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Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Autor Dr. Rene Schumann
Kapitelüberblick Bodylift (bitte klicken Sie, um auf ein Kapitel zu springen)
Das Bodylift, auch Bodylifting oder auf deutsch Körperstraffung genannt, wurde erstmals von Lockwood im Jahre 1993 beschrieben und wird daher nach ihm benannt (Bodylift nach Lockwood). Im Grunde genommen beinhaltet es 3 klassische Formen der Hautstraffung und zwar die Bauchstraffung (Bauchdeckenstraffung), die Oberschenkelstraffung und die Postraffung. Entgegen der Bezeichnung Bodylift = Körperstraffung, wird keineswegs der ganze Körper gestrafft, sondern die zuvor genannten Bereiche.
Folgende Straffungsoperationen sind daher nicht Bestandteil des Bodylifts: Bruststraffung, Oberarmstraffung, Facelifting, Halsstraffung, und das Stirnlifting.
Ein Bodylift ist indiziert nach starken Gewichtsverlusten, bei denen es zu einem deutlichen Hautüberschuß kommt. Dieser kann nicht selten groteske Ausmaße annehmen, was zu einer deutlichen seelischen Belastung aber auch zu einer physischen Behinderung führen kann. Einzelne Straffungsoperationen reichen dann oftmals nicht aus, um das Gesamtbild zu korrigieren bzw. normalisieren. In solchen Fällen kann das Bodylift maßgeblich zur Normalisierung der Körperform beitragen.
Die Indikation zu dieser Operation ist gegeben, wenn es sich um extreme Gewichtsreduktionen mit massivem Hautüberschuß im Bereich Bauch, Oberschenkel, Gesäß und Hüften handelt. Diese Hautüberschüsse treten oftmals nach Magenbandoperationen auf, die zur Gewichtsabnahme bei extremen Fällen der Fettleibigkeit durchgeführt werden. Nicht selten ist das Körpergewicht um weit über 60kg reduziert (Lesen Sie auch den Beitrag Hautstraffung nach Gewichtsreduktion). Die Patienten sollten keine gravierenden Nebenerkrankungen haben und mit einem aufwendigeren Eingriff einschließlich der entsprechenden Nachbehandlung einverstanden sein.
Bilder: 1,2, Die Bereiche des Hautüberschusses, die beim Bodylift entfernt werden, sind aufgehellt dargestellt. 3,4, Hier sehen Sie den Narbenverlauf nach dem Bodylift.


Das Bodylift wird in Vollnarkose durchgeführt und ist mit einem stationären Eingriff von 2-7 Tagen verbunden. Die Operationszeit hängt von der Zahl und der Erfahrung der Operateure ab. Um die Op-Zeit gering zu halten wird gern mit einem Team von 2-3 Plastischen Chirurgen operiert. Mit 4-6 Stunden muss man dennoch rechnen.
Die Technik des Bodylifting entspricht im Wesentlichen der Bauchdeckenstraffung, Gesäßstraffung und Oberschenkelstraffung sie werden hier allerdings in einer Operation durchgeführt. Die Schnitte, die im Slip-Bereich verlaufen, werden im Bereich der Hüften miteinander verbunden. So erreicht man durch Entfernung des Hautüberschusses, auch im Bereich der Oberschenkelaußenseiten und Hüften einen guten Straffungseffekt.
Die Nachbehandlung besteht beim Bodylift in den ersten Tagen in einer Immobilisation der Patienten. Eine Thromboseprophylaxe mit Heparin ist in dieser Phase wichtig. Die eingelegten Drainagen können je nach der sich ansammelnden Flüssigkeit nach ca. 3-5 Tagen entfernt werden. Die Kompressionsbehandlung mittels Miederware sollte für ca. 6-8 Wochen nach dem Bodylift erfolgen. Die sportliche Betätigung sollte in dieser Zeit auch unterlassen werden. Die Fäden werden in der Regel nach 2-3 Wochen gezogen. Danach sollten die Narben die sich in der Unterwäsche gut verbergen lassen mit Hautcremes gepflegt werden.
Ein großer Vorteil ist der Straffungseffekt auf die Oberschenkelaußenseite, da beim Bodylift auch im Bereich der Hüfte Haut und Fettgewebe entfernt werden. Abgesehen davon ersetzt das Bodylift 3 herkömmliche Straffungsoperationen (siehe oben).
Bei einem operativen Eingriff dieser Größenordnung sollten allerdings Blutkonserven bereitstehen. Meist werden diese zwar nicht benötigt, aber auszuschließen ist dies bei solch großen Wundflächen nicht.
Die Mobilisation ist nach dieser Operation etwas erschwert im Vergleich zu den kleineren Einzeloperationen.
Aktualisiert am 08.02.2010
Quellen zum Thema Bodylift nach Lockwood:
1, Superficial fascial system (SFS) of the trunk and extremities: a new concept. - Lockwood TE.- Plast Reconstr Surg. 1991 Jun;87(6):1009-18.
2, Lower body lift with superficial fascial system suspension. - Lockwood T. - Plast Reconstr Surg. 1993 Nov;92(6):1112-22; discussion 1123-5.
3, Lower-body lift. - Lockwood TE. - Aesthet Surg J. 2001 Jul;21(4):355-70.
4, Circumferential lower truncal dermatolipectomy. - Richter DF, Stoff A, Velasco-Laguardia FJ, Reichenberger MA. - Clin Plast Surg. 2008 Jan;35(1):53-71; discussion 93. Review
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