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Die Beckenbodenmuskeln | Welche Muskeln gehören zur Beckenbodenmuskulatur?

Autor Dr. Rene Schumann

Beckenbodenmuskulatur beim MannBild: Beckenbodenmuskulatur beim Mann in der Sicht von unten:

  • Zahlen: Text
  • a, Sitzbeinhöcker (Tuber ischiadicum)
  • b, After
  • c, M. glutaeus maximus
  • d, Os coccygis

Beckenbodenmuskulatur – Dammmuskeln

(Damm = Perineum)

Der Beckenboden befindet sich am Ausgang des Beckens und wird gebildet aus Beckenbodenmuskulatur und festen Bindegewebsschichten. Durch die Spannung und Entspannung wird unter anderem das Kontinenzverhalten gesteuert. Bei einer unzureichenden Funktion der Beckenbodenmuskulatur kann eine Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz folgen.

Drei Beckenbodenmuskeln (M. sphinkter urathrae, M. levator ani, M. transversus perinei profundus) ist die Besonderheit zu eigen, dass ihnen glatte, unwillkürliche Muskelzellen beigemischt sind.

Beckenbodenmuskulatur im Diaphragma pelvis

1, M. levator ani – Heber des Afters

Dieser Beckenbodenmuskel besitzt einige Faserzüge, denen eigene Namen gegeben wurden:

  • Fasern zur Prostata: M. levator prostatae
  • Vaginalfasern: M. pubovaginalis
  • Untere Fasern = kaudale Platte: M. puborectalis
  • Funktion: wichtig für den Analverschluß; spannt den Beckenboden und hält die Eingeweide
  • Ursprung:
    • a, M. pubococcygeus: Schambein-Innenfläche (Os pubis), Arcus tendineus musculi levatoris ani
    • b, M. iliococcygeus: hinter dem M. pubococcygeus, Arcus tendineus musculi levatoris ani
  • Ansatz:
    • a, Centrum tendineum des Damms, Faszie der Prostata / Vaginalwand, M. sphinkter ani externus, Os coccygis
    • b, Os coccygis, Ligamentum anococcygeum
  • Innervation: Nn. sacrales S2-4

2, M. coccygeus

  • Funktion: Rudiment, Entlastung des Ligamentum sacrospinale
  • Ursprung: Sitzbeinfortsatz (Spina ischiadica)
  • Ansatz: unteres Steißbein und Os coccygis
  • Innervation: Nn. sacrales S3-5

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Beckenbodenmuskeln von der InnenansichtBild: Beckenbodenmuskulatur von innen; M. coccygeus (2) und M. levator ani (1) großflächig sichtbar.

  • b, After
  • d, Os coccygis
  • e, Steißbein
  • f, obere Glutealgefäße
  • g, Faszie des M. obturator
  • h, Obturatorgefäße
  • i, Schambein (Os pubis)
  • j, Prostata
  • k, Raphe annococcygeum
  • L, M. piriformis

3, M. sphinkter ani externus – äußerer Zusammenschnürer des Anus

Der Muskel bildet zusammen mit dem M. bulbospongiosus den unteren Anteil der Beckenbodenmuskulatur.

  • Funktion: Mitwirkung beim Analverschuss durch Verengung des Kanals
  • Ursprung:
    • a, Unterhautanteil: Haut und Unterhaut im Bereich des Afters
    • b, oberflächlicher Anteil: Centrum tendineum perinei
    • c, tiefer Anteil: Centrum tendineum perinei
  • Ansatz:
    • a, siehe Ursprung
    • b, Ligamentum annococcygeum
    • c, siehe Ursprung; zieht um den Analkanal herum
  • Innervation: Rami rectales inferiores (N. pudendus S3,4)

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Spatium perinei profundus

Die Beckenbodenmuskeln M. transversus perinei profundus und M. sphinkter urethrae werden wegen ihrer agonistischen Wirkung auf die Harnröhre zusammen gern als M. compressor urathrae bezeichnet.

Innervation dieser beiden Muskeln: N. dorsalis pen. (clit.) oder Nn. perineales des N. pudendus S3

4, M. transversus perinei profundus - querer tiefer Dammmuskel

  • Funktion: spannt den Beckenboden, Unterstützung des Verschlusses der Harnröhre
  • Ursprung: Schambeinast (Ramus ossis ischii)
  • Ansatz: Die Faserbündel der einen Seite sind mit derer der Anderen verflochten. Faszie der Prostata und Vaginalwand, Centrum tendineum perinei

5, M. sphinkter urethrae – Zusammenschnürer der Harnröhre

  • Funktion: Verschluss der Harnröhre
  • Ursprung: Ligamentum transversum perinei, Diaphragma urogen.,
  • Ansatz: Centrum tendineum perinei; tiefe Muskelfasern umschlingen die Pars membranacea der Harnröhre

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Anschnitt der Beckenbodenmuskulatur in der FrontalebeneBild: Beckenbodenmuskulatur in der Frontalebene angeschnitten. Blau: Die blauen Linien markieren die Faszien des Beckenbodens. Der nicht angeschnittene Teil der Harnblase ist ebenfalls mit der Beckenfaszie (Fascia pelvis) überzogen und daher blau dargestellt.

  • Zahlen: siehe Text
  • i, Schambein (Os pubis)
  • j, Prostata
  • m, Harnblase von innen
  • n, Harnleiter (Urether)
  • o, Schwellkörper (Corpus cavernosum pen.)
  • p, Crus pen.
  • q, M. obturator internus
  • r, Darmbein (Os ilium)

Spatium perinei superficialis

6, M. transversus perinei superficialis – querer oberflächlicher Dammmuskel

paarig

  • Funktion: leichtgradiges Anspannen des Beckenbodens
  • Ursprung: Schambeinhöcker (Tuber ischiadicum), Schambeinast
  • Ansatz: Centrum tendineum perinei
  • Innervation: N. pudendus S2-4

7, M. ischiocavernosus – Sitzknorren-Schwellkörpermuskel

paarig

  • Funktion: begünstigt die Blutzufuhr der Schwellkörper
  • Ursprung: Schambeinast
  • Ansatz: Mann: Tunica albuginea; Frau: Crus clit.
  • Innervation: N. pudendus S3-4

8, M. bulbospongiosus –Zwiebel-Schwellkörpermuskel

Dieser unpaarige Muskel bildet zusammen mit dem M. sphinkter ani externus den unteren Anteil der Beckenbodenmuskulatur.

  • Funktion:
    • Mann: begünstigt den Blutfluss in das corpus cavernosum; Herausdrängen des Inhalts der Harnröhre
    • Frau: begünstigt den Blutfluss in den Bulbus vestibuli und entleert die Glandula vestibularis major, Verengung des Scheideneinganges
  • Ursprung:
    • Mann: Corpus spongiosus, Centrum tendineum
    • Frau: umgreift den Bulbus vestibuli
  • Ansatz:
    • Mann: Rücken des Pen. und Membrana perinei
    • Frau: Klit., Fascia diaphragmatis
  • Innervation: N. pudendus S3-4



nach oben Beckenbodenmuskulatur

Aktualisiert am 14.03.2010

Quellen zum Thema Beckenbodenmuskulatur / Beckenbodenmuskeln:

  • Atlas der Anatomie des Menschen – Sobotta – Urban und Fischer – 2 Bände – München, Jena 2000
  • Anatomie des Menschen - Rohen / Yokochi - Schattauer - 2 Bände - 1984
  • Anatomie des Menschen - Lehrbuch und Atlas - Rauber / Kopsch - Thieme - 4 Bände - 1987

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