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Die Kehlkopfmuskeln | Welche Muskeln gehören zur Kehlkopfmuskulatur?

Autor Dr. Rene Schumann

Kehlkopfmuskulatur: Kehlkopfmuskeln des Menschen

Kehlkopfmuskulatur

Die Kehlkopfmuskulatur besteht aus quergestreiften Skelettmuskeln.

Die eigentliche Kehlkopfmuskulatur bewegt Knorpelteile des Kehlkopfes und nimmt so Einfluss auf die Stimmbänder. Sie reguliert deren Stellung und Spannungszustand. Man unterscheidet:

Weiterhin gibt es Muskeln am Kehlkopf, welche diesen als Ganzes bewegen. Diese Muskeln gehören zur Gruppe der unteren Zungenbeinmuskulatur. Indirekt wirken auch die oberen Zungenbeinmuskeln über das Zungenbein auf den Kehlkopf.

Die Innervation erfolgt beim äußeren Kehlkopfmuskel (M. cricothyreoideus) durch den N. laryngeus superior bei der inneren Kehlkopfmuskulatur durch den N. laryngeus inferior.

Bild: Kehlkopfmuskulatur in der Sicht von oben in den Kehlkopf:

  • Zahlen: siehe Text
  • a, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)
  • b, Stimmband (Ligamentum vocalis)
  • c, Schildknorpel (Cartilago thyroidea)
  • d, Stimmritze

Äußere Kehlkopfmuskulatur

1, M. cricothyreoideus –Ringkorpel-Schilddrüsenmuskel

  • Funktion: Spannt die Stimmfalte: Durch diesen Kehlkopfmuskel wird bei festgestelltem Schildknorpel der Ringknorpel nach hinten.
  • Ursprung: Arcus cartilaginis cricoideae
  • Ansatz: Schildknorpel (Cartilago thyroidea)
  • Innervation: N. laryngeus superior

2, (M. thyrohyoideus – Schildknorpel-Zungenbeinmuskel)

Wenngleich dieser Muskel vom Schildknorpel entspringt  ist entwicklungsgeschichtlich ein unterer Zungenbeinmuskel, was sich in seiner Innervation wiederspiegelt.

  • Funktion: Zungenbein-Senkung und Kehlkopf-Anhebung – entspannt die Stimmbänder
  • Ursprung: Linea obliqua am Schildknorpel
  • Ansatz: Zungenbein-Körper
  • Innervation: C2

Kehlkopfmuskeln von der SeiteBild: Seitansicht. Die linke Hälfte des Schildknorpels ist hier entfernt, so dass der Blick auf die Kehlkopfmuskulatur frei liegt.:

  • 1, Ursprungsfläche des M. cricothyroideus am Ringknorpel
  • Zahlen: siehe Text
  • a, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)
  • c, Schildknorpel (Cartilago thyroidea)
  • e, Kehldeckel (Epiglottis)
  • f, Gelenkfläche für das Schildknorpel-Unterhorn (Facies articularis thyroidea)
  • g, 1. Luftröhrenknorpel

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Innere Kehlkopfmuskulatur

3, M. cricoarytaenoideus posterior

  • Funktion: Erweiterung der Stimmritze durch Drehung des Schildknorpels um die Vertikalachse und Seitwärtsneigung. Die Stimmbänder werden angespannt.
  • Ursprung: Lamina des Ringknorpels (Cartilago cricoidea)
  • Ansatz: Processus muscularis des Stellknorpels (Cartilago arytenoideus)

4, M. ceratocricoideus

Der Muskel ist nur bei einem Viertel der Menschen vorhanden.

  • Funktion: praktisch keine Funktion
  • Ursprung: unteres Horn des Schildknorpels
  • Ansatz: Ringknorpel

5, M. cricoarytaenoideus lateralis

  • Funktion: Verengung der Stimmritze durch Bewegen der Stellknorpel zur Mittellinie hin. Die Stimmbänder entspannen sich.
  • Ursprung: Arcus des Ringknorpels
  • Ansatz: Processus muscularis des Stellknorpels

6, M. vocalis - Sprachmuskel, Sprechmuskel

  • Funktion: Spannungsregelung der Stimmfalte durch isometrische Kontraktion; kann diese verschließen
  • Ursprung: Rückfläche des Schildknorpels (Cartilago thyroidea)
  • Ansatz: Processus vocalis des Stellknorpels

hintere KehlkopfmuskulaturBild: Hintere Kehlkopfmuskulatur:

  • Zahlen: siehe Text
  • a, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)
  • c, Schildknorpel (Cartilago thyroidea)
  • e, Kehldeckel (Epiglottis)
  • h, Luftröhre (Trachea)

7, M. thyroarytenoideus -  Schildknorpel-Stelknorpel-Muskel

  • Funktion: Verengung der Stimmritze (Agonist des M. cricoarytaenoideus lateralis)
  • Ursprung: Schildknorpel
  • Ansatz: Stellknorpel

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8, M. arytaenoideus transversus

  • Funktion: Verengt die Stimmritze durch annähern der beiden Stellknorpel; die Stimmbänder werden angespannt
  • Ursprung: Stellknorpel einer Seite
  • Ansatz: Gegenüberliegender Stellknorpel

9, M. arytaenoideus obliquus

  • Funktion: Der Kehlkopfmuskel verengt die Stimmritze (Anspannung der Stimmbänder) indem er die Stellknorpel einander annähert.
  • Ursprung: hintere Fläche des Stellknorpels einer Seite
  • Ansatz: Stellknorpelanteil der gegenüberliegenden Seite

10, M. thyroepiglotticus

  • Funktion: kann Kehldeckel etwas nach vorne ziehen
  • Ursprung: Schildknorpel
  • Ansatz: Kehldeckel (Cartilago epiglottica) und Membrana quadrangularis

11, M. aryepiglotticus

  • Funktion: kenn den Kehldeckel etwas nach hinten ziehen
  • Ursprung: Spitze des Stellknorpels (Apex cartilaginis arytenoideae)
  • Ansatz: Kehldeckel (Epiglottis)



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Aktualisiert am 15.03.2010

Quellen zum Thema Kehlkopfmuskulatur / Kehlkopfmuskeln:

  • Atlas der Anatomie des Menschen – Sobotta – Urban und Fischer – 2 Bände – München, Jena 2000
  • Anatomie des Menschen - Rohen / Yokochi - Schattauer - 2 Bände - 1984
  • Anatomie des Menschen - Lehrbuch und Atlas - Rauber / Kopsch - Thieme - 4 Bände - 1987

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