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Hand-Kribbeln - Kribbeln der Hände

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Das Kribbeln an der Hand und auch an anderen Körperstellen ist Folge einer Nervenschädigung. Die Nervenschädigung kann durch Druck auf den Nerven, eine Prellung oder durch schädigende Stoffe entstehen. Patienten, die davon betroffen sind beklagen häufig einschlafende / taube Finger oder Hände oder Mißempfindungen, Ameisenlaufen und Brennen. Die Missempfindung wird in der Medizin als Parästhesie bezeichnet. Ist der Nerv vollkommen zerstört ist der entsprechende Bereich komplett taub. Wenn nicht eine akute Verletzung als bekannte Ursache vorliegt, sollte eine neurologische Abklärung in Angriff genommen werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Ursachen für das Leitsymptom 'Kribbelnde Hand bzw. Hände' vorgestellt, wobei hier die Ursachen im Fachbereich der Handchirurgie im Vordergrund stehen.

Wie zeigt sich eine kribbelnde Hand beim Karpaltunnelsyndrom?

 

Das Kribbeln an der Hand steht beim Karpaltunnelsyndrom mit an erster Stelle. Die Patienten beklagen oft auch taube Finger oder sprechen allgemein von einer tauben Hand. Betroffen sind typische Weise die vom Medianus-Nerv versorgten Finger: die Beugeseite vom Daumen, Zeige-, Mittel-Finger und der daumenseitige Teil vom Ringfinger. Ein Kribbeln am Kleinfinger muss dem Ellennerven zugesprochen werden und ist untypisch für diese Handerkrankung. Da die Erkrankung oft beidseits auftritt kribbeln häufig beide Hände.

Das kribbeln an der Hand beim Sulcus ulnaris Syndrom und Loge de Guyon Syndrom.

 

Beim Sulcus ulnaris Syndrom ist ein Kribbeln nur an einem kleinen Teil der Hand und zwar beugeseitig am Kleinfinger und am kleinfingerseitigen Teil vom Ringfinger zu beklagen. Das gleiche kann für das Loge de Guyon Syndrom gelten - allerdings mit einem kleinen Unterschied. Beim Sulcus ulnaris Syndrom beklagen die Patienten oft zusätzlich ein Kribbeln auf der Streckseite der beschriebenen Finger. Dieses ist beim Loge de Guyon Syndrom nicht der Fall.

Das Wartenberg Syndrom ist eine recht seltene Ursache.

Beim Wartenberg-Syndrom klagen die Patienten über ein Kribbeln an der Streckseite der betroffenen Hand. Es kribbelt an Daumen und Zeigefinger. Dieses liegt an einer Einengung des oberflächlichen Astes des Speichennerven am Unterarm. Mit Hilfe eine kleinen Operation, die in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann, ist es möglich die Nervenenge zu beheben. Da das Wartnberg Syndrom sehr selten ist, wird es oft erst spät erkannt. Ist der Ast des Speichennerven bleibend geschädigt, so kann auch durch die Operation keine Verbesserung der Beschwerden mehr erwartet werden.

Verletzungen mit Beeinträchtigung von Nerven.

 

Auch nach Verletzungen, wie Brüchen, Zerrungen, Prellungen, Bandverletzungen u.a., können Kribbeln und Taubheit an der Hand die Folge sein. Handelt es sich nur um eine Gefühlsstörung = Parästhesie oder Missempfindung = Dysästhesie, dann hat der entsprechende Nerv einen Druckschaden durch Quetschung oder Prellung erlitten. Ist der Nerv zum Beispiel bei einer Schnittverletzung komplett durchtrennt worden, resultiert eine Gefühllosigkeit, Taubheit im Versorgungsgebiet des Nerven.

Zu Verletzungen müssen auch Zustände nach eine Bestrahlung der Achselhöhlen z.B. nach einer Brustkrebsbehandlung gezählt werden. Hier können die Nervengeflechte geschädigt sein, so dass die Patienten über Kribbeln in der ganzen Hand und am Arm klagen - manchmal erst nach vielen Jahren. Auch Schmerzen sind in diesem Zusammenhang anzutreffen.

Orthopädische Ursachen der Parästhesie an der Hand

 

Die oben beschriebenen Gründe der Parästhesien der Hände in der Handchirurgie müssen immer von orthopädischen Ursachen abgegrenzt werden. Wenn das Kribbeln keinem bestimmten Nerven an der Hand zugeordnet werden kann, so ist die Ursache auch an der Halswirbelsäule zu suchen. So können auch Schulter-Nacken-Schmerzsyndrome, eine Bandscheibenvorwölbung = Protrusio oder ein Bandscheibenvorfall = Prolaps und Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule sekundär zur Irritation entsprechender Nervenwurzeln und somit zum Kribbeln an der Hand führen.

Internistische Ursachen für das Hände-Kribbeln

 

In der Inneren Medizin ist die Palette der möglichen Ursachen für das Kribbeln der Hände groß. Meist sind nicht nur die Hand bzw. Hände betroffen, da es sich um Allgemeinerkrankungen handelt. Bei diesen sogenannten Polyneuropathien besteht eine Affektion verschiedener Nerven durch eine Grunderkrankung. Diese haben Kribbeln in den Extremitäten (Arme und Beine), Lähmungen, Reizerscheinungen u.a. zur Folge. Zu den wichtigsten Polyneuropathien gehören:

  • Diabetische Polyneuropathie: 30% aller Polyneuropathien, typisch ist das Kribbeln an den Händen und Füssen.
  • Alkoholische Polyneuropathie: 30% der Fälle.
  • Polyneuropathien bei Gefäßerkrankungen
  • Rheuma
  • HIV
  • Gicht
  • Medikamentöse Ursachen für die Polyneuropathie: Chemotherapeutika, Antibiotika, Antirheumatika, Virusmittel = Virustatika
  • Giftstoffe: Insektenbekämpfungsmittel, Lacke, Rattengift, Klebstoffe
  • und viele andere

Hand-Kribbeln in der Neurologie

In der Neurologie gibt es eine ganze Reihe von Erkrankungen die zum Hände-Kribbeln führen können. Neben den oben beschriebenen Erkrankungen, können auch Rückenmarkserkrankungen und Erkrankungen des Zentralnervensystems die Ursache sein. Allerdings sind diese meist kombiniert mit weiteren oft gravierenden Symptomen.


 

Aktualisiert am 16.03.2014

 

 

Literatur

 

  • Green’s Operative Handsurgery - Green, Hotchkiss, Pederson, Wolfe - Elsevier Churchill Livingstone - Fifth Edition 2005
  • Neurologie in Praxis und Klinik 1/2 - Hopf, Deuschel, Diener - Thieme, Stuttgart; Auflage: 3., Sep 2002

 

 

 

Copyright© 2008-

Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen

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