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Fettabsaugung | Fett absaugen | Liposuktion

Fettabsaugung: Infos zur Operation Fettabsaugung in Düsseldorf

Autor Dr. Rene Schumann

Kapitelüberblick Fettabsaugung (bitte klicken Sie, um auf ein Kapitel zu springen)

Die wichtigsten Techniken der Fettabsaugung

  • SAL – Saugungs- assistierte Fettabsaugung
  • Ultraschall - assistierte Fettabsaugung
  • Vibrations- assistierte Fettabsaugung
  • Fettabsaugung mit dem Tulip - System

Verwandte Begriffe: Fettabsaugen, Fett absaugen, Liposuction, Fettpolster, Reiterhosen, Lipodystrophie, Fett Absaugung

Indikationen zur Fettabsaugung

Die Fettabsaugung bzw. Liposuktion ist ein bewährtes und etabliertes Verfahren der Fettgewebsreduktion.

Die meisten Menschen finden am eigenen Körper Problemzonen. Sehr häufig handelt es sich dabei um Fettpolster an typischen Stellen, die sich gegenüber Diäten und Sport als ausgesprochen hartnäckig erweisen können. Daher führen sie häufig zu dem Wunsch einer Fettabsaugung. Bei Frauen treten diese Fettpolster typischerweise an den Oberschenkelaußenseiten als Reiterhosen auf. Auch die Knieinnenseiten und Oberschenkelinnenseiten sind des Öfteren betroffen. Bei Männern sind oft die Hüftregionen beeinträchtigt, die neudeutsch als „Love Handles“ bezeichnet werden. Ein großer Leidensdruck geht bei Männern von der Fettansammlung im Bereich der Brust aus, der Gynäkomastie, die das männliche Erscheinungsbild stark beeinträchtigt.

Anfänge der Fettabsaugung - Geschichte

Die Anfänge der Fettabsaugung liegen in den 70-er Jahre. Es wurden von Schrudde erste Versuche mit einer gynäkologischen Kürette unternommen, das Fettgewebe unter der Haut auszudünnen. Jedoch traten verschiedene Probleme auf, so dass sich das Prinzip zunächst nicht etablieren konnte. Mit der Tumeszenztechnik und der Benutzung von speziellen Kanülen trat die Fettabsaugung dann in den 80-iger Jahren mehr und mehr in den Vordergrund.

Ablauf

Die Fettabsaugung kann abhängig von der geschätzten Absaugmenge in örtlicher Betäubung mit oder ohne Dämmerschlaf durchgeführt werden. Bei größeren Mengen, sollte ernsthaft über eine Vollnarkose nachgedacht werden, die sowohl für die Patienten, als auch für den Operateur von Vorteil sein kann. Bei der Fettabsaugung großer Volumina (<4l) oder bei bestimmten Nebenerkrankungen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt sinnvoll. Die zu kalkulierende Operationszeit reicht von 45 Minuten bis ca. 3 Stunden.

Die Operation: Fettabsaugung

Bilder: Auf der Abbildung sehen sie die bei der Fettabsaugung am häufigsten behandelten Bereiche.

Fettabsaugen an der Vorderseite Bereiche der Fettabsaugung hinten

Vor der Fettabsaugung markiert der Operateur im stehen die zu bearbeitenden Regionen. Im Bereich des Bauches ist ein Abtasten der Bauchwand nach Hernien (Nabelbruch, Leistenbruch,…) ratsam, um eine Verletzung eines solchen Bruches, welcher auch Darm enthalten kann, zu vermeiden. Im Operationssaal wird eine spezielle Kochsalzlösung, Tumeszenzlösung genannt, in die markierten Bereiche eingespritzt (infiltriert). Es gilt die Einstichstellen in unauffällige Bereiche zu legen und nur so groß zu wählen, dass die benutzten Kanülen gerade so passieren können. Bei einer Mega- Fettabsaugung kann es sich um Flüssigkeitsmengen von über 5 Litern handeln. Ist die Lösung nicht vorgewärmt ist eine massive Auskühlung des Patient möglich. Die Kochsalzlösung enthält in der Regel ein bis zwei Mittel gegen Schmerzen und eine Substanz, die dazu führt, dass sich die kleinen Gefäße zusammenziehen, wodurch das Blutungsrisiko gesenkt wird. Rezepturen gibt es viele. Nach der Infiltration sollte die Tumeszenzlösung wenigstens 20 Minuten einwirken, um die Fettabsaugung zu erleichtern. Während dieser Zeit quellen die Fettzellen auf und werden wegen der erhöhten Spannung der Zellmembranen mechanischen Belastungen gegenüber sehr anfällig. Man kann also mit weniger mechanischer Beanspruchung mehr Fett bei der Fettabsaugung gewinnen und schont dabei das umliegende Gewebe (Nerven, Gefäße, Bauchwand,…). Die eigentliche Fettabsaugung beginnt nach Abschluss der Einwirkungszeit.

Über die oben genannten Einstichstellen wird nun durch gleichmäßige Bewegungen mit speziellen Kanülen für die Fettabsaugung das leidige Fett gewonnen. Das geschieht über ein Saugsystem das kontinuierlich Unterdruck aufbaut. Die Kanülen gibt es in verschiedenen Längen und Breiten. Die Öffnungen an der Kanülenspitze sind ebenfalls unterschiedlich groß und in der Form variabel. Der Operateur muss die Kanülen entsprechend des zu bearbeitenden Bereiches auswählen.

Mittlerweile gibt es jedoch Systeme wie das PAL (vibrations assistierte Fettabsaugung), dessen vibrierende Kanülen den Vorgang der Fettabsaugung effektiver und schonender gestalten.

SAL = Suction assisted Lipoplasty

Die SAL – Saugungs- assistierte Fettabsaugung ist das heute gängige Verfahren, welches oben beschrieben wurde. Operateure die häufig Fettabsaugungen durchführen bedienen sich in der Regel zwar teurer aber verbesserter, assistierter Systeme wie der PAL (Vibrationsassistens) oder der UAL (Ultraschalassistenz).

Fettabsaugung mit dem Tulip- System

Das Tulip- System ist das Einfachste aller Gerätschaften zur Fettabsaugung. Es besteht aus einer 50ml großen Spritze einer „Feder“ und natürlich einer Auswahl von Kanülen. Zunächst wird, wie oben beschrieben die Tumeszenzlösung infiltriert. Die gewünschte Kanüle wird dann auf die Spritze geschraubt. Sobald die Kanüle über den kleinen Hautschnitt in das Unterhautfettgewebe vorgeschoben wird, kann durch das Aufziehen der Spritze Unterdruck aufgebaut werden, indem die Spritzenstellung mit der Feder fixiert wird. Es ist also kein Gerät bei der Fettabsaugung notwendig, welches einen kontinuierlichen Sog aufbaut. Der Materialaufwand ist zwar gering, jedoch kann man mit dieser Technik nur kleine Flächen bearbeiten. Größere Flächen bedürfen eines enormen Zeitaufwandes. Auch ist diese Technik im Vergleich zu anderen traumatischer. Zudem muß der Operateur bei der Fettabsaugung von sehr kleinen Bereichen ständig aufpassen, dass die Kanüle bzw. Spritze in der Nähe des Hautschnittes keine Luft zieht und somit das Vakuum in der Spritze verloren geht.

UAL = Ultrasound Assisted Lipoplasty = Ultraschall- assistierte Fettabsaugung

In den 90-er Jahren wurde ein System zur Fettabsaugung mehr und mehr populär, welches mit Hilfe von Ultraschallwellen eine Erleichterung und Verbesserung versprach. Die vom System produzierten Ultraschallwellen werden über ein besonderes Handstück und schließlich über die Kanülen abgegeben. Die durch die Tumeszenzlösung aufgequollenen Fettzellen lassen sich mittels Ultraschall noch leichter zerstören und sind leichter abzusaugen. Die Fettzellen zerplatzen und es entsteht eine Fettemulsion, die über die Absaugkanüle abgesaugt wird. Dieses bedeutet also weniger Manipulation bzw. Trauma für das Unterhautfettgewebe bei größeren Absaugmengen. Allerdings wird bei diesem Verfahren eine nicht unerhebliche Menge Wärmeenergie produziert, die durch reichlich Kühlung (Flüssigkeit) reduziert werden soll. Die Ultraschall assistierte Fettabsaugung darf nur in der Tumeszenztechnik Anwendung finden! Der positive Effekt der Wärme besteht darin, dass bei der Bearbeitung der Lederhaut (tiefste Hautschicht) kleinere Verbrennungen entstehen, die dazu führen das die Haut sich im Anschluss an die Fettabsaugung deutlich besser zusammenzieht, als das bei der herkömmlichen Liposuktion der Fall ist. Bei schlaffer Haut hat man also eine größere Chance ohne eine spätere Hautstraffungsoperation auszukommen. Der negative Effekt der Wärmebildung liegt darin, dass in seltenen Fällen, bei größeren Absaugmengen und zu starker Bearbeitung oder ungleichmäßiger Handhabung echte Verbrennungen, auch der kompletten Hautschicht, die Folge sein können, mit entsprechender verzögerter Wundheilung und Narbenbildung.

Insgesamt ist die ultraschall assisitierte Fettabsaugung in geübter Hand ein schonendes Verfahren, mit dessen Hilfe auch bei hartnäckigen Fällen (z.B. Lipomatosen) gute Resultate erzielt werden können.

PAL = Power Assisted Lipoplasty = Vibrations- assistierte Fettabsaugung

Bei der PAL handelt es sich um eine Vibrations- assistierte Fettabsaugung. Das System produziert über ein spezielles Handstück eine feine Kanülenvibration. Genau wie bei den anderen Verfahren beschrieben, findet eine Tumeszenzlösung Anwendung, bei der eine Einwirkungszeit von ca. 20 Minuten eingehalten werden sollte. Durch die Vibration wird eine ähnliche Wirkung erreicht, wie mit der ultraschall assistierten Fettabsaugung. Die aufgequollenen Fettzellen lassen sich so leichter zerstören und mit weniger Trauma entfernen. Es muss  jedoch betont werden, dass es bei dieser Technik nicht zu dem Hitzeeffekt kommt, der bei der UAL zu Verbrennungen führen kann. Wegen dieses entscheidenden Vorteils wird die vibrations- assistierte Fettabsaugung immer beliebter. Bei der Fettabsaugung durch PAL kann ein Hautschrumpfungseffekt durch entsprechende Bearbeitung der oberflächlichen Fettschicht erreicht werden (siehe nächstes Kapitel).

fettabsaugen 02Schlaffe Haut und Fettabsaugung, Hautschrumpfung

Bei der Fettabsaugung muss während der Beratung besonders auf die Hautqualität eingegangen werden. Bei jungen Patienten mit guter Hautqualität (keine sonnengeschädigte Haut, keine Cellulite) ist auch bei einer großen Fettabsaugung davon auszugehen, dass die Schrumpfungstendenz der Haut ebenso gut ist.

Das Fettgewebe ist an fast allen Körperstellen zweischichtig aufgebaut, was bei der Fettabsaugung berücksichtigt werden muss. Die tiefe Fettschicht mit großen Fettzellen befindet sich unter einer festen Faserschicht der Scarpa’schen Faszie. Die oberflächliche Fettschicht ist eine Ansammlung feinerer Fettzellen oberhalb der Scarpa'schen Faszie. Lange Zeit wurde in der Plastischen Chirurgie die Meinung vertreten, man dürfe die Fettabsaugung nur in der tiefen Fettschicht praktizieren um Konturunregelmäßigkeiten mit Dellenbildung und Faltenwurf der Haut zu unterbinden. „Stay deep!“ war das Stichwort. Jedoch traten die genannten Probleme trotz dieser Bemühungen auf. Daraufhin ist man dazu übergegangen auch die obere Fettschicht in die Fettabsaugung mit einzubeziehen die man im Gegensatz zur tiefen Schicht mit feineren Kanülen bearbeitet. Auf diese Weise kann auch eine deutliche Verbesserung der Hautschrumpfung erzielt werden. Dennoch kann weder damit und auch nicht mittels ultraschall assisitierter Fettabsaugung oder vibrationsassistierter Fettabsaugung, eine stark erschlaffte, ältere und sonnengeschädigte Haut, bei größeren Absaugmengen, zum schrumpfen bewegt werden. In diesen Fällen sollte zumindest die Möglichkeit einer später notwendigen Hautstraffungsoperation erörtert werden.

Neubildung von Fettzellen nach einer Fettabsaugung ???

Um es schon vorweg zu nehmen: „Was abgesaugt wurde kommt nicht wieder!“. Die Fettzellen, die durch eine Fettabsaugung zerstört bzw. entfernt wurden, kommen nicht wieder. Beim Erwachsenen können sich die Fettzellen nicht, bzw. höchstens in gringstem Masse, neubilden. Auch gibt es keinen Nachweis dafür, dass sich das Fett dafür an anderen Körperstellen vermehrt. Dass dieses doch möglich sei, ist ein Trugschluss. Bei den Betroffenen, die solche Vorgänge am eigenen Körper beobachten, handelt es sich um eine generelle Gewichtszunahme. Natürlich kann sich die Gewichtszunahme nicht entsprechend an den Arealen zeigen, an denen die Fettabsaugung erfolgte, da hier deutlich weniger Fettzellen vorhanden sind als vor der Operation. Die verbliebenen Fettzellen werden das Fett aber in gewohnter Weise speichern. Das bedeutet, die Proportionen bleiben nach einer Fettabsaugung erhalten. Im Falle einer Bauch-Fettabsaugung bedeutet dies, dass bei einer Gewichtszunahme nach dem Eingriff der Bauch proportional kleiner bleiben würde.

Absaugung von Schweißdrüsen

Die Schweißdrüsenentfernung wurde zunächst mit der Technik, wie bei der Fettabsaugung versucht. Nach einigen Misserfolgen setzt sich nun mehr und mehr die Lipokürettage durch, die eine erfolgreiche Behandlung des übermäßigen Schwitzens in der Achsel erlaubt. Im Gegensatz zur Therapie mit Botulinumtoxin ist die Lipokürettage keine Methode mit zeitlich begrenztem Erfolg.

Besonderheiten zu verschiedenen Regionen der Fettabsaugung

Fettabsaugung im Gesicht und am Hals, Doppelkinn

Bei der Fettabsaugung im Gesicht und am Hals muss besonders schonend, mit sehr feinen Kanülen vorgegangen werden. Bei der Korrektur des Doppelkinns setzt man einen kleinen Schnitt unter dem Kinn oder unter dem Ohrläppchen. Auch die Wangen können durch die Fettabsaugung gut ausgedünnt werden. Das führt indirekt zur Betonung der Wangenknochen und kann das Gesicht im positiven Sinne verändern.

Brust

Eine Fettabsaugung der Brust ist auch durchführbar. Sie macht nur Sinn zur Formung der Brust und nicht etwa zur Brustverkleinerung. In letzterem Fall wäre nämlich eine Erschlaffung der Brust durch den relativen Hautüberschuß zu erwarten. Die zur Achsel hin reichenden Ausläufer einer breitbasigen Brust lassen sich jedoch gut korrigieren.

Oberarme

Die Fettansammlungen am Oberarm sind hauptsächlich am hinteren und oberen Bereich desselben lokalisiert. Wenngleich sich dieses Fettgewebe recht gut durch Fettabsaugung bearbeiten lässt, zieht sich nach dem Eingriff die Haut nur bei guter bis sehr guter Hautqualität ausreichend zusammen. Wenn dieses nicht der Fall ist, kann im Rahmen einer Oberarmstraffung der Hautüberschuß korrigiert werden. Das bedeutet allerdings Narben an der Oberarminnenseite. Fettdepots, die nach einer Gewichtsreduktion entstanden sind und immer mit einem Hautüberschuß auftreten, sollten daher besser gleich durch eine Oberarmstraffung behandelt werden. Allerdings ist in manchen Fällen auch eine Kombination von Fettabsaugung und Oberarmstraffung sinnvoll.

Bauch, Kugelbäuchlein, Schamhügel, Rektusdiastase

Der Bauch gehört zu den Zonen, die gut auf eine Fettabsaugung ansprechen. Hier ist die Unterteilung in eine oberflächliche und tiefe Fettgewebsschicht besonders deutlich, die bei dem Eingriff beide berücksichtigt werden müssen. Ein zu prominenter Schamhügel kann mittels Fettabsaugung ebenfalls verkleinert werden. Im Falle einer Bauchhauterschlaffung kann die Hautschrumpfung nach der Fettabsaugung nur im begrenzten Ausmaß stattfinden. Hier sollte die Möglichkeit einer eventuell notwendigen Bauchstraffung in Betracht gezogen werden.

Insbesondere nach Schwangerschaften können die beiden geraden Bauchmuskeln in der Mittellinie zum Teil sehr stark auseinanderweichen. Dieses wird in der Medizin als Rektusdiastase bezeichnet und hat ein Kugelbäuchlein zur Folge. Manchmal steht nicht die Fettansammlung am Bauch im Vordergrund sondern die Rektusdiastase. Das bedeutet eine Fettabsaugung kann nicht zur Verbesserung der Optik beitragen, wenn kein Fettgewebe sondern eine Rektusdiastase zu tasten ist. Das Kugelbäuchlein kann nur im Rahmen einer Bauchdeckenstraffung mit inneren Nähten (inneres Korsette) korrigiert werden.

Das typische Fettbäuchlein (auch Bierbauch genannt) des Mannes ist auch mit einer Besonderheit behaftet. Es ist weniger das Fettgewebe zwischen Haut und Muskulatur an den teilweise enormen Ausmaßen des Bauchumfanges beteiligt, sondern vielmehr eine Fettansammlung in der Bauchhöhle. Die Fettabsaugung dieses inneren Fettes ist nicht möglich.

Fettabsaugung an „Love handles“, Hüfte

Die „Love Handles“ sind die typische Problemzone des Mannes. Sie befinden sich im Hüftbereich oberhalb der Schambeinschaufeln. Nicht selten reichen die Polster fast über den Rücken bis an die Wirbelsäule heran. Man kann deren Widerstandsfähigkeit in Bezug auf Diäten und Sport gut mit der von Reithosen bei der Frau vergleichen. Hüftpolster sind aber auch häufig bei Frauen zu finden und können, wie oben beschrieben, abgesaugt werden. Die Hüftregion gehört zu den Zonen, die sich durch eine Fettabsaugung gut bearbeiten läßt.

Reithosen, Banane

Die klassischen Fettpolster an der Oberschenkelaußenseite werden, da sie an die Hosen der Reiter erinnern Reithosen genannt. Sie gehören zu den Hauptproblemzonen bei der Frau. Die Fettabsaugung in diesem Bereich ist dankbar, da der Erfolg leicht beim Tragen engerer Röcke oder Hosen sichtbar ist. Die Reithosen gehören zu den leichten Zonen bei der Fettabsaugung.

Als Banane bezeichnet man den wulstartigen Bereich in der horizontalen Gesäßfalte, der dazu führen kann, dass zwei horizontale Gesäßfalten sichtbar sind. Diese Zone kann man mit dem Ziel modellieren eine einzige horizontale Gesäßfalte zu kreieren, was jedoch nicht immer gelingt. Eine Verbesserung des Befundes ist meist erreichbar.

Oberschenkelinnenseite

An der Oberschenkelinnenseite ist die Haut sehr dünn. Es können aber recht ausgedehnte Fettgewebsansammlungen vorhanden sein. Bei einer Fettabsaugung kann es dann dazu kommen, dass sich diese dünne Haut nicht im gewünschten Maße zusammenzieht. Mit einer kleinen Oberschenkelstraffung ist dann eine Korrektur möglich. 

Knieinnen- und Knieaußenseite

Auch diese Bereiche lassen sich mittels Fettabsaugung hervorragend bearbeiten. Es handelt sich hier um recht kleine Depots. Das Fettgewebe muss gerade deshalb radikal ausgedünnt werden, sonst können Restpölsterchen sichtbar bleiben. In seltenen Fällen können die Depots an den Knieinnenseiten sehr groß sein und die betreffenden Personen stark beim Gehen behindern. Hier ist hin und wieder eine spätere Hautstraffung nötig. Manchmal ist es besser in solchen Fällen besser mit dem Messer zu arbeiten und diese Fettgewebsgeschwulst wegzuschneiden, was natürlich Narben bedeutet.

Waden, Fesseln

Bevor man Waden und Fesseln einer Fettabsaugung unterzieht muss man sich Gewiss sein, dass es sich um Unterschenkel handelt, die in der Tat durch Fettgewebe stämmig wirken. Oft sind auch bei Frauen die Waden, wie bei Männern, durch Muskulatur verbreitert. Eine Fettabsaugung bringt dann keinen Erfolg. Ist aber eine gut tastbare Fettschicht vorhanden, kann man eine Ausdünnung der Wade und Fesseln erreichen. Krampfadern stellen, bei stärkerer Ausprägung, eine Kontraindikation dar. Bei der Fettabsaugung der Unterschenkel sind dünnere Kanülen zu verwenden, als bei einer Korrektur größerer Fettpolster. Es müssen die oberflächliche Unterschenkelvene (Vena saphena magna) und ein Nerv auf der Unterschenkelrückseite (Nervus suralis) geschont werden. Im Bereich der Fesseln können längere Schwellungen und Veränderungen der Hautpigmentierung entstehen.

liposuktion 03Nach der Fettabsaugung

Nach der Fettabsaugung werden auf die Einstichstellen kleine Pflaster geklebt und Kompressionsware (Weste, Hose, Ärmling, oä.) angezogen. Manchmal werden die Einstichstellen auch mit Fäden vernäht. Dichtet man diese Stellen jedoch komplett ab, so kann das Wundwasser nicht dem Körper entweichen. Besonders in der 1. Nacht entleert sich über die kleinen Einstichstellen noch reichlich Flüssigkeit. Der Schmerzmittelbedarf ist nach der Fettabsaugung mäßig. Die meisten Patienten berichten nur über muskelkaterartige Schmerzen.

Drainagen

Das bei der Fettabsaugung Drainagen zur Anwendung kommen ist eine Ausnahme.

Kompression und Ruhe

Gerade in den ersten 24 Stunden nach der Fettabsaugung ist es wichtig sich ruhig zu verhalten, damit nicht ein kleines Gefäß, das verödet oder unterbunden wurde, wieder aufspringt. In den ersten Tagen / Wochen sind Schwellungen und leichte Blutergüsse (auch seitenungleich) der Haut normal. Diese werden durch das Tragen eine geeigneten, wenn nötig maßgeschneiderten Kompressionsware reduziert.

Postoperative Schwellung

Nach der Fettabsaugung ist eine postoperative Schwellung vorhanden. Sie kann durch kleinere Blutergüsse oder Wundwasserergüsse stärker ausgeprägt sein. Auch gewisse Verhärtungen sind postoperativ normal. Diese Veränderungen verbessern sich schon in den ersten postoperativen Wochen zusehends. In dieser Phase wird Kompressionsware dringend empfohlen, die 6 Wochen lang getragen werden soll. Allerdings können auch danach noch leichte bis mäßige Schwellungen sichtbar sein.

Fäden

Fäden werden bei der Fettabsaugung gelegentlich benutzt zur Verkleinerung einer aufgedehnten Einstichstelle. Sie können bereits nach 5-7 Tagen entfernt werden.

Wundwasserergüsse = Serome

Bei der Fettabsaugung entstehen relativ große Wundflächen auch wenn man äußerlich nur sehr kleine Einstiche sieht. Diese Wundflächen können je nach individueller Neigung Wundwasser produzieren. Meist kommt es nicht zu nennenswerten Veränderungen. Manchmal entstehen kleinere und mittelgroße Serome, die sich mit der Zeit selbst auflösen. Die größeren Wundwasserergüsse müssen manchmal mit einer Kanüle punktiert werden.

Duschen

Duschen ist nach 2-5 Tagen gestattet. Davor müssen die Einstichstellen trocken bleiben.

Hautgefühl

Das Hautgefühl kann nach der Fettabsaugung kurzfristig vermindert sein. Bleibende Verminderungen des Gefühlsempfindens sind eine Seltenheit.

Sport

Nach einer mittelgroßen und großen Fettabsaugung sollten Sportarten, die zu Mitbewegungen in den abgesaugten Arealen führen und/ oder anstrengend sind, 5-6 Wochen vermieden werden.

Spezielle Komplikationen bei der Fettabsaugung

Schwellungen und Verhärtungen können ein viertel Jahr lang anhalten und zählen nicht zu den Komplikationen der Fettabsaugung.

Gefühlsmißempfindungen sind in den ersten Wochen normal und verschwinden oder bessern sich in der Regel. Sie können in seltenen Fällen aber auch verbleiben.

Dellenbildungen und Asymmetrien können in einem Korrektureingriff, der meist im Dämmerschlaf durchgeführt werden kann, behoben oder vermindert werden.

Bei schlechter Hautbeschaffenheit, starkem Hautüberschuß oder mangelnder Fettabsaugung in der oberflächlichen Fettschicht, kann die Haut Falten oder Fältchen werfen. Bei deutlichem Befund kann eine Hautstraffungsoperation Abhilfe leisten, was allerdings Narben bedeutet.

Wie oben beschrieben können bei der Ultraschall- assistierten Fettabsaugung selten kleinere und größere Verbrennungen entstehen.

Wundwasserergüsse (= Serome) sind bei der aggressiveren Ultraschall- assistierten Fettabsaugung häufiger anzutreffen. Die kleineren werden ähnlich Blutergüssen vom Körper abgebaut. Die größeren sind manchmal punktionswürdig.


▲ Fettabsaugung

Aktualisiert am 09.04.2008

Quellen zum Thema Fettabsaugung bzw. Fettabsaugen:

  • Plastic Surgery – Mathes – 8 Volumes - Saunders; Auflage: Uitgawe - 2005
  • Ästhetische Chirurgie – Lemperle, von Heimburg – Ecomed – 2008 – (Ringbandwerk)
  • Ästhetische Chirurgie Video I: Lokalanästhesie und Oberflächliche Fettabsaugung von Gottfried Lemperle von ecomed - 2001
  • Ästhetische Chirurgie Video IV: Ultraschall-Fettabsaugung und CO2-Laserbehandlung von Gottfried Lemperle von ecomed - 2003

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