
Das Facelifting, auch Facelift und Gesichtsstraffung oder in der medizinischen Fachsprache Rhytidektomie genannt, ist bis heute die effektivste Methode zur Straffung der Gesichtshaut. Nur operativ ist es möglich massive Hautüberschüsse im Gesicht zu korrigieren.
Der Grund für ein Facelifting ist in der Regel die altersbedingte Erschlaffung der Gesichtshaut. Diese kann bei Rauchern, Sonnenanbetern oder nach starken Gewichtsverlusten verstärkt sein und deutlich früher auftreten. In den beschriebenen Fällen kann die Haut massiv vorgealtert sein, weshalb sich der Betroffene mit seinem Gesicht nicht mehr identifizieren kann.
Das Facelifting wird selten auch bei Erkrankungen durchgeführt. Dazu gehören z.B. Unfälle oder Operationen, die zu einer Deformität des Gesichtes führen und Lähmungen des Gesichtsnerven (Nervus facialis), die eine Gesichtsasymmetrie zur Folge haben können.
Der organisatorische Ablauf bei einer Gesichtsstraffung ist abhängig von der Ausdehnung des Befundes und dem daraus resultierenden Aufwand Operation. Die gemachten Angaben gelten für den Normalfall: mittleres und unteres Facelifting. Weitere Einzelheiten werden weiter unten beschrieben.
Der Eingriff dauert ungefähr 2-3 Stunden. Er kann in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf oder in Vollnarkose erfolgen. Ein stationärer Aufenthalt von 24 Stunden ist empfehlenswert. Die Haare können bereits nach 2 Tagen gewaschen werden.

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Die Standardschnittlinie beim Facelifting beginnt im behaarten Bereich der Schläfen und verläuft direkt vor dem Ohr bis zum Ohrläppchen. Anschließend wird er auf der Rückseite des Ohres fortgeführt und läuft im behaarten Nacken aus. Wie weit hier geschnitten wird hängt von dem Hautüberschuss ab. Neben diesem Standard FaceliftingSchnitt gibt es noch viele andere Varianten, die in Abhängigkeit vom Ausgangsbefund und den individuellen Wünschen Anwendung finden. Das Grundprinzip ist, wie immer in der Plastischen Chirurgie: So wenig Schnitte und Narben wie möglich, aber so viele wie nötig. Wichtig ist eine filigrane gut stabilisierende Nahttechnik, die in möglichst unauffälligen Arealen verläuft.
Mini-Facelifting ist das Stichwort, wenn nur wenig Haut entfernt werden muss und die Gesichtserschlaffung noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Dieses bedeutet zwar weniger Narben und weniger Präparation während der Operation, aber insgesamt auch einen geringeren Straffungseffekt. Daher ist von dieser Technik bei einer starken Erschlaffung des Gesichtes eher abzuraten, bei einer geringen Erschlaffung jedoch sinnvoll. Näheres dazu erfahren Sie im Beitrag Mini-Facelift.
Beim Facelifting des Mannes muss die Bartbehaarung berücksichtigt werden. Im Bereich der Kotletten wird entweder am Übergang der Behaarung zur Haut geschnitten. So verschwinden die Kotletten nicht bei der Entfernung des Hautüberschusses, bzw. verlagern sich nicht auf den Ohransatz. Es ist aber auch möglich die herkömmliche Schnittführung zu wählen, wenn die Haarwurzeln an der Ohrbasis entfernt werden und der Verlust der Kotletten akzeptiert wird.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass durch das Facelifting ein Teil der Bartbehaarung hinter dem Ohr zum liegen kommt. Daher müssen sich Männer nach einem Facelifting auch Hinter dem Ohr rasieren, oder die hier befindlichen Haare entfernen lassen.
Die Berücksichtigung des SMAS ist heute beim Facelifting nicht mehr wegzudenken. Der Beginn des SMAS Facelifting liegt in der Mitte der 70-er Jahre und gehört heute zum Standard. Aber was versteht man eigentlich unter SMAS?
Das SMAS (superfizielles muskuloaponeurotisches System) hat eine große Bedeutung in Bezug auf die Mimik des Menschen. Hier kommt es zur Verbindung der Mimischen Muskulatur mit einer Faserplatte und der Haut, was die Mimik erst möglich macht.
Die typische Gesichtshauterschlaffung im Alter betrifft nicht nur die Haut sondern auch in starkem Masse das SMAS. Daher ist es von großer Wichtigkeit den Hauptstraffungseffekt an dem SMAS durchzuführen und schließlich. Nachdem im Rahmen des Facelifting die Haut vom SMAS abgelöst wurde, werden Straffungsnähte an dieser Struktur angelegt, die einen Zug in Richtung Ohr zur Folge haben. Dadurch können insbesondere die Wangenfalten geglättet werden. Bei Befunden mit einem enormen Hautüberschuss und stark erschlafftem SMAS ist es angebracht beim Facelifting einen sogenannten SMAS Lappen zu präparieren, der Hinter dem Ohr stabil fixiert werden muss. Der Überschuss an SMAS vor dem Ohr wird dann entfernt. Hier muss strengstens auf die Äste des Gesichtsnerven (Nervus facialis) geachtet werden, um diese zu schonen.
Wie oben beschrieben wird der Effekt der Gesichtsstraffung beim Facelifting überwiegen durch die SMAS-Straffung erreicht. Nur was sich nun als Hautüberschuss andeutet wird im Anschluss entfernt, ohne die Haut stramm zu ziehen. Auf diese Weise wird die Spannung an der Nahtstelle reduziert, was wiederum unauffällige Narben bedeutet. Auch vermeidet man das maskenhafte Aussehen, welches bei dem Facelifting ohne SMAS- Straffung imponieren kann. Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Technik besteht in der Haltbarkeit des erreichten Ergebnisses. Da das SMAS eine feste Muskelfaserplatte ist, deren Dehnbarkeit im Gegensatz zur Haut sehr begrenzt ist, sind die Resultate beim Facelifting mit SMAS- Straffung deutlich länger haltbar.
Bei der häufigsten Form des Facelifting (mittleres und unteres Facelift) wird auch eine Halsstraffung durchgeführt. Im Bereich des Halses hat man zwar kein SMAS, aber dafür einen Hautmuskel namens Platysma der bei der Operation eine Straffung erfährt. Platysma und Haut werden in Kieferwinkelrichtung gezogen und hinter dem Ohr fixiert. Auf diese Weise kann man bei großzügiger Mobilisierung im Bereich des Halses auch gute Straffung bis zur Halsmitte erreichen.
Bei extremer Halserschlaffung und Halsfettüberschuss reicht ein unteres Facelifting nicht aus. Mit Hilfe einer Halsstraffung durch einen zusätzlichen zickzackförmigen Schnitt in Halsmitte, ist es möglich das Übermaß an Haut und Fettgewebe zu entfernen. Der Straffungseffekt kann durch eine sogenannte Platysmanaht oder bei ausgeprägteren Befunden durch Platysmaplastik noch verstärkt und lang haltbar gemacht werden
Diese Art der Halsstraffung wird auch beim Fetthals auch Truthanhals genannt, durchgeführt. Bei diesen Veränderungen werden teils enorme Mengen an Fettgewebe gewonnen. Der folgende Hautüberschuss muss dann entfernt und die Haut gestrafft werden.
Halsfettepos können beim Facelifting auf folgende Weise entfernt werden:
Das Facelifting wird weiterhin häufig kombiniert mit der Lidkorrektur. Da man sich bei der Gesichtsstraffung ohnehin im Bereich des Gesichtes aufhält, ist der Mehraufwand vertretbar.
Weitere Möglichkeiten der Kombination :
Bei den Schnittführungen in behaarten Zonen ist auf die Schonung der Haarwurzeln zu achten. Das Messer muss in Haarwuchsrichtung angesetzt werden, dass damit möglichst wenige Haarwurzeln zerstört werden. Auch wird im behaarten Bereich gern mit einem Klammergerät gearbeitet, weil die Klammern die Wurzeln der Haare weniger stark einschnüren. Beachtet man diese Prinzipien nicht, so können beim Facelifting kahle Stellen im Narbenverlauf verbleiben, die bis zu einem cm breit sind.
In den ersten Tagen nach der Gesichtsstraffung führt häufiges kühlen zu weniger Schwellung und beschleunigt die Wundheilung. Eine erhöhte Lage des Kopfes beim Schlafen ist nach dem Facelifting aus demselben Grund empfehlenswert. Starke Mimik und andere mechanische Belastungen des Operationsgebietes sollten besonders in der ersten Woche gering gehalten werden. Eine Woche nach der OP werden die feinen Fäden vor dem Ohr entfernt. Das Nahtmaterial hinter den Ohren wird erst nach 2 Wochen gezogen.
Aktualisiert am 08.11.2012
Pubmed:
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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