
Autor Dr. Rene Schumann
Alle Mittelhandknochen gehören zu den kleinen Röhrenknochen. Sie lassen sich unterteilen in einen Schaft, Hals = Collum (zwischen Kopf und Schaft), einen kugelartigen Kopf (Caput) und in eine Basis. Die Mittelhandknochen-Basis ist über Gelenkflächen (Carpometacarpal-Gelenke) verbunden mit den Handwurzelknochen. Der Kopf steht über die Gelenke (Metacarpophalangeal-Gelenke) mit den Fingergrundgliedern in Verbindung.
Tastbefund: Die Mittelhandknochen sind auf der Streckseite der Mittelhand von der Basis bis zum Kopf gut tastbar.
Der erste Mittelhandknochen ist am kräftigsten ausgebildet, aber der kürzeste von allen. An der Basis ist die Gelenkfläche Sattelförmig und bildet mit dem großen Vieleckbein = Os trapezium das Daumen-Sattelgelenk.
Die Arthrose in diesem Gelenk ist unter dem Namen Daumensattelgelenkarthrose = Rhizarthrose bekannt. Die Erkrankung führt zur Verschmälerung des Gelenkspaltes bis zur Zerstörung und Einsteifung des Gelenkes.
Die folgenden Bilder zeigen die Mittelhandknochen der linken Hand in der Reihenfolge MHK II, III, IV und V.
Das Os metacarpale II ist der längste der 5 Knochen.
Die Basis des 1. Mittelhandknochens ist Ansatz der Sehne des langen Handgelenksstreckers (M. extensor carpi radialis longus)



Bei verschobenen Brüchen des Halses des MHK V (MHK-V-Collum-Fraktur) lässt sich in vielen Fällen eine sog. intramedulläre K-Draht Osteosynthese durchführen. Benötigt wird bei der minimal invasiven Operation nur ein kleiner Schnitt im Bereich der Basis. Hier wird der Knochen aufgebohrt, 2 Drähte in der Markhöhle platziert und bis in den Kopf vorgeschoben. Diese werden gegeneinander aufgespannt und ermöglichen eine gute Stabilisierung. Diese Technik ist auch durchführbar bei Collum-Brüchen des 4. Mittelhandknochens.

Aktualisiert am 04.06.2011
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Dr. Rene Schumann; Plastischer Chirurg im Raum Düsseldorf, Köln, Essen in NRW
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