
Die Bauchstraffung bzw. Bauchdeckenstraffung wird auch Bauchplastik, Bauchdeckenplastik oder medizinisch Abdominoplastik genannt. Folgende Formen lassen sich unterscheiden:
Verwandte Begriffe: Bauchdeckenplastik, Bauchhautstraffung, Miniabdominoplastik, Fettschürzenplastik, Fettschürze, Fettschürzenentfernung.
Die Hauptgründe für eine Bauchstraffung bzw. Bauchdeckenstraffung sind Zustände nach Schwangerschaften (oft Mehrlingsschwangerschaften) und massiven Gewichtsverlusten nach starkem Übergewicht (Adipositas = Fettsucht, Extremform = Adipositas permagna).
Zum Einen kann die Bauchhaut massiv gedehnt sein. Zum Anderen ist oft auch die Bauchdecke, die aus der Bauchmuskulatur und festen Faserschichten besteht erweitert. Letzteres kann auch bei schlanken Frauen zum sog. Kugelbäuchlein führen. Eine bloße Bauchstraffung im Hautniveau währe hier nicht ausreichend. Wichtig ist auch eine innere Straffung an der Bauchdecke.
Ein starkes Auseinanderweichen der Bauchmuskulatur in der Mittellinie, welches Rektusdiastase genannt wird, kann mit einer Bauchstraffung auf der Muskelebene (siehe unten: inneres Korsette) korrigiert werden.
Auch bei exzessiven Gewichtsabnahmen, die prinzipiell ähnliche Veränderungen zur Folge haben, ist oftmals die Indikation zur Bauchstraffung gegeben, wobei ein teils enormer Haut-Fett-Überschuß (Fettschürze) im Vordergrund steht.
Vor einer Bauchstraffung sollte das Rauchen bereits für 2 Wochen eingestellt werden, um das Risiko für Wundheilungsstörungen zu minimieren. Nach Abschluss der Wundheilung ist die Gefahr nicht mehr vorhanden. Für die Operation muss man ca. 2 Stunden kalkulieren. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Schnittführung ist abhängig von der Menge des zu reduzierenden Gewebes. Je nach Ausdehnung der Bauchstraffung ist ein stationärer Aufenthalt von 1-2 Tagen empfehlenswert bei starkem Gewebeüberschuss auch länger.
Das Grundprinzip der Bauchdeckenstraffung besteht darin den Überschuss an Haut und Fettgewebe zu entfernen. Dieses gelingt über einen Schnitt, der über dem Schamhügel und dann seitlich nach oben in Richtung Schambeinschaufeln verläuft. Die Linie kann der Bademode oder der Unterwäsche angepasst werden. Um möglich viel Haut zu mobilisieren muss das Fettgewebe von der Bauchwand gelöst werden - und zwar bis zum Unterrand des Brustbeines. Nur so hat die Bauchstraffung auch einen Effekt im Bereich des Oberbauches.
Der Bauchnabel wird ausgeschnitten und an seinem neuen Platz eingenäht. Man versucht natürlich möglichst wenig Narben zu produzieren und verzichtet, wenn möglich auf die senkrechte Narbe, die in der Mittellinie vom Schamhügel zum Bauchnabel zieht.
Es gibt jedoch Befunde, die eine Bauchstraffung mit einer zusätzlich in der Mittellinie verlaufenden Narbe notwendig machen:
Bei stärkeren Fettdepotresten ist zugunsten der Gewebeschonung die Fettschürzenentfernung (siehe unten) einer klassischen Bauchstraffung vorzuziehen.

Bild oben: schlaffer Bauch nach Schwangerschaft.
Die 4 folgenden Bilder zeigen aufgehellt den Bereich, der bei der Bauchstraffung entfernt wird. Weiß ist der Verlauf der entstehenden Narben dargestellt:
1, Minibauchstraffung (auch Mini-Abdominoplastik)
2, Klassische Bauchdeckenstraffung


3, Kleine 'Fleur de Lis'-Bauchdeckenstraffung
4, Große 'Fleur de Lis'-Bauchstraffung


Wird eine Bauchstraffung durchgeführt, dann muss berücksichtigt werden, dass die Gewebeüberdehnung oft auch die Bauchwand, bzw. die Bauchmuskeln betrifft. Weichen die beiden geraden Bauchmuskel auseinander, ist neben der Bauchhauterschlaffung eine sogenannte Rektusdiastase vorhanden. Begegnen kann man derartigen Veränderungen indem die Bauchstraffung zusätzlich durch ein sog. 'inneres Korsette' erfolgt. Mit Hilfe einer bestimmten Nahttechnik, welche nicht den Muskel fasst, sondern dessen feste Hülle, ist hier die innere Straffung möglich. Mit dieser Nahttechnik erreicht man eine Straffung sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung.
Im Rahmen der klassischen Bauchstraffung / Bauchdeckenstraffung wird der Bauchnabel versetzt. Beschriebene Techniken zur Neueinpflanzung des Nabels gibt es wie Sand am Meer. Ziel aller Techniken ist es den neuen Nabel möglichst natürlich aussehen zu lassen. Dem werden aber nur wenige Methoden gerecht.
Die geschickte Formung des Bauchnabels ist ein wichtiger Teil der Bauchstraffung, da der Nabel nicht im Bikini oder in der Badehose versteckt werden kann. Daher sollte ein natürlich wirkender Trichter geformt werden und die Narbe schließlich weitgehend unsichtbar in diesem Trichter zum liegen kommen.
Als 'Champagnerrinne' bezeichnet man umgangssprachlich eine Vertiefung zwischen den geraden Bauchmuskeln. Sie wird von einigen Menschen als besonders attraktiv empfunden. Auf Patientenwunsch ist es möglich, diese im Rahmen einer Bauchstraffung zu formen.
Die Bauchstraffung / Bauchdeckenstraffung kann auch sinnvoll mit einer Fettabsaugung kombiniert werden. In manchen Fällen besteht zwar eine Erschlaffung der Bauchhaut, aber es ist zusätzlich ein deutlicher Fettgewebsüberschuß vorhanden. In solchen Situationen kann zunächst eine Fettabsaugung durchgeführt werden und anschließend die Bauchstraffung. Einige Plastische Chirurgen führen beide Eingriffe direkt nacheinander durch um eine erneute Narkose zu vermeiden und ihren Patienten nicht zwei postoperative Phasen zuzumuten. Andere argumentieren, das Risiko von Wundheilungsstörungen sei durch das malträtieren des Fettgewebes bei der Fettabsaugung höher und bevorzugen ein zweizeitiges Vorgehen, um das Risiko für Komplikationen nach der Bauchstraffung nicht zu erhöhen.
Die obere Bauchstraffung ist eine selten angewendete Technik. Sie bietet sich an bei Patienten, die gleichzeitig zB. eine Brustverkleinerung oder Bruststraffung vornehmen lassen wollen. Die Schnittlinie in der Unterbrustfalte bei dem Brusteingriff wird gleichzeitig als Schnittlinie für die Bauchstraffung genutzt. Es wird die Haut des Oberbauches, mit dem darunter liegenden Fettgewebe, nach oben gezogen und der Überschuss in Höhe der Unterbrustfalte entfernt. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass die beiden Unterbrustfaltenschnitte in der Mitte vereinigt werden müssen, um auch hier genügend Gewebe entfernen zu können. Genau hier im Bereich des Brustbeines kommt es aber häufiger auch bei feiner Nahttechnik, zu unschönen wulstigen, hypertrophen Narben.
Liegt der Gewebeüberschuss nicht nur im Bereich des Oberbauches, kann diese Technik mit einer kleinen Unterbauchstraffung kombiniert werden. Der Nabel muss in diesen Fällen nicht versetzt werden.
Insgesamt wird diese Art der Bauchstraffung nur in äußerst seltenen Fällen angewendet.
Eine besondere Form der Bauchstraffung ist die Fettschürzenentfernung. Die Patienten, bei denen dieser Eingriff durchgeführt wird sind in den meisten Fällen noch übergewichtig.
Die komplette klassische Bauchstraffung empfiehlt sich in diesem Fall nicht, da durch die Fettgewebsmassen, welche tendenziell schlechter durchblutet sind, Komplikationen wie: Wundheilungsstörungen, Infektionen, Fettgewebsnekrosen (absterben von Fettgewebe), Blutergüsse u.a., wesentlich häufiger auftreten. Die Bauchstraffung wird auf das nötige Mindestmaß reduziert um die entstehende Wundfläche so gering wie möglich zu halten. Über den oben beschriebenen horizontalen Schnitt erfolgt die Fettschürzenentfernung. Die Wunde wird dann in mehreren Schichten vernäht.
Der Nabel wird nicht versetzt und die Präparation auf der Bauchdecke erfolgt nur bis zum Nabel und nicht, wie bei der Bauchstraffung bis zum Brustbein. Somit ist die Wundfläche ist deutlich kleiner. Dadurch lässt sich eine verbesserte Durchblutung der Wundränder erreichen und das Risiko einer Wundheilungsstörung minimieren.
Eine Kostenübernahme gewähren die Krankenkassen für eine Bauchdeckenstraffung immer seltener. Eine Chance besteht jedoch bei Extremfällen mit Krankheitswert, ähnlich wie bei der Brustverkleinerung. Weitere Infos im Beitrag Kostenübernahme für eine Bauchstraffung.
Eine chirurgische Weisheit besagt, dass es nur 2 Sorten von Chirurgen gibt, die keine Komplikationen kennen:
Die Einen operieren nicht und die Anderen sind Lügner.
Ihr Plastischer Chirurg sollte Sie ausführlich über Komplikationen und deren Warnzeichen aufklären, um diese
rechtzeitig erkennen und suffizient behandeln zu können, damit Schlimmeres verhindert werden kann.
Im Folgenden werden die wichtigsten Komplikationen kurz beschrieben, welche bei der Bauchstraffung auftreten können:
Aktualisiert am 21.08.2011
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