen Erkrankungen das Absetzen der Blutverdünnung lebensgefährlich sein kann.

Allgemeines zur Lidoperation

 

Vor einer Lidkorrektur muss der Befund sorgfältig studiert werden. Wie groß ist der Hautüberschuss. Gibt es Fettansammlungen? Wie gut ist die Hautqualität und somit Ihre Schrumpfungstendenz? Wie ist die Position der Augenbrauen? Besteht zusätzlich eine Lidptosis (Hängelid)? Liegt eine Asymmetrie vor? All diese und noch weitere Faktoren müssen vom Operateur bewertet werden, bis er zu einer Empfehlung einer bestimmten Form der Lidkorrektur kommt.Lid-Operation

Kombinationsoperationen haben einige Vorteile. Wird die Lidstraffung an Ober- und Unterlid in einer Sitzung durchgeführt, verlängert sich die Operationszeit nur geringfügig. Die Nachbehandlung ist insgesamt kürzer, als wenn die Eingriffe getrennt voneinander erfolgen würden. Somit müssen die Patienten weniger Urlaub einkalkulieren. Allerdings können nach einer kombinierten Lidstraffung die Schwellungen und die Blauverfärbung der Lidhaut deutlich stärker zum Vorschein treten.

Was passiert bei der Ober-Lidkorrektur?

 

Das Prinzip der Ober-Lidkorrektur besteht darin den Gewebeüberschuss zu korrigieren. Es wird sowohl ein Teil der Lidhaut, als auch ein Teil des erschlafften Augenringmuskels entfernt und das sich vorwölbende Fettgewebe. Die Korrektur am Augenringmuskel führt zu keiner Funktionseinschränkung des Lidschlusses, da lediglich ein schmaler Streifen in Muskelfaserrichtung entfernt wird. Weiterhin kann ggf. eine Herabgesunkene Tränendrüse wieder angehoben werden. In einigen Fällen macht es auch Sinn die Lidkorrektur mit einer Augenbrauenanhebung zu kombinieren. Für weitere Details lesen Sie weiter unter Oberlidkorrektur.

Wie wird die Unter-Lidkorrektur durchgeführt?

 

Die Lidstraffung des Unterlides gestaltet sich etwas anders als die des Oberlides. Hier wird in der Regel nur sparsam Haut und Augenringmuskulatur entfernt und dafür insbesondere bei Tränensäcken etwas mehr an Fettgewebe. Ein wichtiger Aspekt der Unter-Lidstraffung besteht in der Stabilisierung des Unterlidmuskels durch eine Naht am äußeren Augenwinkel um ein Herabsinken des Unterlides (Ektropium) nach der Operation zu verhindern. Eine besondere Variante der Lidstraffung ist die Umlagerung des 'Tränensackfettes'. Insbesondere wenn der untere knöcherne Rand der Augenhöhle durch einen Volumenverlust deutlich zum Vorschein kommt, bietet es sich an das vorhandene Fett nach unten zu verlagern und über diesem Knochenrand zu fixieren.

Für weitere Details lesen Sie den Beitrag Unterlidkorrektur.

Die Lid-Operation bei der sog. Lidptosis.

Die im Folgenden dargestellte Lid-Operation gehört nicht zu den klassischen kosmetischen Eingriffen.

Wie oben beschrieben ist die Lidptosis der Fachausdruck für ein sog. Hängelid, welches einseitig oder beidseitig vorhanden sein kann. Es kann angeboren oder erworben (z.B. Verletzungen) sein. Bei einer Lidkorrektur dieses Krankheitsbildes muss der Lidhebermuskel (M. levator palpebrae) korrigiert werden. Hier gibt es je nach Befund verschiedenste Operationstechniken zur Lidanhebung. Im einfachen Fall ist der Muskel intakt und muss gestrafft werden oder sein Ansatz verlagert werden. Funktioniert der Muskel nicht oder nur unzureichend, so wird mit Umlagerungsplastiken seine Funktion ersetzt. Diese Lid-Operation ist komplex und sollte nur von erfahrenen Operateuren durchgeführt werden. Die Nachbehandlung ist entscheidend von der angewandten Methode abhängig und wird hier nicht näher aufgeführt.

 

Was muss bei der Nachbehandlung einer Lidkorrektur beachtet werden?

 

Bild: am rechten Auge ist das Hautareal, welches bei der Lidstraffung entfernt werden muss aufgehellt dargestellt. Am linken Auge sehen Sie den Narbenverlauf.Schnittführung und Narbenverlauf bei der Lidstraffung

Nach der Lidkorrektur werden am Oberlid feinste hautfarbene Pflaster angelegt. Das Unterlid muss mit vielen Pflasterstreifen versorgt werden, um eine Stabilisierung und Reduktion der Schwellung zu erreichen. Diese Verpflasterung verbleibt bis ungefähr 1 Woche nach der Lidkorrektur, also bis zur Entfernung der Fäden.

Weitere Empfehlungen:

  • Für die ersten Tage ist das kühlen der Lider wichtig. Zu starkes Kühlen kann nach einer Lidstraffung jedoch auch zur Reizung der Bindehaut bis hin zu Erfrierungen führen. Pures Eis sollte niemals verwendet werden!
  • Das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper reduziert die Schwellung.
  • Augensalben verringern das Risiko für eine Bindehautreizung. Augensalben sollten insbesondere bei der simultanen Lidstraffung benutzt werden um das Risiko einer Bindehautentzündung zu minimieren.
  • Auch nach dem Entfernen des Nahtmaterials sollte das Auge nicht gerieben werden, da die Narben erst ab der dritten Woche nach der Lidkorrektur stabil verheilt sind. Wenn durch reiben die Wunde an einer Stelle dennoch wieder aufgehen sollte so kann mit einer zeitnahen Naht eine unschöne Narbenheilung und eine lange Schwellungszeit verhindert werden.

Welche Komplikationen können bei einer Lid-Operation auftreten?

Eine chirurgische Weisheit besagt, dass es nur 2 Sorten von Chirurgen gibt, die keine Komplikationen kennen:
Die Einen operieren nicht und die Anderen sind Lügner.

Ihr Plastischer Chirurg sollte Sie ausführlich über Komplikationen und deren Warnzeichen aufklären, um diese
rechtzeitig erkennen und suffizient behandeln zu können, damit Schlimmeres verhindert werden kann.

Im Folgenden werden die wichtigsten Komplikationen kurz beschrieben, welche bei der Lidkorrektur auftreten können:

  • Schwellung und Blutergüsse
    In den ersten Tagen und Wochen sind Schwellungen und leichte Blutergüsse (auch seitenungleich) der Haut normal. Bei der Lidkorrektur der Unterlider muss man insgesamt mit stärkeren Schwellungen rechnen als bei der Oberlidkorrektur. Dieses gilt auch für die Kombination beider Eingriffe. Die Blutergüsse der Haut können zur brillenartigen Blauverfärbung (Brillenhämatom) führen, was nichts ungewöhnliches ist. Bei der isolierten Lidstraffung der Oberlider sind oftmals keinerlei Blutergüsse zu sehen.
  • Hautempfindungsstörungen nach der Lidkorrektur:
    Eine Verschlechterung des Hautgefühls (Sensibilität) ist am Oberlid zwischen der Naht und Lidkante als normal anzusehen. Hier fühlt sich die Haut postoperativ taub an. Dieses normalisiert sich im Allgemeinen nach wenigen Wochen bis Monaten durch Wiedereinsprossen der kleinen Hautnerven. Am Unterlid ist meist keine Störung des Hautempfindens vorhanden.
  • Narbenbildungsstörungen:
    Sogenannte hypertrophe Narben (oder im schlimmeren Falle Keloide) sind extrem selten, können jedoch, wie bei allen Operationen, auch im Rahmen einer Lidstraffung entstehen. Zur Vorbeugung solcher Resultate, sollte vor der Operation durch eine entsprechende Befragung der Patienten eine vererbte Störung der Narbenbildung ausgeschlossen werden.
  • Verletzung benachbarter Strukturen:
    Bei guter Kenntnis und erfahrenem Operateur sind Verletzungen wichtiger Strukturen sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
  • Infektionen nach einer Lidstraffung:
    Wegen der guten Durchblutung im Bereich Kopf und Hals sind Infektionen außerordentlich selten. Wenn jedoch postoperativ Zeichen einer Infektion sichtbar werden, ist ein rechtzeitiges Reagieren mit antibiotikahaltigen Augensalben von großer Wichtigkeit um Schlimmeres zu Verhindern.
  • Bindehautentzündung:
    Diese ist bei den entsprechenden Einzeloperationen sehr selten. Bei kombinierter Lidkorrektur sind Bindehautentzündungen etwas häufiger. Durch die Benutzung von verschiedenen Augensalben nach der Lidstraffung kann man dieser Problematik entgegenwirken!
  • Lidschlussstörungen nach einer Lid-Operation:
    Am Oberlid wird erfahrungsgemäß eher zu wenig vom Hautüberschuss entfernt als dass es durch eine zu großzügige Gewebsreduktion zu einem mangelnden Lidschluss kommen würde. Wenn bei der Lidstraffung die Standards eingehalten werden ist eine Störung sehr unwahrscheinlich.
    Am Unterlid kann bei schlaffer Haut, laxer Muskulatur und radikaler Lidkorrektur ein sog. Ektropium entstehen. Dieses bedeutet ein über das Normalmaß hinausgehendes Herabsinken des Unterlides. Eine Nachkorrektur ist bei diesem Befund nicht zu umgehen.
  • Auf das Risiko der Narkose / Betäubung wird hier nicht eingegangen.

 

 

Aktualisiert am 14.11.2012

Literatur zum Thema Lid-Operation

 

  • Puttermann’s Cosmetic Oculoplastic Surgery – Fagien – Elsevier – 4. Edition – 2008
  • Cosmetic Surgery of the Asian Face – McDurdy, Lam - Thieme – Stuttgart - 2005
  • Endokrine Orbitopathie – Chirurgische Therapie – Olivari – Kaden – Heidelberg 2001

 

 

 

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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW

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