
Bild: typisches Basaliom am Kieferwinkel mit Perlschnursaum, Kraterbildung und Verkrustung.
Das Basaliom ist auch unter den Begriffen Basalzellkarzinom und Basalzellepitheliom bekannt. Wie im Namen bereits enthalten bildet es sich aus der Basalzellschicht in der Haut. Es kann vom Pathologen in weitere Unterformen eingeteilt werden:
Das Basaliom wird auch oft als weißer bzw. heller Hautkrebs bezeichnet - was eher irreführend sein kann.
Es wächst zerstörend, streut (metastasiert) in der Regel nicht. Unbehandelt zerstört es insbesondere im Kopf- und Hals-Bereich wichtige Strukturen und kann so zum Tod führen. Werden oberflächliche Strukturen zerstört spricht man vom Ulcus rodens, sind tiefe Strukturen betroffen, vom Ulcus terebrans.
Das Basalzellkarzinom entsteht überwiegend im Zusammenhang mit einer erhöhten UV-Einstrahlung durch die Sonne oder durch das Solarium. Betroffen ist insbesondere der helle nordische Hauttyp, der gekennzeichnet ist durch: blasse Haut, blaue Augen, blonde oder rote Haare. Solche Menschen werden bei Sonneneinstrahlung primär rot statt braun. Allerdings spielen auch genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Das Basaliom tritt familiär gehäuft auf.
Auch Arsen und eine Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem abschwächen (Immunsuppressiva) können ein Basaliom begünstigen.
Das Basaliom kann abhängig von der Unterart und dem Stadium sehr verschieden aussehen. Einige Formen (Rumpfhautbasaliom) zeigen sich nur durch eine Rötung, die nicht mehr weggeht. Das sklerodermiforme Basaliom imponiert oft durch eine Rötung mit einer Schuppung und kann mit einem Ekzem verwechselt. Typisch ist oft der sogenannte Perlschnursaum, der den Rand bildet. Insgesamt stellt sich das Basaliom oft als kraterartige Hautveränderung dar, die zentral nässt.
Für die Lokalisation sind die Körperstellen typisch, die in besonderem Maße der Sonne ausgesetzt sind: Kopf, Hals Schulter, Unterschenkel.
Das fortgeschrittene Basaliom zeigt sich durch Defekte und Zerstörung. Manchmal müssen hier im Rahmen der Operation Nase, Augen, Mittelgesicht und andere Bereiche entfernt werden.
Die Diagnose wird vom Arzt durch das Erscheinungsbild gestellt.
Um einen kleinen Eindruck zu bekommen über die vielen Erscheinungsbilder dieser Hautkrebs-Art klicken Sie auf Basaliom-Bilder.
Die Standardbehandlung für das Basalzellkarzinom ist die Entfernung durch eine Operation und Begutachtung vom Pathologen am Mikroskop.2
Neben der Operation gibt es aber eine Reihe weiterer Behandlungsmöglichkeiten:
Allen diesen Verfahren gemein ist die Tatsache und der Nachteil, dass keine mikroskopische Untersuchung erfolgen kann. Man weiß also nicht ob das Basaliom bis ins Gesunde zerstört wurde. Weiterhin können sich nach der Oberflächentherapie (Laser, Kürettage, Salben) Problem-Basaliome entwickeln, die in der Tiefe weiterwachsen.
Ziel der Basaliom-Operation ist die komplette Entfernung des Tumors. Wird dies von der Pathologischen Untersuchung bestätigt, gilt der Patient als geheilt.
Die Op kann oft in örtlicher Betäubung und ambulant erfolgen, solange noch keine tiefen Schichten betroffen sind und die Größe ein gewisses Maß nicht überschreitet. Das Op-Prinzip besteht in der Basaliom-Entfernung mit Sicherheitsabstand und anschließender mikroskopischer Untersuchung. Der Sicherheitsabstand sollte auch bei einem kleineren Basalzellkarzinom 3-5 mm betragen - bei größerem noch mehr. Das Entfernte Basaliom wird mit einem Faden markiert (z.B. Faden bei 12 Uhr), um die Orientierung zu erhalten. Sieht der Pathologe noch Ausläufer an bestimmten Stellen oder einen zu knappen Sicherheitsabstand, kann er dies dem Operateur mitteilen (z.B. Basaliom-Reste im Bereich 3-6 Uhr).
Prinzipiell kann man beide Verfahren wählen. Bei großem Basaliom, ungünstiger Lokalisation, oder Unsicherheit bei der Beurteilung der Ränder sollte der Defekt aber erst verschlossen werden, wenn der Pathologe die Entfernung mit ausreichendem Sicherheitsabstand bestätigen kann. Das bedeutet der entstandene Defekt wird zunächst steril verbunden oder mit Ersatzhaut gedeckt, bis der endgültige Wundverschluss erfolgt.
Beim einzeitigen Vorgehen wird der Defekt sofort verschlossen. Dies ist eine adäquate Methode bei kleinem und mittelgroßem Basaliom, wenn der Verschluss operativ wenig aufwendig ist.
Das Herausschneiden der Basaliome ist nicht die Kunst sondern die anschließende Defektdeckung. Dabei stehen dem Plastischen Chirurgen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.
Im einfachsten Fall erfolgt die Defektdeckung durch die Verschiebung der Haut über den Defekt nach Lösung der Haut vom unterliegenden Gewebe.
Die wichtigste Form der Defektdeckung sind sog. Verschiebe-Schwenk-Lappen. Bei etwas größeren Defekten wird mit Hilfe verschiedenster Schnittmuster ein Hautlappen in den Defekt verschoben.
Auch die Möglichkeit der Hauttransplantation ist für die Basaliom-Chirurgie nicht zu vergessen. Dabei wird die Defektdeckung erreicht, indem ein Hauttransplantat von einem anderen Bereich mit ähnlicher Qualität und Hautüberschuss in den Defekt eingefügt wird. Hier muss das Transplantat nun einheilen.
Bei sehr großen Defekten reicht die Palette von großen Schwenklappen bis zu sog. freien Lappen. Oft müssen auch Nase oder Augenhöhle rekonstruiert werden oder günstige Verhältnisse für spätere Epithesen geschaffen werden. Eine Epithese ist z.B. eine künstliche Nase oder ein künstliches Ohr, welche aufgesteckt werden können.
Egal in welcher Art das Basaliom behandelt wurde, eine Nachsorge im Sinne von jährlichen Kontrollen über wenigstens 3 Jahre wird empfohlen. Weiterhin sollten die Patienten zur Selbstuntersuchung angeleitet werden.
Die Basaliom-Vorsorge stützt sich auf 3 Pfeiler:
Aktualisiert am 20.02.2013
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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