iatrum.de

Plastische Chirurgie, Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie


Bauchstraffung | Bauchdeckenstraffung | Bauch straffen

Bauchstraffung AbdominoplastikBauchstraffung in Düsseldorf

Autor Dr. Rene Schumann

Kapitelüberblick Bauchstraffung

Formen der Bauchstraffung

Die Bauchstraffung bzw. Bauchdeckenstraffung wird auch Bauchplastik oder medizinisch Abdominoplastik genannt. Folgende Formen lassen sich unterscheiden:

  • klassische Bauchstraffung = Abdominoplastik mit Mobilisation bis zum Rippenbogen und Bauchnabelversetzung
  • Mini-Bauchstraffung = Mini-Abdominoplastik Mobilisation nur bis knapp über dem Bauchnabel ohne Versetzung desselben
  • T-Bauchstraffung = große Bauchstraffung mit zusätzlich vertikaler Schnittführung bei massivem Hautüberschuß
  • obere Bauchstraffung mit Schnitt im Bereich der Unterbrustfalte (wird wegen problematischer Narbenbildung kaum eingesetzt)

Verwandte Begriffe: Bauchdeckenplastik, Bauchhautstraffung, Miniabdominoplastik, Fettschürzenplastik, Fettschürze, Fettschürzenentfernung.

Indikation zur Bauchstraffung

Die Hauptgründe für eine Bauchstraffung bzw. Bauchdeckenstraffung sind Zustände nach Schwangerschaften (oft Mehrlingsschwangerschaften) und massiven Gewichtsverlusten.

Zum Einen kann die Bauchhaut massiv gedehnt sein. Zum Anderen ist oft auch die Bauchdecke, die aus der Bauchmuskulatur und festen Faserschichten besteht erweitert. Letzteres kann auch bei schlanken Frauen zum sog. Kugelbäuchlein führen. Eine bloße Bauchstraffung im Hautniveau währe hier nicht ausreichend. Wichtig ist auch eine innere Straffung an der Bauchdecke.

Ein starkes Auseinanderweichen der Bauchmuskulatur in der Mittellinie, welches Rektusdiastase genannt wird, kann mit einer Bauchstraffung auf der Muskelebene (siehe unten: inneres Korsette) korrigiert werden.

Auch bei exzessiven Gewichtsabnahmen, die prinzipiell ähnliche Veränderungen zur Folge haben, ist oftmals die Indikation zur Bauchstraffung gegeben, wobei ein teils enormer Haut-Fett-Überschuß (Fettschürze) im Vordergrund steht.

Ablauf

Vor einer Bauchstraffung sollte das Rauchen bereits für 2 Wochen eingestellt werden, um das Risiko für Wundheilungsstörungen zu minimieren. Nach Abschluss der Wundheilung ist die Gefahr nicht mehr vorhanden. Für die Operation muss man ca. 2 Stunden kalkulieren. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Schnittführung ist abhängig von der Menge des zu reduzierenden Gewebes. Je nach Ausdehnung der Bauchstraffung ist ein stationärer Aufenthalt von 1-2 Tagen empfehlenswert – bei starkem Gewebeüberschuss auch länger.

Die Operation: Bauchstraffung

Das Grundprinzip der Bauchstraffung / Bauchdeckenstraffung besteht darin den Überschuss an Haut und Fettgewebe zu entfernen. Dieses gelingt über einen Schnitt, der über dem Schamhügel und dann seitlich nach oben in Richtung Schambeinschaufeln verläuft. Die Linie kann der Bademode oder der Unterwäsche angepasst werden. Um möglich viel Haut zu mobilisieren muss das Fettgewebe von der Bauchwand gelöst werden - und zwar bis zum Unterrand des Brustbeines. Nur so hat die Bauchstraffung auch einen Effekt im Bereich des Oberbauches.

Der Bauchnabel wird ausgeschnitten und an seinem neuen Platz eingenäht. Man versucht natürlich möglichst wenig Narben zu produzieren und verzichtet, wenn möglich auf die senkrechte Narbe, die in der Mittellinie vom Schamhügel zum Bauchnabel zieht.

Es gibt jedoch Befunde, die eine Bauchstraffung mit einer zusätzlich in der Mittellinie verlaufenden Narbe notwendig machen:

  • Kleine Bauchstraffung: Manchmal kann nicht genug Haut entfernt werden um den ehemaligen Nabel-Bereich in der queren Narbe zu verstecken. Der Defekt wird dann mit einer kleinen senkrechten Naht verschlossen.
  • Große Bauchstraffung: Der Hautüberschuß ist so groß, dass auch in vertikaler Richtung Haut entfernt werden muss. Es resultiert eine senkrechte Narbe in der Mittellinie. Das Schnittmuster ähnelt einer Lilie. Daher wird diese Bauchstraffung 'Fleur de Lis' genannt.

Bei stärkeren Fettdepotresten ist zugunsten der Gewebeschonung die Fettschürzenentfernung (siehe unten) einer klassischen Bauchstraffung vorzuziehen.

schlaffe Haut am Bauch nach Schwangerschaft

Bild oben: schlaffer Bauch nach Schwangerschaft.

Die 4 folgenden Bilder zeigen aufgehellt den Bereich, der bei der Bauchstraffung entfernt wird. Weiß ist der Verlauf der entstehenden Narben dargestellt:

1, Mini-Bauchstraffung (auch Mini-Abdominoplastik)

2, Klassische Bauchstraffung

Mini-Bauchstraffung medizinisch Mini-Abdominoplastikklassische Schnittführung der Bauchstraffung

3, Kleine 'Fleur de Lis'-Bauchdeckenstraffung

4, Große 'Fleur de Lis'-Bauchstraffung

Erweiterte Bauchdeckenstraffung bzw. Abdominoplastikausgedehnte Bauchdeckenplastik Fleur de Lis

Bauchstraffung mit 'Innerem Korsette'

Wird eine Bauchstraffung durchgeführt, dann muss berücksichtigt werden, dass die Gewebeüberdehnung oft auch die Bauchwand, bzw. die Bauchmuskeln betrifft. Weichen die beiden geraden Bauchmuskel auseinander, ist neben der Bauchhauterschlaffung eine sogenannte Rektusdiastase vorhanden. Begegnen kann man derartigen Veränderungen indem die Bauchstraffung mit der Anlegung eines 'inneren Korsetts' kombiniert wird. Mit Hilfe einer bestimmten Nahttechnik, welche nicht den Muskel fasst, sondern dessen feste Hülle, ist hier die innere Straffung möglich. Mit dieser Nahttechnik erreicht man eine Straffung sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Richtung.

Der Bauchnabel wird versetzt; Bauchnabelformung

Im Rahmen der klassischen Bauchstraffung / Bauchdeckenstraffung wird der Bauchnabel versetzt. Beschriebene Techniken zur Neueinpflanzung des Nabels gibt es wie Sand am Meer. Ziel aller Techniken ist es den neuen Nabel möglichst natürlich aussehen zu lassen. Dem werden aber nur wenige Methoden gerecht.

Die geschickte Formung des Bauchnabels ist ein wichtiger Teil der Bauchstraffung, da der Nabel nicht im Bikini oder in der Badehose versteckt werden kann. Daher sollte ein natürlich wirkender Trichter geformt werden und die Narbe schließlich weitgehend unsichtbar in diesem Trichter zum liegen kommen.

Champagner-Rinne

Als  Champagner-Rinne bezeichnen Plastische Chirurgen eine Vertiefung zwischen den geraden Bauchmuskeln. Sie wird von Manchen als ästhetisch empfunden. Auf Patientenwunsch ist es möglich, diese im Rahmen einer Bauchstraffung zu formen.

Fettabsaugung und Bauchstraffung

bauchdeckenstraffung-bauchplastikDie Bauchstraffung / Bauchdeckenstraffung kann auch sinnvoll mit einer Fettabsaugung kombiniert werden. In manchen Fällen besteht zwar eine Erschlaffung der Bauchhaut, aber es ist zusätzlich ein deutlicher Fettgewebsüberschuß vorhanden. In solchen Situationen kann zunächst eine Fettabsaugung durchgeführt werden und anschließend die Bauchstraffung. Einige Plastische Chirurgen führen beide Eingriffe direkt nacheinander durch um eine erneute Narkose zu vermeiden und ihren Patienten nicht zwei postoperative Phasen zuzumuten. Andere argumentieren, das Risiko von Wundheilungsstörungen sei durch das malträtieren des Fettgewebes bei der Fettabsaugung höher und bevorzugen ein zweizeitiges Vorgehen, um das Risiko für Komplikationen nach der Bauchstraffung nicht zu erhöhen.

Obere Bauchstraffung

Die obere Bauchstraffung ist eine selten angewendete Technik. Sie bietet sich an bei Patienten, die gleichzeitig zB. eine Brustverkleinerung oder Bruststraffung vornehmen lassen wollen. Die Schnittlinie in der Unterbrustfalte bei dem Brusteingriff wird gleichzeitig als Schnittlinie für die Bauchstraffung genutzt. Es wird die Haut des Oberbauches, mit dem darunter liegenden Fettgewebe, nach oben gezogen und der Überschuss in Höhe der Unterbrustfalte entfernt. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass die beiden Unterbrustfaltenschnitte in der Mitte vereinigt werden müssen, um auch hier genügend Gewebe entfernen zu können. Genau hier im Bereich des Brustbeines kommt es aber häufiger auch bei feiner Nahttechnik, zu unschönen wulstigen, hypertrophen Narben.

Liegt der Gewebeüberschuss nicht nur im Bereich des Oberbauches, kann diese Technik mit einer kleinen Unterbauchstraffung kombiniert werden. Der Nabel muss in diesen Fällen nicht versetzt werden.

Insgesamt wird diese Art der Bauchstraffung nur in äußerst seltenen Fällen angewendet.

Fettschürzenentfernung

Eine besondere Form der Bauchstraffung ist die Fettschürzenentfernung. Die Patienten, bei denen dieser Eingriff durchgeführt wird sind oder waren stark übergewichtig.

Die komplette klassische Bauchstraffung empfiehlt sich in diesem Fall nicht, da durch die Fettgewebsmassen Komplikationen wie: Wundheilungsstörungen, Infektionen, Fettgewebsnekrosen (absterben von Fettgewebe), Blutergüsse u.a., wesentlich häufiger auftreten. Die Bauchstraffung wird auf das nötige Mindestmaß reduziert um die entstehende Wundfläche so gering wie möglich zu halten. Über den oben beschriebenen horizontalen Schnitt erfolgt die Fettschürzenentfernung. Die Wunde wird dann in mehreren Schichten vernäht.

Der Nabel wird nicht versetzt und die Präparation auf der Bauchdecke erfolgt nur bis zum Nabel und nicht, wie bei der Bauchstraffung bis zum Brustbein. Dadurch lässt sich eine verbesserte Durchblutung der Wundränder erreichen und das Risiko einer Wundheilungsstörung minimieren.

Kostenübernahme für eine Bauchstraffung???

Eine Kostenübernahme gewähren die Krankenkassen für eine Bauchstraffung immer seltener. Eine Chance besteht jedoch bei Extremfällen mit Krankheitswert, ähnlich wie bei der Brustverkleinerung. Weitere Infos im Beitrag Kostenübernahme für eine Bauchstraffung.

Nach der Bauchstraffung !

Drainagen

Die Drainagen werden nach der Bauchstraffung, je nach Fördermenge, 2-5 Tage belassen.

Verhalten

Besonders in den ersten 3 Wochen ist darauf zu achten die Naht am Unterbauch nicht zu sehr zu strapazieren, damit diese sich nicht aufdehnt. Es sollte also in einer klappmesserartigen Haltung auf dem Rücken geschlafen werden, um somit die Spannung an der Nahtstelle zu reduzieren. Gehen und stehen sollte man nach der Bauchstraffung daher auch in einer leicht gebeugten Haltung. Die Stuhlregulation ist ebenso wichtig und kann bei einer Gefahr der Verstopfung (Obstipation) durch leichte Abführmittel unterstützt werden. Verstopfende und blähende Nahrungsmittel müssen gemieden werden. Bei stärkerem Pressen können sich die inneren Korsettenähte schneller wieder aufdehnen als gewünscht.

Kompression

Gerade in den ersten 24 Stunden nach der Bauchstraffung ist es wichtig sich ruhig zu verhalten, damit nicht ein kleines Gefäß, das verödet oder unterbunden wurde, wieder aufspringt. Durch eine Kompressionsbandage für eine Nacht kann man die Wahrscheinlichkeit für eine Blutung zusätzlich reduzieren. In den ersten Tagen bzw. Wochen sind Schwellungen und leichte Blutergüsse (auch seitenungleich) der Haut normal. Ein Kompressionsmieder sollte bis einschließlich 6 Wochen nach der Bauchstraffung getragen werden.

Postoperative Schwellung

Nach der Bauchstraffung ist eine gewisse postoperative Schwellung normal. Sie kann durch kleinere Blutergüsse oder Wundwasserergüsse stärker ausgeprägt sein. Auch gewisse Verhärtungen sind postoperativ normal. Diese Veränderungen verbessern sich schon in den ersten postoperativen Wochen zusehends. In dieser Phase wird Kompressionsware dringend empfohlen, die 6 Wochen lang getragen werden soll. Allerdings können auch danach noch leichte bis mäßige Schwellungen sichtbar sein. Gelegentlich kann man auch eine Schwellung direkt über der Narbe sehen, die sich durch einen Lymphstau erklären lässt. Diese Lymphschwellung wird auch nach Kaiserschnitt beobachtet und bildet sich zurück.

Fäden

Auflösliche Fäden müssen nicht gezogen werden. Nicht auflösliche Fäden werden nach frühestens 14 Tagen entfernt.

Wundwasserergüsse = Serome

Bei der Bauchstraffung entstehen relativ große Wundflächen. Diese können je nach individueller Neigung Wundwasser produzieren. Meist kommt es nicht zu nennenswerten Veränderungen. Manchmal entstehen kleinere und mittelgroße Serome, die sich mit der Zeit selbst auflösen. Die größeren Wundwasserergüsse müssen manchmal mit einer Kanüle punktiert werden.

Duschen

Wegen der Nähe der Schamzone verzichtet man meist auf wasserdichte Verbände. Kurz nach dem Ziehen der Drainagen (2-5 Tage) ist das Duschen erlaubt. Davor muss der Verband trocken bleiben.

Hautgefühl im Bereich der Narbe

Über eine Verschlechterung des Gefühlsempfindens oder eine Taubheit der mittleren Narbenzone sollte vor einer Bauchstraffung aufgeklärt werden. Komplette Gefühllosigkeit ist eher selten.

Dog-Ears, Hundeöhrchen

An den beiden Enden der horizontalen Schnittflächen entsteht ein Hautüberschuß. Je extremer der Befund ist, desto ausgedehnter wird die Bauchstraffung ausfallen und umso stärker ist schließlich der Hautüberschuß. Da dieser kleinen Hündeöhrchen ähnelt, werden sie Dog-Ears genannt. Das Wegschneiden derselben geschieht im Rahmen der Bauchstraffung zunächst nur unter Zurückhaltung, um eine übermäßige Ausweitung der Narben zu verhindern. Durch bestimmte Nahttechniken kann man sie reduzieren. Man setzt darauf, dass sie innerhalb von 3-6 Monaten schrumpfen und am Ende nicht mehr sichtbar sind. Kommt der gewünschte Schrumpfungseffekt nicht ausreichend zum tragen, dann kann man eine kleine Korrektur in örtlicher Betäubung vornehmen. An Narbenlänge hat man bei diesem Vorgehen in der Regel einiges gespart.

Kummerecke

Die sogenannte Kummerecke ist bei der Bauchstraffung über dem Schamhügelschnitt lokalisiert. Hier besteht die größte Spannung und daher ein höheres Risiko für eine Wundheilungsstörung. Eine kleinere Wundheilungsstörung bedeutet ein leichtes Klaffen der Wundränder in diesem Bereich. Mit antiseptischen Verbänden kann man diesem Problemchen schnell Herr werden. Zu größeren Wundheilungsstörungen kommt es seltener. Meist sind dann Raucher oder Diabetiker betroffen.

Sport

Nach einer Bauchstraffung sollten Sportarten, die zu Mitbewegungen am Bauch führen und/ oder anstrengend sind, 4-6 Wochen vermieden werden.


▲ Bauchstraffung

Aktualisiert am 16.07.2010

Quellen zum Thema Bauchstraffung bzw. Bauchdeckenstraffung:

  • Plastic Surgery - Grabb & Smith - Lippinkott Williams & Wilkins - Philadelphia USA – 2007
  • Ästhetische Chirurgie – Lemperle, von Heimburg – Ecomed – 2008 – (Ringbandwerk)
  • Plastische Chirurgie – Krupp - Ecomed – 2008 - (Ringbandwerk)
  • Plastische Chirurgie – Berger, Hierner - Springer – Band 3: Mamma, Stamm - Berlin 2006

Copyright© 2008-2010 Dr. Rene Schumann, Düsseldorf - NRW - Deutschland

alle Rechte beim Autor

Weitere Infos zu einigen Op's im Raum Düsseldorf / Köln

Plastische Chirurgie in Düsseldorf:
Bauchstraffung | Botox | Bruststraffung | Brust Op | Brustvergrößerung | Brustverkleinerung | Fettabsaugung/ Fettabsaugen | Nasenkorrektur | Ohrenkorrektur | Übersicht | Schönheitschirurgie | Handchirurgie