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Handchirurgie und Erkrankungen der Hand
Dupuytren-Beratung in Düsseldorf
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelüberblick Kollagenase-Behandlung (bitte klicken Sie, um auf ein Kapitel zu springen
Bislang zählt die Operation zum Goldstandard der Behandlung der Dupuytren Erkrankung. Alle konservativen Ansätze wie Kortisoninjektion, Vitamin E Gabe, Laser-Behandlung und Ultraschall haben keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung. Doch jetzt könnte mit der Kollagenase eine neue Ära anbrechen. Bereits 1996 konnten Starkweather KD et al 4 die zerstörende Wirkung der Kollagenase auf das Kollagen bei Dupuytren Strängen in einer Laborstudie nachweisen.
Die Kollagenase ist ein sogenanntes Enzym (ein Biokatalysator) welches in der Lage ist Kollagen abzubauen. Die bei der Dupuytren-Behandlung verwendete Kollagenase wird biotechnologisch aus Bakterien (Clostridium histolyticum) gewonnen. Da die Veränderungen beim Morbus Dupuytren durch eine Kollagenvermehrung entstehen, ist es naheliegend die Erkrankung mit dem Enzym Kollagenase behandeln zu wollen.
Die Kollagenase, deren Präparatname Xiaflex® werden soll, wird mit Hilfe einer Spritze mehrfach in die verhärteten Bereiche injiziert. Das Kollagen wird dann vom Enzym abgebaut bzw. verdaut.
Die aktuelle (09/2009) Phase-III-Studie von LC Hurst et al 1 ist die größte Studie, die jemals im Zusammenhang mit dem Morbus Dupuytren durchgeführt wurde und sie ist recht vielversprechend. Die Studie wurde an 308 Patienten durchgeführt deren Kontrakturen (Krümmung) bei 20° oder mehr lagen. In 30-Tage-Intervallen (30 Tage) erhielten Patienten je 3 Kollagenase-Spritzen oder Placebo-Spritzen in die betroffenen Bereiche. Die Einspritzung erfolgte direkt in das veränderte Gewebe. Anschließend (einen Tag nach der Injektion) wurde eine Streckquengelung durchgeführt um die von der Kollagenase aufgeweichten Dupuytren-Stränge zu dehnen bzw. zu zerreißen.
Bei 64% der mit der Kollagenase behandelten Patienten gelang eine Reduktion der Kontraktur (Verkrümmung) auf weniger als 5 %. Die Placebobehandlung war nur bei 6,8% der Studienteilnehmer erfolgreich. Die Gelenkbeweglichkeit verbesserte sich bei der Kollagenase-Gruppe von 43,9° auf 80,7°, wohingegen bei der Placebogruppe praktisch keine Veränderung festzustellen war. Die Wirksamkeit der Kollagenase auf das Dupuytren-Gewebe ist also eindeutig. Es kam zu keinen Nervenschäden und zu keiner Verschlechterung der Kraft.
Die Nebenwirkungen sollten allerdings nicht verschwiegen werden. Es können Jucken, Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Blutungen auftreten. Bei 10% der Patienten waren passagere Lymphknotenschwellungen festzustellen. Zu den schwerwiegenderen Folgen gehören Sehnenrisse bei 2 Patienten und bei einem Patienten der Morbus Sudeck ein Schmerzsyndrom (CRPS = komplexes (complex) regionales Schmerz (Pain)-Syndrom).
Auf diese Studie hin wurde vom Hersteller nun die Zulassung bei der FDA beantragt.
Nach der Pressemitteilung Anfang September 2009 kam der Aktienkurs trotz der guten Nachrichten nur langsam in Schwung. Sie gewann nach einer Empfehlung von Kimberly Lee, einer Analystin von Wedbush Morgan Securities, welche die Aktie mit dem Rating "outperform" einstufte, ca. 20% auf über 36 US$. Bis Mitte Dezember waren die Kursgewinne allerdings wieder verflogen.
Trotz der vielversprechenden Studie von LC Hurst et al bleiben noch einige Fragen offen:
Wenn diese Fragen weitestgehend geklärt sind, könnte die Kollagenase-Behandlung eine gute Alternative zur Operation werden. Derzeit bleibt jedoch die Zulassung des Medikamentes abzuwarten.
Aktualisiert am 19.12.2009
Quellen zum Thema Kollagenase-Behandlung beim Morbus Dupuytren:
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