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Handchirurgie und Erkrankungen der Hand
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelüberblick Überbein (bitte klicken Sie, um auf ein Kapitel zu springen)
Bild: Dies ist die häufigste Lokalisation für das Überbein am Handgelenk.
Das Ganglion, im Volksmund Überbein genannt, ist eine zystenförmige Geschwulstbildung. Sie tritt häufig an Hand und Finger auf und ist auch am Fuß zu finden. Das Ganglion ist gutartig und hat eine enge anatomische Beziehung zur in Gelenkhaut (Synovia), Gelenkkapsel oder zur Sehnenscheide. Selten kann ein Ganglion seinen Ursprung auch im Knochen haben und verursacht dann vermehrt Schmerzen. Daher sollten bei einem Ganglion mit Schmerzen zur Sicherheit Röntgenaufnahmen angefertigt werden. Gehäuft ist das Überbein an der Streckseite des Handgelenks anzutreffen. Hier ist die Gelenkkapsel, durch stärkere Dehnung bei der Beugung, einer höheren Belastung ausgesetzt. Die eigentliche Ursache ist jedoch nicht bekannt. Da es zahlreiche andere Geschwülste (Gicht-, Rheumaknoten, Lipome, bösartige Tumore,...) an der Hand gibt, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Das Ganglion entsteht meist durch eine Ausstülpung der Gelenkkapsel. Aber auch eine blasenartige Auftreibung der Sehnenscheide kann ausschlaggebend sein. Bei der ersten Variante ist bei der Operation ein gallertiger Inhalt zu finden, der oft von der Gelenkhaut (Synovia) umgeben ist. Auch beim Sehnenscheidenganglion ist der Inhalt gallertig.
Zunächst ist eine Schwellung, ein kleinerer "Knubbel" sichtbar, deren Größe sich verändern kann. Bewegungsschmerzen, die ab und zu mit einer Bewegungseinschränkung einhergehen, sind nicht immer vorhanden. Ist das Überbein in Nervennähe lokalisiert, können Gefühlsstörungen auftreten. Dieses geschieht auch manchmal ohne direkten Bezug zum Ganglion durch Weichteilverdrängung. Meist sind jedoch keine Beschwerden vorhanden.
Bild: 5mm großes Sehnenscheiden-Überbein (Pfeil) am Ringband in Nähe der Basis des Kleinfingers. Das weißliche Gewebe über dem Ganglion ist das Ringband.

Das Ganglion ist harmlos. Ist es erst ungefähr 3 Monate lang und ohne Beschwerden vorhanden, kann zunächst abgewartet werden. Ein operativer Eingriff sollte nur bei Beschwerden oder bei deutlicher kosmetischer Beeinträchtigung durchgeführt. In Bezug auf eine Ganglion-Punktion liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten bei über 50%.
Ganglion-OperationDie Variationsbreite der Ganglion-Operation ist groß. Bei kleineren Befunden kann die Operation in örtlicher Betäubung erfolgen und ist harmlos. Größere Ganglien müssen hingegen in iv. Regionalanästhesie (Armbetäubung) oder sogar in Vollnarkose durchgeführt werden. Bei der Op ist es wichtig das Überbein so zu präparieren, dass der Stiel (siehe Bild: Ganglion am Handgelenk) sichtbar wird. Dieser insbesondere beim Überbein am Handgelenk vorhandene Stiel, stellt eine Verbindung zum Gelenk dar. Die sich ansammelnde Gelenkflüssigkeit (Synovia) gelangt über diesen Gang in das Ganglion. Während der Op muß der Ganglionstiel stabil unterbunden und vernäht werden, damit die Gelenkflüssigkeit / Gelenkschmiere nicht wieder nach außen gelangt.
Um einem Überbein-Rezidiv nach einer Operation vorzubeugen, sollte mit einer Gipsschiene bis zum Abschluss der Wundheilung ruhiggestellt werden.
Okkultes GanglionBild: Das Ganglion ist so groß wie eine halbe Erbse und sitzt direkt an den Handwurzelknochen. Das MRT wurde wegen chronischer Handgelenksschmerzen angefertigt.
Ein Ganglion, das für den Untersucher, ohne weitere Diagnostik, unsichtbar (okkult) ist, ist ein okkultes Ganglion. Im Vordergrund stehen manchmal nur Schmerzen am Handgelenk. Es wird dann lange ruhiggestellt mit Medikamenten und anderem behandelt - aber ohne Erfolg. Erst ein MRT (Kernspin-Tomographie), welches die Weichteile gut darstellt, fördert dann das Ganglion zu Tage. Dieses kann manchmal nur erbsengroß oder linsengroß sein, ist aber Verursacher der Beschwerden. Bei langanhaltenden Handgelenksschmerzen sollte also auch an ein Überbein gedacht werden.
Aktualisiert am 27.04.2009
Quellen zum Thema Ganglion bzw. Überbein:
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