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Bild: Sie sehen ein Brustimplantat der alten Generation mit glatter Wand, welches Ende der 80-er Jahre zur Brustvergrößerung auswärts eingesetzt wurde. Das Implantat habe ich einer Patientin in 2009 entfernt, wegen einer Kapselfibrose III. Grades. Eine Verformung der Brust war kaum zu sehen, aber eine mäßige Verhärtung zu tasten. Hier ist die leicht verdickte Kapsel komplett heraus präpariert und anschließend geschlitzt worden. So kann man das durch die Kapselschrumpfung deutlich gefaltete Silikonimplantat gut sehen.
Die Einteilung der Kapselfibrose (auch Kapselkontraktur genannt) nach Baker ist zwar recht subjektiv, aber insgesamt ist doch eine recht gute Einschätzung der Schwere der Fibrose möglich.
Um jedes Implantat (nicht nur Brustimplantate) bildet sich im Körper eine körpereigene Hülle die als Kapsel bezeichnet wird. Diese ist normalerweise sehr zart und nicht tastbar. Bei einer Kapselfibrose nach der Brustvergrösserung oder nach einer Brustrekonstruktion mit Brustimplantaten kommt es zu einer Verdickung dieser Kapsel durch vermehrte Bindegewebsbildung. Sie kann in extremen Fällen mehrere Millimeter dick werden.
Bislang ist es nicht gelungen der Kapselfibrose eine eindeutige Ursache zuzuordnen. Je weniger man weiß, desto höher ist die Anzahl von Theorien und Hypothesen. Folgende Faktoren werden mit der Kapselfibrose in Zusammenhang gebracht:
Es gibt Anzeichen dafür, dass Brustimplantate die unter den Brustmuskel implantiert werden eine geringere Kapselfibroserate haben. Dieses liegt womöglich an dem Schutz vor Bakterien, da der Muskel sehr gut durchblutet ist. Es gibt aber auch Vertreter der Meinung es könne an der Bewegung der Brustimplantate durch den Muskel liegen.
Erst in den Stadien III und IV der Kapselfibrose ist des Öfteren eine Behandlung notwendig. Auf der einen Seite besteht die Möglichkeit einer Kapsulotomie, d.h. Einschneidung der Kapsel an mehreren Stellen, bei mittelmäßiger Ausprägung der Kapselfibrose. Auf der anderen Seite steht die Kapsulektomie, die eine Entfernung der Kapsel bedeutet. Hier wird der auf dem Brustkorb liegende Kapselteil aber meistens belassen. Liegen die Brustimplantate über dem Brustmuskel so kann man sie unter den Brustmuskel verlagern, da hier die Kapselfibrose-Rate niedriger ist. Tritt die Kapselfibrose immer wieder auf, kann nur noch eine Entfernung der Implantate erfolgen und mittels Bruststraffung die Brust anschließend geformt werden.
Aktualisiert am 25.09.2010
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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