
Infos zur Botox®-Behandlung in der Plastischen Chirurgie finden Sie wenn Sie auf den Link klicken.
Botulinumtoxin lähmt die Muskulatur durch eine Blockierung am Übergang von der Nervenzelle zum Muskel. Diese Stellen werden Synapsen genannt. Bei der muskulären Erregungsleitung wird ein Botenstoff namens Acetylcholin freigesetzt. Diese Ausschüttung wird von Botulinumtoxin A verhindert.
Das Botulinumtoxin ist das Gift des Bakteriums Clostridium botulinum. Es ist verantwortlich für eine Lebensmittelvergiftung namens Botulismus. Insbesondere in verdorbenen Konserven vermehrt sich Clostridium botulinum und produziert Botulinumtoxin. Dieses führt nach Stunden bis mehreren Tagen zu den typischen Symptomen des Botulismus: Kopfschmerzen, Schluckstörung, Sprachstörung Verstopfung, Doppeltsehen. Der Tod ist in der Regel die Folge der Atemlähmung und tritt in 25-75% der Fälle ein. Nach rechtzeitiger Diagnosestellung kann mit einem Gegengift (Antitoxin) behandelt werden.
Das Wort Botulinumtoxin enthält das lateinische Wort Botulus, was Wurst bedeutet. Bereits am Ende des 18. Jahrhunderts sind Berichte über Erkrankungen und Tod durch verdorbene Blutwürste zu finden, was später ausschlaggebend für die Namensgebung war.
Der Arzt und Dichter Justinus Kerner (1786-1862) vermutete in seinen Beschreibungen im Jahre 1822 erstmalig ein Gift als Ursache der Erkrankung. Der Begriff Botulinumtoxin wurde aber erst im Jahre 1897 von dem Belgier Prof. van Ermengen geprägt.
1978 wurde Botulinumtoxin A in den USA erstmalig an freiwilligen Probanden angewendet.
In Deutschland ist Botulinumtoxin seit 1993 für die Therapie vom Lidkrampf (Blepharospasmus) und seit 1995 für den muskulären Schiefhals (Torticollis spasmodicus) zugelassen.
Bei den Botulinumtoxin - Produkten ist darauf zu achten, dass die Einheiten einander nicht entsprechen. Es müssen, also Unterschiedliche Einheiten gespritzt werden um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Hier finden Sie Informationen zur Botox®-Behandlung, zu Falten und zur Hyaluronsäure.
Aktualisiert am 16.02.2013
(Allgemeine Quellen des 'Lexikons': Facharztwissen des Autors; Wörterbücher: Pons Latein-Deutsch, Pschyrembel)
In Bearbeitung:
Das Lexikon der Plastischen und Handchirurgie wird Ihnen kurze Erklärungen und kleinere Beiträge liefern zu Themen, die auf dieser Homepage vorgestellt werden.
Die Darstellung der Anatomie der Hand soll Ihnen das Verständis anhand von Wort und Bild erleichtern.
Copyright© 2008-
Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
alle Rechte beim Autor