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Minimal invasive Ohrenkorrektur: Fadenmethode nach Merck, Fritsch u.a.

Fadenmethode: Ohrenkorektur mit Falttechnik

 

 

Was bedeutet Fadenmethode bzw. Falttechnik?

 

Im Rahmen einer Ohrenkorrektur ist die Benutzung von Fäden üblich - sei es zur Fixierung der Ohrform oder für den Hautverschluß. Umgangssprachlich wird der Begriff Fadenmethode gerne für die minimal invasive Ohrenkorrektur verwendet, die ohne oder mit sehr kleinen Hautschnitten auskommt. Diese Methoden sind also narbenlos bzw. narbenarm. In der Fachsprache nennt man diese Techniken Falttechnik5. Kaye publizierte als erster im Jahre 1967 ein narbenarmes Verfahren auf welchem die späteren Methoden aufbauten.

Besonderheiten der Methode:

  • kürzere Schwellungsphase
  • weniger Schmerzen
  • kein Fäden ziehen
  • keine Narben oder Mininarben je nach Methode
  • bessere Akzeptanz durch die Patienten
  • Komplikationsrate sind mit denen offener Techniken vergleichbar2


Im Folgenden werden einige Fadenmethoden kurz vorgestellt:

Fadenmethode nach Merck (2000)

 

Ähnlich wie bei Fritsch werden bei der Fadenmethode nach Merck über Einstiche von vorne und hinten Matratzennähte mit Gore-Tex-Fäden gesetzt. Der Knorpel wird nicht bearbeitet sondern mit den Fäden fixiert. Dr. Merck führt seine Eingriffe meist in örtlicher Betäubung durch und lässt die Patienten am OP-Tisch mitenscheiden, wie stark das Ohr angelegt werden soll. Gelegentlich werden auch bei der Fadenmethode nach Merck auf der Ohrrückseite feine Fäden zum Hautverschluss an den Einstichstellen verwendet. Diese sind jedoch selbstauflösend. Nach der Operation wird kein Verband angelegt aber für 4 Wochen ein Stirnband zur Nacht empfohlen. Ein Antibiotikum wird für drei Tage gegeben. Eine Nachbehandlung gibt es nicht.

Methode nach Fritsch (1995)1

 

Setzt Matratzennähte über kleine Einstiche um die Anthelixfalte zu formen. Führt über separate Einstiche auch eine Ohrmuscheldrehung (Concharotation durch). Er bezeichnet seine 1995 veröffentlichte Technik als schnittlose Otoplastik.

Technik nach Veccione (1979)3

 

Bei dieser Falttechnik bzw. Fadenmethode wird der Knorpel mit Hilfe einer gebogenen Kanüle geschwächt, so dass praktisch keine Hautschnitte sondern nur Einstiche vorhanden sind.

Fadenmethode nach Kaye (1967)4

 

Kaye war der Erste, der eine minimal invasive Methode zur Ohrenkorrektur veröffentlichte. Es handelt sich also gewissermaßen um die erste Beschreibung der sogenannten Fadenmethode.

Technik: Am hinteren unteren Ende der Ohrmuschel wird geschlitzt, um von hier aus durch die Ritz-Methode (Stenström 1963) den Ohr-Knorpel zu schwächen. Über mehrere Stiche werden Fäden nun so verknotet, dass sie die Anthelixfalte bilden und Ihre Knoten unter der Haut verschwinden.




Übrigens: Beim Säugling ist kurz nach der Geburt eine Ohrkorrektur ohne Operation möglich. Wie das funktioniert?: Ohren anlegen ohne Operation.


 

Aktualisiert am 18.02.2011

Literatur zum Thema Fadentechnik / Falttechnik

 

  1. Ohranlegung ohne Schnitt: Incisionless otoplasty.- Fritsch MH. - Laryngoscope. 1995 May;105(5 Pt 3 Suppl 70):1-11.
  2. Minimal invasive Ohrenkorrektur: Minimally invasive otoplasty - Benedict M, Pirwitz KU. - HNO. 2005 Mar;53(3):230-7. German.
  3. Needle scoring of the anterior surface of the cartilage in otoplasty. - Vecchione TR. - Plast Reconstr Surg. 1979 Oct;64(4):568
  4. A simplified method for correcting the prominent ear. - Kaye BL. - Plast Reconstr Surg. 1967 Jul;40(1):44-8.
  5. Chirurgie der Ohrmuschel - Hilko Weerda - Thieme - 2004

 

 

 

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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW

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